Grüne Geldanlage: Was ist das?

Grüne Geldanlage: Was ist das?

Grüne oder klimafreundliche Geldanlagen versprechen Rendite und ein gutes Gewissen noch dazu. Doch Vorsicht: Greenwashing gibt es auch hier.

Nachhaltige Geldanlagen

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Ähnliche Rendite: Klimafreundliche Aktienfonds sind eine echte Alternative zu konventionellen Aktienfonds.

Wer sein Geld mit gutem Gewissen anlegen will, wird mit Angeboten zu grünen Geldanlagen überschüttet. Denn das Label Nachhaltigkeit zieht auch bei Kohle. Doch was sind grüne Geldanlagen überhaupt? Darf jeder sein Finanzprodukt so nennen und bewerben?

Grün ist eine Frage der Definition

Grüne, klimafreundliche oder nachhaltige Geldanlagen sind Finanzprodukte, die - vereinfacht gesagt - in einen guten Zweck investieren. Oft ist das der Umweltschutz, manchmal aber auch bestimmte ethische und soziale Grundsätze. Regenerative Energien können also genauso dazu gehören wie fair produzierter und gehandelter Kaffee. Andere Anbieter schließen lediglich aus, dass das Geld in die Kernenergiebranche fließt oder indirekt den Regenwald rodet.
Feste Kriterien dafür, was eine grüne Geldanlage ist, gibt es leider nicht. Die Definition schreibt sich also jeder ein bisschen selbst. Und so tummeln sich neben seriösen Anbietern auch viele schwarze Schafe in der Branche, die vor grasgrünem Hintergrund zum Teil hochriskante und sogar betrügerische Produkte anbieten. Verbrauchern bleibt also nichts anderes übrig als sich umfassend zu informieren ehe sie eine Entscheidung treffen.

Vier Ansätze bei nachhaltigen Geldanlagen

Dabei kann es helfen, die vier grundlegenden Ansätze für klimafreundliche Geldanlagen zu kennen. Der erste setzt auf Negativ- oder Ausschlusskriterien. Das bedeutet, dass Investitionen in bestimmte Bereiche wie etwa Kernenergie, Kohle oder Öl ausgeschlossen werden. Der zweite nennt sich Positivkriterien: Investiert wird in "grüne" Branchen wie erneuerbare Energien. Hier ist Vorsicht angesagt. Denn das Geld kann auch an ein Unternehmen fließen, bei dem Erneuerbare nur einen kleinen Teil der Umsätze ausmachen und gleichzeitig hohe Gewinne durch Atomkraft oder fossile Brennstoffe erwirtschaftet werden.
Grundsatz Nummer drei heißt Best-in-Class. Bei diesem Ansatz werden Firmen einer Branche ausgewählt, die im Vergleich mit der Konkurrenz besonders umweltfreundlich sind. Auch hier können sich Atom- oder Ölindustrie einschleichen. Der vierte Ansatz berücksichtigt das Engagement. Er fragt, in welchem Umfang die Aktionäre eines Unternehmens ihre Mitspracherechte nutzen, um die Verbesserung von Umweltstandards zu erwirken.

Nachhaltig heißt nicht gleich sicher

Grüne Geldanlagen sind nicht per se sicherer oder riskanter als konventionelle. Vielmehr kommt es auf die Anlageform an. Es gibt offene und geschlossene Fonds, Genussscheine und Aktien, Sparbriefe und Bonds. Auch Beteiligungsdarlehen sind eine mögliche Form der Kapitalanlage, wobei nachrangige Papiere mehr Rendite bringen, aber auch mehr Risiko bergen. Je nach Form und Investitionssumme gehen die Käufer eben ein höheres oder niedrigeres Risiko ein.
Das gleiche Prinzip gilt auch für die Renditen: Nachhaltige Investments werfen nicht zwangsläufig weniger davon ab als klassische, aber auch nicht mehr. Das zeigen verschiedene Studien z.B. der Ratingagentur Scope, die mehrere Standardprodukte mit einer Gruppe von nachhaltigen Pendants verglichen hat. Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen auch eine Studie der Universität Kassel und hunderte andere, die sich dem Thema mit einem wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Anspruch widmeten.
Genau hinschauen
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Quelle: BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: 9. Juli 2018