Smartphones wenig nachhaltig: Was können Verbraucher tun?

Die Produktion von Smartphones ist umweltschädlich und häufig von Kinderarbeit betroffen. Erste Initiativen wollen das ändern. Aber auch Verbraucher können handeln.
Nachhaltig: Das Fairphone
Einen nachhaltigen Ansatz verfolgen die Hersteller des Fairphones. © dpa

In Smartphones steckt eine Vielzahl von Rohstoffen. Deren Abbau belastet die Umwelt. Und häufig befinden sich Minen in Konfliktgebieten, Kinderarbeit ist ein großes Problem. Als Verbraucher steht man dem beim Kauf eines technischen Geräts etwas machtlos gegenüber.

Nachhaltige Smartphones erkennen

«Verbraucher haben eigentlich keine Möglichkeit zu erkennen, welche Rohstoffe in einem technischen Gerät sind», sagt Jan Kosmol vom Umweltbundesamt. Auch der Preis sagt nichts über die Nachhaltigkeit der Produktion aus.

Siegel: Keine Lösung für Smartphones

Anders als bei Kleidung oder Lebensmitteln hält der Experte Siegel für wenig sinnvoll. Denn die Lieferketten bei technischen Geräten sind viel verzweigter und komplizierter. Wolle man das mit den Zertifikaten richtig machen, bräuchte man Dutzende. «Damit ist dem Verbraucher auch nicht geholfen.» Kosmol sieht das Thema eher zwischen Zivilgesellschaft, Politik und Industrie angesiedelt. Doch kann man als Verbraucher gar nichts tun?

Faire Produkte: Initiativen unterstützen

«Natürlich gibt es auch als Verbraucher Ansätze und Initiativen, die man unterstützen kann. Ein Beispiel ist das Fairphone», sagt Kosmol. Der Ansatz des niederländischen Sozialunternehmens ist es, seine Smartphones möglichst ohne Ausbeutung von Mensch und Natur zu produzieren und eine Bewegung für fairere Elektronik voranzutreiben. Auch beim Puzzlephone steht der Umweltaspekt im Fokus.

Reparaturfreundliche Geräte kaufen

Zumindest die Umweltbilanz lässt sich verbessern. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) rät etwa, besonders reparaturfreundliche Geräte zu kaufen. Diese müssen nicht bei jedem Schaden gleich komplett ersetzt werden. Ein Smartphone mit austauschbarem Akku und erweiterbarem Speicher lässt sich laut Umweltbundesamt (UBA) etwa länger nutzen als vergleichbare Geräte mit fest sitzendem Akku ohne Speicherkartensteckplatz.

Die DUH fordert auch ein «Recht auf Reparatur». Hersteller sollten verpflichtet werden, Ersatzteile, aber auch Reparaturanleitungen und Softwareupdates, zu einem angemessenen Preis zur Verfügung zu stellen. Auch müssten Standards zum Öko-Design festgelegt werden, damit Haltbarkeit, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und der Einsatz von Recyclingmaterialien im Markt zur Regel würden.

Einige Positivbeispiele zeigten, dass Umweltschutz auch bei Elektrogeräten möglich ist: Im Bereich Reparatur wurden Unternehmen wie Asus, Fairphone, Shift und Zyxel hervorgehoben, die Originale Ersatzteile für unabhängige Reparaturbetriebe und die Nutzer bereitstellten.

Schonender Umgang erhöht Lebensdauer

Ansonsten rät das UBA zur schonenden und langen Nutzung von Elektronikgeräten. Vor vermeidbaren Schäden schützen Hüllen oder Displayfolien.

Nachfragen: Druck auf Händler und Hersteller aufbauen

Verbraucher können Druck auf Händler und Hersteller ausüben - durch hartnäckiges Nachfragen: Sie sollten sich beim Kauf nach der Herkunft und den Produktionsbedingungen technischer Geräte erkundigen - auch wenn Händler und Hersteller die Informationen größtenteils noch nicht bereitstellen können.

Recycling: Hersteller nehmen alte Handys zurück

Nicht nur der Kauf eines technischen Gerätes kann einen Unterschied machen - sondern auch, was mit dem Smartphone passiert, wenn es ausgedient hat. Denn im Müll sollte es nicht einfach landen. Einige Hersteller nehmen die Geräte zurück. «Im besten Fall werden sie eingeschmolzen und wiederverwertet», erklärt Manfred Santen von Greenpeace. Verbraucher erkundigen sich am besten, ob ein Unternehmen das Gerät zurücknimmt - und was dann damit passiert.

Ausgediente Geräte können auch bei kommunalen Sammelstellen abgegeben werden oder man verkauft sie.

Gebrauchte Smartphones kaufen

Wenn möglich sollte auch nicht jedes Gerät neu angeschafft werden. In vielen Fällen können auch gebrauchte Geräte vorgezogen werden. Auch die DUH hat die Unternehmen aufgefordert, gebrauchte Geräte anzubieten. Den Angaben nach bieten in Deutschland bereits Congstar (Telekom), Fairphone und Shift gebrauchte Mobiltelefone online an. In den USA gilt das für Apple und Samsung.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Donnerstag, 18. Januar 2018 10:58 Uhr

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