Beispiele für grüne Geldanlagen

Beispiele für grüne Geldanlagen

Der Markt für klimafreundliche Geldanlagen ist riesig. Zeit, einige etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und vorzustellen.

Blick in einen Wald in Brandenburg

© dpa

Geldanlagen, die außer Rendite Gutes für die Umwelt bringen, gibt es viele. Mit den folgenden drei Beispielen bringen wir ein bisschen Licht ins Dickicht.

Klimarendite der Berliner Stadtwerke

Die Berliner Stadtwerke bieten Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld mit dem Investitionsprojekt "Klimarendite" regional und nachhaltig zu investieren. Mit dem Geld finanzieren die Stadtwerke den Bau und Betrieb einer Windenergieanlage in Großbeeren südwestlich von Berlin, die bis zu 3800 Haushalte mit Ökostrom versorgt und über eine Tonne CO2 pro Haushalt gegenüber der herkömmlichen Stromerzeugung einspart.
Mit dem Projekt wollen die Stadtwerke die Energiewende in der Region mitgestalten und das Ziel des Senats unterstützen, Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln. Das tun sie insbesondere durch den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Das Windrad in Großbeeren wurde bereits im März 2018 in Betrieb genommen. Die Stadtwerke haben den Bau vorfinanziert.
Die Vermögensanlage "Klimarendite" ist ein sogenanntes Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. Das bedeutet, dass die Forderungen des Anlegers im Falle einer Insolvenz hinter die Forderungen aller nicht nachrangigen Gläubiger (wie z.B. Banken) zurücktritt. Die Berliner Stadtwerke sind ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Berliner Wasserbetriebe.

Waldinvestments: Der Wald als Geldanlage

Waldinvestments sind Geldanlagen, die beispielsweise in Form von Aktien, Direktinvestments, Zertifikaten, Genussrechten oder Anleihen daherkommen. Investiert wird in Holz oder gleich in ganze Wälder. Lange Laufzeiten sind hier keine Seltenheit: Sie liegen oft bei über 20 Jahren. Auch die Renditeversprechen sind üppig. Doch Verbraucherschützer sind skeptisch. Auch wenn der Baum wächst, macht die Rendite nicht automatisch mit.
Waldinvestments sind eine spekulative Geldanlage von der vor allem Kleinanleger besser die Finger lassen. Die langen Laufzeiten machen den frühen Ausstieg oft nur unter großen Verlusten möglich - oder gar nicht. Die Renditen sind nicht vorhersagbar, weil der Wert stark von der Nachfrage abhängt. Und die schwankt wie die Wipfel im Wind. Weitere Risiken sind Schäden durch Stürme, Brände und Schädlinge.
Ein Test der Stiftung Warentest bestätigt die Bedenken der Verbraucherschützer zu Waldinvestments. Sie hat für ihre Januarausgabe (01/2018) sieben Produkte getestet - und alle fielen mit der Note "mangelhaft" durch. Darunter waren auch seriöse Anbieter wie Miller Forest und Forest Finance. Das Fazit: Die Risiken sind deutlich höher als die Renditechancen.

Solaraktien: Die Sonne zu Geld machen?

Auch sogenannte Solaraktien sind eine klassische grüne Geldanlage. Mit den Anteilen von Solarunternehmen unterstützen Anleger die Erzeugung von Solarstrom, also einer regenerativen, "grünen" Form der Energiegewinnung. Solaraktien gelten als sehr risikoreiche Gelanlage. Denn der Markt ist unberechenbar. In den vergangenen Jahren gingen hierzulande sogar große Konzerne wie Q-Cells, Solarworld und Conergy in die Insolvenz.
Grund für die Insolvenzen war auch die übermächtige Konkurrenz aus China, die inzwischen jedoch selbst Verluste verzeichnet. Auch wenn der Boom vorbei und insgesamt ein Abwärtstrend zu erkennen ist, kann sich eine Investition in die Sonnenenergie noch lohnen. Für Anfänger und Kleinanleger sind Solaraktien jedoch nicht geeignet. Und als alleinige Anlageform schon gar nicht.

Risiko hängt von Geldanlageform ab

Laut Verbraucherzentrale wird zwischen drei Geldanlageformen unterschieden: Sparanlagen, Aktien und Investmentfonds sowie Kapitalanlagen. Die von einigen Banken angebotenen klimafreundlichen Sparanlagen gibt es etwa als Sparbücher, Sparbriefe, Ratensparverträge oder Wachstumssparen. Aktien und Investmentfonds gehören zu den riskanteren Formen der Geldanlage, da nur in einen begrenzten Bereich wie Solarenergie oder Windenergie investiert wird.
Zu den Kapitalanlagen zählen geschlossene Fonds oder Genussrechte. Diese Anlagen sind sehr riskant, da die Anleger in ein bestimmtes Unternehmen oder Projekt investieren. Bei einer Insolvenz droht der Totalverlust des eingesetzten Vermögens. Generell gilt: Je höher die Renditeversprechen sind, desto größer ist in der Regel auch das Risiko.

Hinweis zu dieser Seite

Wir weisen darauf hin, dass wir auf dieser Seite Geldanlagen lediglich exemplarisch vorstellen. Die Nennung ist nicht mit einer Empfehlung zum Kauf verbunden. Der Erwerb der genannten Vermögensanlagen kann mit erheblichen Risiken verbunden sein und zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.
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Quelle: BerlinOnline/Berliner Stadtwerke/Stiftung Warentest/Verbraucherzentrale NRW

| Aktualisierung: 9. Juli 2018