«Strom-Schlagader» wird ab Frühjahr gebaut

«Strom-Schlagader» wird ab Frühjahr gebaut

Vor ein paar Jahren schuf eine gewaltige Bohrmaschine den neuen U-Bahn-Tunnel Unter den Linden. Bald wird der nächste Tunnel unter Berlin gebohrt. Aber nicht für Züge.

Tunnelbau

© dpa

Blick in einen Tunnel eines Stromnetzbetreibers in Berlin, wo in 20 Meter Tiefe Starkstromkabel verlaufen.

Eine Tunnelbohrmaschine arbeitet sich vom kommenden Jahr an unter der Berliner Innenstadt hindurch. Nach mehreren Jahren Vorbereitung soll voraussichtlich im Frühjahr der Bau der sieben Kilometer langen Röhre für eine neue Höchstspannungsleitung beginnen, wie eine Sprecherin des Netzbetreibers 50Hertz der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das Unternehmen spricht von der wesentlichen «Schlagader» für die Stromversorgung der Stadt.
Begonnen wird der Neubau an der Rudolf-Wisselbrücke der Stadtautobahn im Norden Charlottenburgs. Der befahrbare Tunnel bis zum Umspannwerk Mitte in der Bissingzeile nahe dem Potsdamer Platz soll 2028 fertig sein.

Mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse

Die sogenannte Kabeldiagonale durchquert Berlin von Spandau über Mitte bis Marzahn. Das Erdkabel im westlichen Abschnitt stammt aus den 70er Jahren und ist sanierungsbedürftig. Zudem steigt die Auslastung, weil immer mehr Strom aus Wind, Sonne und Biomasse durchgeleitet wird. Die Schweizer Baufirma Implenia bezifferte das Auftragsvolumen für den neuen Abschnitt auf rund 130 Millionen Euro.
Implenia hatte vor kurzem von 50Hertz den Auftrag erhalten. Das Unternehmen baut auch den neuen Abschnitt der U-Bahn-Linie U5 Unter den Linden, dessen Röhren nach demselben Prinzip gebohrt wurden. Während sich jedoch für die U-Bahn-Linie eine Tunnelbohrmaschine mit einem 6,70-Meter-Schneidrad durch den Untergrund fräste, genügen für den Stromtunnel etwa 3,60 Meter.

Neuer Stromtunnel: Durchmesser von drei Metern

Der Tunnel der Kabeldiagonale wird innen einen Durchmesser von drei Metern haben und mit einer kleinen Gondel für Arbeiten an den Kabeln befahrbar sein. Gebohrt wird in 20 bis 30 Metern Tiefe, vier Schächte sind geplant.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 23. September 2019