Baumaterialien können Energieverbrauch senken

Baumaterialien können Energieverbrauch senken

Neue Produkte senken den Energieverbrauch, beim Bau eines Hauses oder bei der Altbausanierung.

Beschichteter Ziegelstein

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Beschichtete Ziegelsteine wie dieser vom Energie Campus in Nürnberg helfen, die Wärmedämmung von Wandbaustoffen zu verbessern.

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden beim Bauen immer wichtiger. Ziel ist es, beim Bauen Energie zu sparen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und damit auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Als Antwort auf hohe Energiepreise und die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entwickelt die Branche ständig neue energiesparende Produkte.

Neue Bauteile für Altbausanierung

«Auch für Altbausanierungen werden neue Bauteile und Bauprodukte entwickelt, die das Bauen im Bestand erleichtern und verbessern», sagt der Architekt Ulrich Zink von Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung in Berlin. Durch solche intelligenten Produkte werde die Weiterverwendung und Umnutzung von Gebäuden möglich. Dies diene im Sinne von Nachhaltigkeit der Schonung von Ressourcen und Energie.

Passivhäuser aus Ziegelsteinen

Energiesparhäuser brauchen gut isolierte Außenwände. Künftig lassen sich hochgedämmte Außenwände von Passivhäusern, die im Vergleich zum Niedrigenergiehaus rund 80 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen, schon aus Ziegelsteinen herstellen. In der Vergangenheit sei dies nur mit einer Zusatzdämmung, einem sogenannten Wärmedämm-Verbundsystem, möglich gewesen, heißt es bei der Unipor-Gruppe in München.

Mit Dämmstoffen gefüllte Lochziegelsteine

Voraussetzung für monolithisches - also einschaliges - Ziegelmauerwerk in Energiesparhäusern sind mit Dämmstoffen gefüllte Lochziegelsteine. Auf dem Markt ist beispielsweise der «W07 Coriso» von Unipor. Auf der «BAU», der weltweit größten Baumesse, wurde er mit dem Zertifikat «Passivhaus geeignete Komponente» des Passivhaus Instituts in Darmstadt ausgezeichnet. Angeboten werden mit Dämmstoff gefüllte Ziegel aber auch von Herstellern wie Wienerberger oder Schlagmann.

Innendämmung bei Altbauten wichtig

Bei der Sanierung von Altbauten steht derzeit das Dämmen im Innenbereich im Mittelpunkt. «Bei aufwendigen Fassaden, Denkmälern und Grenzbebauungen kommt eine Außendämmung nicht in Frage», sagt Zink. Doch Innendämmungen sind bauphysikalisch problematischer, da es bei Fehlern in der Ausführung zu Feuchtigkeitsanreicherung in den Wänden und Schimmelpilzbildung kommen kann.

Diffusionsoffene, kapillaraktive Dämmstoffe

Innendämmungssysteme gibt es mit Dampfsperren, die sehr sorgfältig ausgeführt werden müssen, da sonst Bauschäden drohen. Als Alternative können Innendämmungen auch mit sogenannten diffusionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen ausgeführt werden. Diese transportieren die im Bauteilinneren anfallende Feuchtigkeit an die Oberfläche, wo die Feuchtigkeit verdunstet. Kapillaraktive Innendämmstoffe haben - so der Hersteller Remmers - allerdings ein schlechteres Wärmedämmvermögen und erfüllen die Kriterien der EnEV mit akzeptablen Aufbauhöhen nicht.

Hartschaumplatten mit mineralischer Füllung

Um nach den verschärften Bestimmungen der EnEV ausreichend zu dämmen und Durchfeuchtungen vorzubeugen, wurde deshalb das Dämmsystem «IQ-Therm» entwickelt. «Es besteht aus einer Kombination einer hochwärmedämmenden Hartschaumplatte mit einer integrierten kapillaraktiven mineralischen Füllung», sagt Anton Schulte von Remmers. Das System komme ohne Dampfsperren aus, da die Füllung Feuchtigkeit aus den Mauern abführe, Innenraumfeuchtigkeit aufnehme und bei trockener Raumluft abgeben könne.

Estrich trocknet innerhalb von vier Stunden

Bauen im Bestand fordert in der Regel kurze Bauzeiten, damit die Nerven der Bewohner nicht unnötig strapaziert werden. «Lange Trocknungszeiten beim Estrich von bis zu vier Wochen sind deshalb ein Problem», sagt Christian Schmelzer vom Hersteller Ardex. Eine Lösung biete hier das Estrichbindemittel «Ardex A 38». Durch den Zusatz dieses Bindemittels könne neuer Zementestrich bereits nach vier Stunden mit Fliesen belegt werden. Der Estrich sei nach vier Stunden zwar noch nicht ausgetrocknet. Durch den Zusatz schwinde er beim Trocknen aber nicht und bleibe plan.

Dachfenster mit Photovoltaik-Modul

Auch der Austausch veralteter Bauteile gegen moderne mit Komfort steigert den Wert von Immobilien. Energieautark beispielsweise ist ein Dachfenster mit integriertem Photovoltaik-Modul, das per Fernbedienung geöffnet und geschlossen werden kann. «Kombiniert mit einem Solar-Rollladen, der wie das Solar-Dachfenster in seiner Energieversorgung autark ist, kann der Wärmeschutz der Fenster zusätzlich verbessert werden», erläutert Thomas Greiser vom Hersteller Velux. Das System sei dadurch nicht nur komfortabel, sondern trage zum Energiesparen bei.
Hausbau in Berlin
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: 29. Juni 2018