Belichtungszeit: So kommt Bewegung ins Bild

Wer Bewegung mit seiner Kamera einfangen möchte, muss mit der Belichtungszeit spielen. Einige Motive eignen sich dafür besonders gut.
Bewegungen im Bild einfangen
Das Grün steht still, das Wasser rauscht: Wer die Kamera auf ein Stativ stellt und rund acht Sekunden lang belichtet, kann diesen Wasserfall in Uganda viel lebendiger ablichten als mit einem schnellen Schnappschuss. © dpa

Mit dem kreativen Einsatz der Belichtungszeit lassen sich auch Bewegungen in einem Bild darstellen. Das erklärt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband.

Wann machen längere Belichtungszeiten Sinn?

Hilft die lange Öffnung des Verschlusses bei Dunkelheit, mehr Licht einzufangen, kann sie bei dynamischen Motiven Bewegungen im Bild sichtbar machen.

Fließende Gewässer

Wasserfälle und Flüsse sind ein gutes Naturmotiv, um sich an verschiedenen Belichtungslängen auszuprobieren. Die Aufnahme wird abwechslungsreicher, wenn ein ruhendes Objekt einen Fixpunkt setzt, empfiehlt Constanze Clauß. Zum Beispiel ein großer Stein im Vorder- oder Hintergrund.

Graufilter gegen Überbelichtung

Bei Küstenaufnahmen glättet eine lange Verschlusszeit kleinere Wellen und erzeugt den Eindruck einer ruhigeren See. Bei Tageslicht werden Langzeitbelichtungen jedoch schnell überbelichtet. Hier hilft ein Graufilter, der vor das Objektiv geschraubt wird.

Straßenverkehr bei Nacht

Gerade in der Stadt bietet der Straßenverkehr bei Nacht ein gutes Fotomotiv. Vor allem wenn die Straße eine kleine Kurve macht, kommt die Bewegung der Scheinwerfer besonders zur Geltung, erklärt Clauß.

Lichtmalerei

Eine Dritte Spielart ist die Lichtmalerei. Dabei erzeugt man zu zweit oder mehreren die Bewegung im Dunkeln selbst, führt die Fotoexpertin aus. Mit Wunderkerzen oder Neonstäben können Fortgeschrittene ganze Choreographien aus Licht nachzeichnen.

Langzeitbelichtungen am besten mit Stativ

Damit die Fotos nicht verwackeln, sollte die Kamera auf einem Stativ stehen oder zumindest auf einer festen Oberfläche aufliegen. Ein Fern- oder Zeitauslöser verhindert weitere Erschütterungen.

Welche Belichtungszeit wählen?

Grundsätzlich gilt, bei Belichtungszeiten über 1/125s geht Schärfe verloren und es entsteht ein Wischeffekt. Ab 1/4s ist ein Stativ zu empfehlen. Und wie so oft gilt, am besten einfach ausprobieren. Als erste Orientierung können aber folgende Verschlusszeiten genommen werden:

  • Gewässer: 1/2s
  • Wasserfall: 1/10s
  • Spaziergänger: 1/125s
  • Spielende Kinder: 1/500s
  • Fahrendes Auto: 1/250s
  • Vierbeiner: 1/500s
  • Jogger: 1/800s
  • Mitziehen: 1/30s

Quelle: dpa
Aktualisierung: Mittwoch, 28. März 2018 16:53 Uhr
(Bilder: Dash - Fotolia.com; dpa)