Tipps für besseres WLAN in der Wohnung

Tipps für besseres WLAN in der Wohnung

Die schnelle Internet-Flatrate ist bestellt und bezahlt, doch die Downloads dauern trotzdem und beim Streaming stockt das Bild? Nicht immer ist daran der Provider schuld. Viele Störquellen sind hausgemacht und lassen sich beseitigen.

Symbol für funktionierendes WLAN

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Freie Bahn im WLAN wünschen sich alle.

Alles ist nach Anleitung aufgebaut, der Router hängt an der Buchse, und die richtigen Lämpchen leuchten. Doch irgendwie kommt das WLAN nicht in Fahrt. Downloads dauern ewig, Filmstreams bleiben stehen, in der Küche gibt es kein Netz. Das kommt häufiger vor als man denkt.

WLAN Geschwindigkeit online testen

Eventuell ist an den Störungen der Provider schuld. Auf Webseiten wie speedtest.net können Nutzer überprüfen, wie schnell der Breitbandanschluss zu Hause wirklich ist. Holger Skurk vom IT-Verband Bitkom rät, den Test wenn möglich zweimal zu machen: Einmal am Netzwerkkabel und einmal über das drahtlose Netz. «Wenn die drahtlose Performance da schlechter ist als über Kabel, wird es wohl am WLAN liegen», sagt der Experte.
Der richtige Routerstandort
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So sieht ein guter Routerstandort aus. Frei, ohne Hindernisse und leicht erhöht muss die Funkstation stehen. Foto: Andrea Warnecke

Standort des Routers überprüfen

Liegt es nicht am Provider, müssen weitere mögliche Störungsquellen ausgeschlossen werden. Das Wichtigste für ein fehlerfreies Drahtlosnetzwerk ist der Standort des Routers. «Er sollte gut sichtbar für den Klienten, also den Rechner, aufgestellt sein», erklärt Skurk. «Bringen Sie das WLAN da hin, wo Sie es brauchen», sagt Ernst Ahlers von der Computerzeitschrift «c't». Wer das Netz hauptsächlich im Wohnzimmer nutzt, sollte deshalb am besten auch dort den Router platzieren. Das geht natürlich nicht immer.

Drei Grundregeln für die richtige Platzierung

«Man hat bei der Stelle eigentlich kaum eine Wahl, weil der Router dort platziert werden muss, wo die Telefonleitung ankommt», sagt Tomasz Czarnecki aus dem Testcenter der Fachzeitschrift «Chip». Für die richtige Platzierung gibt es aber ein paar Grundregeln. Der Router sollte leicht erhöht und frei stehen. Außerdem sollten möglichst keine Pflanzen oder Metallgegenstände in direkter Nähe sein. Häufig sind es Lautsprecher oder auch Trockengestelle für Wäsche die das Netzwerk ausbremsen. Deswegen haben sie in der Nähe des Routers nichts zu suchen.

Auch die Ausrichtung spielt eine Rolle

Auch die Ausrichtung ist wichtig. «Es kann schon helfen, den Router um 45 oder 90 Grad zu drehen», sagt Ahlers. Sind die Antennen frei einstellbar, findet man gute Konfigurationen in der Anleitung. Wirkung zeigt das aber meist nur, wenn die Entfernung zwischen Sender und Empfänger nicht mehr als ein paar Meter beträgt. Die Stärke des Funksignals zwischen Router und Rechner lässt sich an der Balkenanzeige in Windows ablesen. «Allerdings geht die Signalstärke nicht notwendigerweise mit der Übertragungsrate einher», warnt Skurk.

WLAN mit eigenen Namen und Passwort versehen

Diverse Einstellungen gibt es auch in der Router-Software. Ernst Ahlers empfiehlt ein personalisiertes WLAN mit eigenen Namen und Passwort. «Wenn der Nachbar den gleichen Routertyp verwendet, dann kann der Client nicht entscheiden: Nimmt er das WLAN «Fritz!Box 7490» des Nachbarn oder das WLAN «Fritz!Box 7490» von Ihnen.» Ansonsten finden moderne Router die wichtigen Einstellungen meist automatisch.

Zwei separate Frequenzbänder für WLAN

Generell gibt es für WLAN zwei Frequenzbänder: 2,4 Gigahertz (GHz) und 5 GHz. «5 GHz ist sinnvoll, wenn ich viele Daten über eine kürzere Entfernung übertragen will», sagt Dirk Böttger, Leiter Endgeräte Festnetz bei der Deutschen Telekom. Im 2,4-GHz-Band können mehr Geräte Störungen verursachen - etwa Babyphones, Mikrowellen oder Bluetooth-Kopfhörer. Dafür ist die Reichweite höher. Das Funksignal beim 5-Gigahertz-Band wird stärker durch Wände und andere Hindernisse gedämpft. Moderne Router bieten meistens beide Bänder an. Je nach unterstütztem Gerät wird das jeweils bessere Frequenzband gewählt.

Dem Router die Kanalwahl überlassen

Die Frequenzbänder selbst sind noch einmal in Kanäle unterteilt. Hier drohen weitere Störungen. Etwa wenn zwei Netzwerke auf dem gleichen Kanal funken.
Der Frequenzbereich für WLAN in Europa ist in 13 Kanäle aufgeteilt, damit sich nahe beieinanderliegende Netzwerke nicht stören. «In einem Mietshaus mit 6 Nachbarn, die alle WLAN nutzen, wird es schnell eng», warnt Ernst Ahlers, Redakteur der Computerzeitschrift «c't». Mehr als 3 Netze sind kaum störungsfrei nebeneinander zu betreiben. Der Grund: Die Funkkanäle liegen eng beieinander und kommen sich dadurch in die Quere.
DSL Vegleich
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Der Expertenrat: Am besten dem Router die Kanalwahl überlassen. «Die beste Chance ist, die Automatik eingeschaltet zu lassen und zu hoffen», sagt Ahlers. Auch Dirk Böttger empfiehlt die Automatik für Einsteiger: «Für jemanden, der sich damit auskennt, kann es aber durchaus sinnvoll sein, dass er sich über eine feste Kanalwahl Gedanken macht.» «Das kann aber ein Katz-und-Maus-Spiel werden», warnt Ahlers, etwa wenn der Router des Nachbarn daraufhin seinerseits ein neues Netz wählt. Außerdem stellen manche Nutzer ihre Router ab, wenn sie das Haus verlassen. So herrschen abends plötzlich ganz andere WLAN-Bedingungen als am Tag.

WLAN-Netze in der Nachbarschaft prüfen

Einen Überblick über WLAN-Netze in der Nachbarschaft und die von ihnen genutzten Kanäle bieten meist die Router-Software oder spezielle Smartphone-Apps. «Für Android zum Beispiel die DSL-Hilfe App der Telekom, WiFi Analyzer oder Coverage Mapper, wo ich feststellen kann, wer noch auf meinem Kanal unterwegs ist», sagt Böttger. «Meistens ist es tatsächlich so, dass das ganze Frequenzband von irgendwelchen WLAN-Netzen belegt ist», sagt Czarnecki. «Aber ich sehe immer Bereiche, in denen die Störungen von anderen WLANs am schwächsten sind.» Hier könnte der eigene Funkverkehr besser fließen.
WLAN-Repeater
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WLAN-Repeater werden zwischen Router und Empfängern aufgestellt und tragen das Funksignal weiter. (Foto: Armin Weigel)

Reichweite mit Repeatern steigern

In einem Einfamilienhaus ist manchmal auch einfach die Distanz von Sender zum Gerät zu groß. Hier kann der Einsatz eines sogenannten Repeaters oder Access Points helfen, der die Reichweite des Signals im Idealfall verdoppelt. Access Points werden per Netzwerkkabel oder über einen Powerline-Adapter durch das Hausstromnetz mit dem Router verbunden. Rund um ihren Standort bieten sie dann einen weiteren drahtlosen Zugang zum Netzwerk.

Verstärktes Signal aber halbierte Datenrate

Vorteil der Repeater: Sie sind günstiger und einfach zu installieren. Weil sie allerdings sowohl mit dem Router als auch mit dem verbundenen Gerät kommunizieren müssen, leidet die Datenübertragungsrate. «Die Datenrate sinkt dabei aber auf die Hälfte oder weniger, weil jedes Datenpaket zweimal durch die Luft geht», sagt Ahlers und rät, stattdessen ein Kabel bis zum Repeater zu legen.

Bei älteren Routern Software prüfen

Bei alten Routern kann es sich auch lohnen, die Firmware zu aktualisieren. Welche Version gerade installiert ist, lässt sich in der Regel auf der Webseite des Herstellers herausfinden. Hier wird auch am besten die neue Firmware heruntergeladen. Von der Installation fremder Routersoftware rät Ahlers ab: «Es kann passieren, dass man sein Gerät so zerschießt, dass es ganz kaputt geht.»

Tipps im Überblick: Wie lassen sich WLAN-Störungen beheben?

  • Geschwindigkeit des Breitbandanschlusses prüfen
  • Router erhöht und frei platzieren
  • Ausrichtung des Routers ändern
  • WLAN Name personalisieren
  • Signal mit Repeater verstärken
  • Kanalwahl des Routers manuell festlegen
  • Software des Routers aktualisieren

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Januar 2018 18:23 Uhr

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