Videotelefonie mit Senioren: Technische Hürden gemeinsam meistern

Videotelefonie mit Senioren: Technische Hürden gemeinsam meistern

Während die meisten sich aufgrund der Corona-Krise in sozialer Distanzierung üben und ihre Kontakte über Messenger Dienste und Videotelefonie weiter pflegen, bleiben die Seniorinnen und Senioren dabei schnell auf der Strecke. Für ältere Menschen kann die Benutzung von Whatsapp, Zoom und Co. eine echte Herausforderung sein.

Seniorin und Telefon

© dpa

Eine Seniorin tippt auf ihrem Smartphone.

Als Risikogruppe müssen Senioren noch penibler auf Distanzierung achten, gleichzeitig fällt es ihnen aber ungleich schwerer mit ihrem sozialen Umfeld zumindest online den Kontakt zu halten.
Gerade an Feiertagen verstärkt sich dann schnell das Gefühl der Einsamkeit. Social Distancing muss aber nicht in der völligen Isolation enden. Freunde und Verwandte können den älteren Menschen in ihrem Umfeld helfen und sie an das Telefonieren per Video heranführen.

Telefongespräche ersetzen Videoanrufe nicht

Ein einfacher Anruf genügt, um kurz von sich hören zu lassen. Ein Telefonat mit Bild hat aber eine größere emotionale Wirkung. Das Gefühl von Nähe wird verstärkt, was auch einen positiven Effekt auf die Stimmung hat. Unmut darüber, den Kontakt zu den Liebsten zu verlieren kommt gar nicht erst auf.

Besondere Gelegenheiten über Videoanrufe teilen

Ganz besonders an Feiertagen wie Ostern, Geburtstagen oder anderen Familienzusammenkünften sollte an die Senioren gedacht werden. Freudige Ereignisse wie das Ausblasen der Geburtstagskerzen oder Auspacken der Geschenke können online gemeinsam erlebt und geteilt werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt, alle bekommen ein besseres Bild, wie es den Gesprächsteilnehmern tatsächlich geht. Das wirkt auf die Beteiligten oft beruhigend.

Verständnis mitbringen

Senioren mit der neuen Technik vertraut zu machen kann für beide Seiten frustrierend sein. Ältere Menschen fehlt dabei oft der selbstverständliche im Umgang mit Online-Tools, während die hilfsbereite Verwandtschaft mit Unverständnis auf die vermeintlich einfachen Fragen reagiert.
Das erste Gebot lautet daher geduldig zu sein. Jeder sollte bereit sein die Funktionsweise einer App mehrfach zu erklären. Auch sollten die Erklärungen langsam und schrittweise erfolgen. Wer schnell und Vieles auf einmal erklärt überfordert unbedarfte Nutzer nur.

Einführung vorbereiten

Um Problemen vorzubeugen kann auch über die Anschaffung eines eigenen Gerätes nachgedacht oder das vorhandene ausgeborgt und die Telefonsoftware auf diesem Wege vorinstalliert werden. Die oft noch kompliziertere Installation der App fällt dann schon einmal weg.
Es bietet sich auch an, eine Anleitung vorzubereiten und zuzusenden. Die Anleitung sollte dabei möglichst detailliert sein und auch Screenshots der einzelnen Schritte enthalten.

Welche App für Videotelefonie?

Es sollte nicht einfach die nächstbeste App genommen werden. Eine vorherige Prüfung der Anforderungen und Möglichkeiten hilft Misserfolge zu vermeiden. Am besten einigt man sich auch gleich in der gesamten Familie oder im Freundeskreis auf eine gemeinsame App, da die unterschiedlichen Dienste nicht miteinander kompatibel sind.
Wird bereits eine bestimmte App genutzt, die auch Videoanrufe anbietet? Je bekannter eine Anwendung ist, desto einfacher lässt sie sich erlernen. Oder ist eine App zumindest schon vorinstalliert? Dessen Nutzung sollte als erstes in Betracht gezogen werden. Es sollte auch sichergestellt sein, dass Anrufe unkompliziert angenommen und genauso einfach auch selber getätigt werden können.
Für Applenutzer hat FaceTime zum Beispiel den Vorteil, dass es vorinstalliert ist und der Beantwortung eines normalen Telefonanrufs sehr ähnlich ist. Verbreitete und zuverlässige Lösungen für Android-Handys sind Zoom, Facebook Messenger, Google Hangouts, WhatsApp und Skype.

Richtiges Gerät wählen

Zwingend für das Videotelefonat sind eine funktionierende Kamera und ein Mikrophon. Bei den meisten Smartphones ist das kein Thema mehr. Bei älteren Computern oder Laptops kann es aber sein, dass diese nachgerüstet werden müssen.
Auch über die Größe des Screens sollte nachgedacht werden. Wer schlechte Augen hat kann mit einem kleinen Smartphone-Displays wenig anfangen. Tablett oder iPad sollten dann den Vorzug bekommen.

Was kostet Videotelefonie?

Sofern der Anruf über das eigene WLAN oder LAN erfolgt, sind die meisten Anbieter kostenlos. Kosten entstehen aber bei einer Nutzung über das Datenvolumen des Handys. Anrufe auf normale Festnetzanschlüsse über eine der Video-Anwendungen kann auch Gebühren verursachen und sollte daher am besten vermieden werden.

Schutz der eigenen Daten beachten

Die Grundregeln hinsichtlich des Datenschutzes sind auch bei der Videotelefonie wichtig. Die Applikation sollte über eine seriöse Quelle wie dem Appstore von Apple oder dem Playstore von Google installiert werden. Es sollte ein sicheres Passwort gewählt werden, also einmalig und mindestens acht Zeichen lang sein und Sonderzeichen sowie Groß- und Kleinbuchstaben enthalten. Wenn möglich, sollten die Zugriffsrechte der Apps über die Einstellungen des Geräts auf die notwendigen Daten beschränkt werden. Eingehende Anrufe von unbekannten Kontakten sollten ignorieret und nicht angenommen werden.

Whatsapp

  • Video- und Voiceanrufe
  • Instant Messaging
  • Gruppenanrufe mit mehreren Teilnehmern möglich
  • Vorwiegend für das Smartphone gedacht. Der Dienst kann aber auch auf Tablets und Computern installiert werden.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Kostenlos (WiFi oder mobile Daten)

Skype

  • Video- und Voiceanrufe
  • Instant-Messaging
  • Gruppenanrufe mit mehreren Teilnehmern möglich
  • Auf allen Computern, Tablets und Smartphones einsetzbar
  • Anmeldung: Eigenen Account, E-Mail, Telefonnummer
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Videogespräche und Messaging sind kostenlos (WiFi oder mobile Daten)
Arbeiten am Laptop
© Drobot Dean - stock.adobe.com

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Facetime

  • Video- und Voiceanrufe
  • Gruppenanrufe mit mehreren Teilnehmern möglich
  • Ausschließlich für iPad, iPhone oder Macbook-Geräte
  • Anmeldung: Telefonnummer, E-Mail, Apple-ID
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Kostenlos (WiFi oder mobile Daten)

Aktualisierung: Donnerstag, 2. April 2020 10:49 Uhr

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