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Fake-Apps erkennen, melden und löschen

Wie entlarvt der Laie im Vorfeld Fake-Apps? Und wenn er sie nicht erkennt: Kann er sein Geld zurückbekommen? Fragen und Antworten im Überblick.
Üppige Angebote im App-Store
App-Stores bieten eine undurchdringliche Angebotsfülle - doch nicht alle Anwendungen sind auch gut. © dpa

Vom Smartphone-Game bis hin zur Office-Anwendung für Mac-Computer: Die diversen App-Stores bersten geradezu vor unterschiedlichen Angeboten. Doch wie so oft ist auch dort längst nicht alles Gold, was glänzt. Denn neben richtigen Apps gibt es auch - zumindest auf den ersten Blick - täuschend echte Imitate. So treffen etwa Mac-Nutzer im App Store oft auf scheinbar echte Office-Produkte von Microsoft, wie etwa Word oder Excel.

Whatsapp-Update
Ein Update für den Whatsapp-Messenger mit nur vier Downloads und einer verdächtigen Namensschreibweise? Hier handelt es sich mit Sicherheit um eine gefälschte App.

1 Millionen Nutzer laden Whatsapp Fälschung herunter

Nicht jede bekannte App in den App Stores ist echt. Immer wieder schmuggeln Entwickler gefälschte Programme auf die Plattform. Jüngstes Beispiel ist ein angebliches Update für den Messenger Whatsapp in Googles Play Store.

Mehr als eine Million Nutzer luden den vermeintlichen Messenger mit dem Namen «Update Whatsapp Messenger» herunter, berichtet die « International Business Times». Nutzer, die das Programm installierten, beschwerten sich anschließend über belästigende Werbung.

Was sind Fake-Apps?

Die Anbieter geben vor, ein lizenziertes Produkt zu verkaufen, tatsächlich sind es aber quasi nur leere, unbrauchbare Software-Hülsen. Doch nicht nur auf das Geld der Nutzer haben es die Betrüger hinter den Fake- und Pseudo-Apps abgesehen, mitunter wollen sie auch Daten abgreifen. Betroffen sind hier neben den mobilen Betriebssystemen iOS, Android und Windows Mobile auch die App-Stores für Desktop-Betriebssysteme wie Windows 10 oder macOS.

Wie kann man sich vor Fake-Apps schützen?

Auf den ersten Blick sind solche gefälschten Programme häufig nicht zu erkennen, da die Betrüger echt wirkende Grafiken und Symbole nutzen. Einige Anhaltspunkte gibt es aber:

1. Auf Ungenauigkeiten im Logo achten

«Wer eine gefälschte App schon in der Übersicht im Store erkennen möchte, der sollte das Logo genauer betrachten», rät Timm Lutter vom IT-Verband Bitkom. Trotz großer Ähnlichkeit in Form und Farbe gebe es oft kleine Unterschiede und Abweichungen vom Original. Um herauszufinden, wie das echte Logo aussieht, empfiehlt Alexander Spier vom Computerfachmagazin «c't» einen Vergleich im Internet.

2. Name des Unternehmens genau prüfen

Google erlaubt im Play Store keine doppelten Namen für Entwickler. Die Betrüger umgehen das Verbot häufig - entweder durch unsichtbare Steuerzeichen oder minimale Unterschiede in der Schreibweise. Deswegen gilt, auch bei einem noch so gering vom Original abweichenden App-Namen sollten die Alarmglocken angehen.

3. Auf Rechtschreibfehler in der Beschreibung achten

Nach dem Öffnen der App hilft es, sich mit der Leistungsbeschreibung zu beschäftigen. Sind hier Rechtschreibfehler oder ist überhaupt keine Beschreibung der Funktionen vorhanden, spricht das gegen ein Original.

Bewertungen prüfen
Bewertungen können helfen, Fake-Apps auf die Schliche zu kommen. Foto: Andrea Warnecke

4. Bewertungen aufmerksam lesen

Zusätzlich eignen sich die App-Bewertungen, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Wenn es einfach positive Beurteilungen gibt, aber keine zugehörigen erläuternden Kommentare, rät Spier zu Misstrauen.

Doch «Bewertungen können gekauft werden», warnt auch Lutter. «Dementsprechend reicht es nicht, sich nur auf die Guten zu verlassen.» Hier seien die Kommentare enttäuschter Nutzer zu schlechten Bewertungen oft verlässlicher.

5. Bei bekannten Apps auf hohe Downloadzahlen achten

Auch aus den Downloadzahlen ließen sich Rückschlüsse ziehen. «Hier sollte man bei einer geringen Zahl Verdacht schöpfen», so der Bitkom-Experte. Das klappt aber natürlich nur, wenn der jeweilige Store die Gesamtzahl der Bewertungen überhaupt anzeigt.

Hat eine vermeintlich bekannte App niedrige Downloadzahlen, ist das ein Anhaltspunkt für eine Fälschung. Der echte Whatsapp-Messenger für Android zum Beispiel hat mehr als eine Milliarde Downloads.

Kontrolle vorm Installieren
Erst prüfen, dann installieren: Diesen Grundsatz sollte man bei Apps immer einhalten. Foto: Andrea Warnecke

6. Download über offizielle Webseite

Den Link zur echten App gibt es meistens auf den Websites der Entwickler. Wer diesen Weg wählt, ist relativ sicher.

Sind alle Fake-Apps gefährlich?

Wer bereits eine gefälschte App heruntergeladen hat, muss nicht gleich in Panik verfallen. «Man kann zwischen solchen unterscheiden, die ungefährlich sind und solchen, die schädlich sind», sagt Spier. Erstere blenden Werbung oder Pop-ups ein, greifen aber nicht auf Nutzerdaten zurück. Im schlimmsten Fall war die App kostenpflichtig, enthält aber nicht die versprochene Funktion.

Regelmäßig Handyrechnung prüfen

Schädliche Mobil-Apps sind jedoch meistens kostenlos und versuchen, Geld auf anderem Weg zu verdienen. «Diese haben oft eine Spionagefunktion und greifen dabei auf die Kontaktdaten der Nutzer zurück», erklärt Spier. «Damit verschicken sie dann zum Beispiel teure SMS.» Es gilt dann also, regelmäßig die Handyrechnung zu prüfen, ob unerklärbare Kosten angefallen sind.

Wie wird man Fake-Apps wieder los?

Bei den harmloseren Apps reicht es oft, diese einfach wieder zu deinstallieren. «Bei schädlichen sollte man aber meistens das Handy zurücksetzen, weil sich manche Apps nach dem Löschen wieder nachinstallieren wollen», rät Spier. Wer dafür sorgen möchte, dass andere nicht auf den gleichen Betrug hereinfallen, kann die Anwendungen häufig dem Store-Betreiber melden. «Oft gibt es die Funktion "App melden", um die Betreiber auf Probleme hinzuweisen», sagt Spier. «Falls die Funktion nicht angeboten wird, kann man sich per Mail bei ihm beschweren.» Danach werde die App in den meisten Fällen aus dem Store entfernt.

Bekommen Kunden ihr Geld zurück?

Ob mit dem Smartphone oder am Desktop: Wer für eine Fake-App bezahlt hat, stellt sich die Frage, wie er vielleicht wieder an sein Geld kommt. «In der Regel hat der Verbraucher mit Kreditkarte bezahlt», sagt Karin Itzen von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. «Hier kann er mit der Kreditfirma in Kontakt treten und wegen der Nichtnutzbarkeit des Produktes den Überweisungsstopp des Geldes anfragen.» Auch gebe es die Möglichkeit, auf der nächsten Polizeistation oder auf einer Onlinewache Anzeige zu erstatten.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Dienstag, 7. November 2017 12:04 Uhr

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(Bilder: dpa; Dash - Fotolia.com; picture-alliance/ dpa/dpaweb; www.enrico-verworner.de)