Onlineshopping: Sicher im Internet bezahlen

Onlineshopping: Sicher im Internet bezahlen

Onlineshopping ist bequem und die Bestellung schnell geliefert. Allerdings entspricht die erhaltene Ware nicht immer den Erwartungen und in einigen Fällen wird sie gar nicht erst geliefert. Wer die falsche Zahlungsart gewählt hat, hat als Käufer dann schnell das Nachsehen.

Rechnung oder Lastschrift

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Damit einem die Freude am Onlineshopping nicht vergeht, sollte man eine sichere Bezahlart wählen - etwa Rechnung oder Lastschrift. Foto: Christin Klose/dpa

Opfer von Warenbetrügern bezahlen meist per Vorkasse, erhalten die bestellten Produkte aber nie. Betrügern kann man aber schon mit dem Zahlungsweg das Wasser abgraben und sich gleichzeitig vor Querelen um Lieferzeiten oder das Produkt an sich wappnen.
Onlineshopping-Falle Vorkasse
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Wer bei dem falschen Onlineshop auf Vorkasse bezahlt sieht sein Geld meist nicht mehr wieder.

Niemals auf Vorkasse bezahlen

Denn die gibt es auch bei seriösen Händlern. Die einfache Regel: niemals Vorkasse. «Beim Kauf auf Lastschrift kann ich das Geld zurückholen, wenn etwas nicht stimmt mit der Ware», erklärt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Oder: «Bei einer Rechnung bezahle ich nichts, wenn nichts kommt.»

Unbekannte Webshops genau prüfen

Bei unbekannten Webshops sollten Kunden erst recht nicht per Vorkasse zahlen. Das rät die Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Wenn allein diese Zahlungsmethode angeboten wird, sollte man aufhorchen. Vor dem Bestellen bei einem nicht bekannten Onlineshop sollten Verbraucher außerdem einen Blick auf die Erfahrungsberichte anderer werfen. Dazu kann man den betreffenden Shop einfach bei einer Suchmaschine eingeben. Fallen mehrere Berichte negativ aus, heißt es: Finger weg!
Onlineshopping
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Onlineshopper bestellen laut einer Umfrage eher auf einer Seite, die von anderen Nutzern gut beurteilt wurde. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Die Liste von Händlern, über die sich Kunden bei den Verbrauchschützern beschwert haben, wird den Angaben nach immer länger.
Bekannte Prüfsiegel wie das vom TÜV können ein Indiz für einen seriösen Shop sein. Aber Vorsicht: Die kleinen Bildchen der Prüforganisationen kann jeder leicht kopieren, sie allein sorgen noch nicht für Sicherheit. Bei unbekannten Shops ruhig einen Blick in das Impressum wagen. Eine Adresse auf fernen Inseln sollte stutzig machen.
Alle Tipps rund um sicheres Shoppen im Internet hat die Seite www.verbraucher-sicher-online.de zusammengestellt.

Sichere Zahlungsmethoden Rechnung und Lastschrift

Rechnung und Lastschrift sind hierzulande also aus guten Gründen die Favoriten beim Bezahlen im Netz. Auf sie gehen zusammen mehr als die Hälfte der Zahlungen in deutschen Online-Shops zurück: Der Anteil der Rechnung am gesamten E-Commerce-Umsatz liegt bei 30,5 Prozent, wie aus der Studie Online-Payment 2017 des EHI Retail Institutes hervorgeht. Bei der Lastschrift sind es 20,2 Prozent.

Paypal führt Markt der Bezahldienste an

Die Bezahldienste führt Paypal an: Laut EHI-Studie werden 17,9 Prozent des E-Commerce-Umsatzes über diese Zahlart abgewickelt. Mit weitem Abstand folgen Sofort (vormals Sofortüberweisung, 2 Prozent Umsatz-Anteil) und Amazon Pay (1,1 Prozent). Es gibt noch weitere Anbieter, wie die von Banken und Sparkassen initiierten Zahldienste Giropay und Paydirekt. Sie haben aber eine so geringe Bedeutung, dass die Studie sie gemeinsam unter Sonstige (2,1 Prozent) führt.
Vorsicht bei Onlinezahlungen mit Kreditkarten
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Wer mit Kreditkarte im Webshop bezahlt, hat keinen Anspruch auf Rückerstattung.

Vorsicht: Kredikartenzahlung ist Kauf auf Vorkasse

Kreditkarten sind mit einem Umsatz-Anteil von 12,2 Prozent an den Onlinekäufen recht verbreitet - laut EHI vor allem dank geringer Gebühren. Aber: «Generell ist Kreditkarte auch ein Vorkasse-Kauf», stellt Tryba klar. Zudem gebe es zwar für Kreditkarten-Käufer Schutz in Bezug auf missbräuchliche Nutzung. «Missbrauch ist hier aber anders gemeint», so der Verbraucherschützer - etwa wenn mit einer gestohlenen Karte bezahlt oder die Unterschrift gefälscht wird. Beim Online-Shopping bestätige man ja, dass man genau diesem Händler Geld schicken möchte.
Es könne zwar sein, dass das kartenausgebende Institut weitergehende Garantien, etwa bei Nichtlieferung, gibt. «Das Ganze ist für den Verbraucher zu kompliziert», findet Tryba aber. Man muss die Kartenbedingungen schon genau studieren, um zu wissen, ob und wann man echte Reklamationsansprüche von Buchungen hat.
Der Anteil der klassischen Vorkasse per Überweisung durch den Käufer am E-Commerce-Umsatz liegt der EHI-Studie zufolge zwar nur bei 4 Prozent. Faktisch handelt es sich aber auch bei Giropay, Paydirekt oder Sofort um Vorkasse: Über den Bezahldienst loggt man sich bei seiner Bank ein und überweist direkt samt TAN-Eingabe.

Käuferschutz stärkt Verbraucher beim Onlineshopping...

Allerdings gibt es da noch den Käuferschutz als eine Art Geld-zurück-Garantie, den Amazon Pay, Paydirekt, Paypal oder Sofort anbieten, und der auch bei Direkt-Überweisungen das Käuferrisiko minimieren kann. Der Käuferschutz greift in der Regel, wenn Bestelltes nicht geliefert wurde, nicht der Produktbeschreibung entspricht, fehlerhaft oder defekt ist. Meist legen die Dienste aber Ausnahmen und Fristen fest. «Die stellen immer Bedingungen oder schließen etwas aus», erklärt Tryba. «Man muss sich das leider immer etwas genauer ansehen.»

... ist aber rechtlich nicht bindend

Rechtlich bindend sind Käuferschutz-Entscheidungen von Bezahldiensten zwar nicht. Das hat der Bundesgerichtshof in Fällen entschieden, bei denen Paypal Streitigkeiten zugunsten von Käufern entschieden und ihnen den Kaufpreis zulasten der Händler zurückerstattet hatte (AZ: VIII ZR 83/16 und VIII ZR 213/16t). In solchen Fällen könnten Verkäufer immer noch klagen, so der BGH. Gleichwohl bleibe der Käufer im Vorteil, da erst einmal der Verkäufer den Schwarzen Peter habe und klagen müsse.
Problematischer Datenschutz bei Zahlungsanbietern
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Viele der Zahlungsanbieter verdienen auch an den Daten der Nutzer.

Problematischer Datenschutz bei Bezahldiensten

Aber auch der Käuferschutz kann seinen Preis haben: Daten. Zum einen sind die Datenschutzerklärungen der Bezahldienste häufig unkonkret und unverständlich, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert, der sechs Anbieter untersucht hat. Zum anderen arbeiteten die Dienste oft nicht datensparsam. Teils würden die erhobenen Daten zu Marketingzwecken mit Dritten geteilt oder fließen laut vzbv in Nutzerprofile ein - etwa bei Amazon Pay und Paypal.

Händler tragen Kosten der Zahlungsanbieter

Fast jede Bezahlart kostet Gebühren, die meist der Händler übernimmt, und manchmal ganz oder teilweise an den Käufer weiterreicht. Der Gesetzgeber schreibt Online-Shops mindestens eine dem Kunden zumutbare Gratis-Zahlart vor. Dass Direkt-Überweisungen, bei denen man einem Dritten kurzzeitigen Zugriff auf sein Bankkonto gewähren und in den Abruf von Kontodaten einwilligen muss, nicht dazugehören, hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az.: 2-26 O 458/14).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Januar 2018 10:36 Uhr

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