Wind macht Watt

Wind macht Watt

Die Windkraftanlagen in der Region versorgen Berliner Haushalte mit nachhaltig erzeugter Energie. Ein Teil des Stroms kommt aus Pankow.

Windräder

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Die Bedeutung der Windkraft am Energiemix nimmt zu. Damit aus dem lauen Lüftchen starker Strom wird, werden immer mehr Windräder aufgestellt. In der Region sind vor allem die Brandenburger Felder mit den riesigen Propellern bestückt und bilden ganze Windparks, aber auch in Berlin wird der Wind zunehmend geerntet und der Strom direkt verbraucht oder ins Netz eingespeist.

Windkrafträder in Berlin

Die Berliner Windkraftanlagen stehen natürlich am Stadtrand. Nämlich in Buch westlich der Schönerlinder Straße im Autobahndreieck Pankow und in der Stadtrandsiedlung Malchow, die ebenfalls zum Bezirk Pankow gehört. Beide Windräder, die es auf eine stattliche Höhe von jeweils 179 Metern und einen Rotordurchmesser von 82 Metern bringen, werden von der Neue Energie Berlin GmbH betrieben.
Hinzu kommen viele kleine Windräder, deren nachhaltig produzierter Strom oft vor Ort verbraucht wird. Beispiele sind die sogenannten Kleinwindenergieanlagen auf dem Gasometer in Schöneberg oder am Bahnhof Südkreuz, die die E-Carsharing und E-Bikesharing-Station auf dem Bahnhofsvorplatz mit grüner und dezentral erzeugter Energie versorgen.

Von Berlin nach Brandenburg und zurück

Die vielen kleinen Berliner Windräder - und die zwei großen - sind umzingelt von knapp 4000 Windkraftanlagen im Land Brandenburg. Besonders viele stehen in der Uckermark, im Landkreis Oder-Spree und im Havelland ganz in der Nähe der Stadtgrenze. Der Ökostrom aus Brandenburg landet im Netz - und damit auch in Berlin.
Inzwischen gibt es einen Berliner Energieanbieter, der eine eigene Windkraftanlage in Brandenburg errichtet hat und betreibt. Die Berliner Stadtwerke haben ihr erstes, 200 Meter hohes Windrad in Großbeeren südöstlich von Berlin aufgestellt. Es kann rund 3800 Haushalte mit Strom versorgen. Der Aufbau weiterer Anlagen - beispielsweise auf Grundstücken der Berliner Stadtgüter - sind geplant. Der Strom entsteht also (fast) direkt vor der Haustür.

Vom Windrad bis zur Steckdose

Damit aus Wind Strom wird, wandeln Windräder kinetische in elektrische Energie um. Dafür fangen die speziell geformten Rotorblätter den Wind ein. Die Strömung versetzt den Rotor in Drehung. Diese Drehenergie wird wiederum mithilfe eines Generators in Strom umgewandelt. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einem Fahrraddynamo.
Es gibt einen einfachen Grund, warum das so weit oben passiert. Die Windräder sind nicht etwa so hoch, weil am Boden kein Wind weht. Er weht 100 Meter über dem Boden einfach mit höheren Geschwindigkeiten und gleichmäßiger, weil keine Hindernisse wie Bäume und Häuser den Luftzug stören. So kann am gleichen Standort mehr Strom erzeugt werden.
Solarmodul am Hauptbahnhof
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Quelle: BerlinOnline/NEB/Berliner Stadtwerke/Bundesverband Windenergie

| Aktualisierung: 2. Juli 2018