Tipps für die Sportfotografie: Serienbilder, Mitzieher und die richtige Brennweite

Tipps für die Sportfotografie: Serienbilder, Mitzieher und die richtige Brennweite

Wer eine Zieleinfahrt, den Dreier beim Basketball oder das Stürmertor mit der Kamera einfangen will, sollte nicht nur die richtige Kamera mitbringen.

  • Ein Mitzieher© dpa
    Scharfer Rennwagen vor dynamisch verwischtem Hintergrund - das gelingt mit einem Mitzieher. Dabei wird die Kamera bei langer Verschlusszeit während des Auslösens mit dem zu fotografierenden Objekt mitgeschwenkt.
  • Beach Polo© Holger Schupp/TMV
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Berliner Turner Brian Gladow am Pferd.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turner Philipp Boy zeigt am Boden sein Können.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turnerin Pia Tolle zeigt am Boden ihr Können.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turner Fabian Hambüchen am Reck.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turner Fabian Hambüchen zeigt beim Mehrkampffinale am Reck sein Können.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turner Brian Gladow beim Mehrkampffinale am Boden.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turner Fabian Hambüchen zeigt beim Mehrkampffinale in der Wettkampfdisziplin Ringe sein Können.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Der Turnerin Elisabeth Seitz am Stufenbarren.
  • Deutsche Meisterschaften im Gerätturnen© dpa
    Die Turnerin Lisa-Katharina Hill am Schwebebalken.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Inka Grings (l) und die Engländerin Anita Asante kämpfen um den Ball.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Inka Grings (l) und die Engländerin Anita Asante kämpfen um den Ball.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Kerstin Garefrekes gegen die Engländerin Fara Williams im Finale.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutschen Simone Laudehr und Inka Grings (l) gegen die Engländerin Fara Williams (m).
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Melanie Behringer.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Im Spiel gegen Norwegen jubelt die Deutsche Simone Laudehr über ihr Tor zum 1:1.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Celia Okoyino da Mbabi (l) und die Französin Sandrine Soubeyrandim Zweikampf.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutsche Simone Laudehr (l) gegen die Französin Sandrine Soubeyrand.
  • Frauenfußall EM 2009© dpa
    Die Deutschen Inka Grings (l) erzielt gegen die Französiche Torfrau Sarah Bouhaddi (r) das 1:0.
Schnell geknipst - und trotzdem zu spät. Oder schnell geknipst und dann verwackelt oder unscharf. Dieses Lehrgeld müssen alle früher oder später einmal zahlen, die sich in der Sportfotografie versuchen.

Was muss die Kamera für Sportaufnahmen können?

Wer einige Tipps beachtet, dem gelingt auch als Laie der Umgang mit Motiven, die sich schnell bewegen. Natürlich muss die Ausrüstung stimmen. «Idealerweise besteht das Equipment für Sportaufnahmen aus einer Kamera mit schnellem Autofokus, flotter Serienaufnahme und einer langen Tele-Brennweite, die je nach Situation zwischen 100 und 400 mm in Kleinbildformat besitzt», erklärt Moritz Wanke vom Fachmagazin «Chip Foto-Video». «Im Grund genommen genügt dafür schon eine Kompaktkamera aus den Klassen der Reisezoom-Kameras oder Bridge-Kameras.»

Für beste Bildqualität empfiehlt Wanke eine Wechselobjektiv-Kamera mit größerem Bildsensor. Von Smartphones rät er hingegen ab: «In der Regel steht man als Zuschauer mehrere Meter entfernt vom Motiv und kommt daher nicht nah genug heran, um es groß genug abzulichten.»

Objektiv an die Sportart anpassen

Sportart und Ort sind ausschlaggebend für das richtige Objektiv. «Einige Sportarten können gut mit Festbrennweiten fotografiert werden, zum Beispiel 100 bis 150 mm effektive Brennweite in der Halle, oder wenn der Fotograf auf dem Sportplatz dicht am Geschehen sein kann», sagt Jens Scheppler vom Portal «Digitalkamera.de». Ist er weiter weg, sind mindestens 300 mm Kleinbildbrennweite nötig, bei stark schwankendem Motivabstand ist ein Zoomobjektiv erforderlich. «Wer den Sportler scharf und den Hintergrund unscharf haben will, braucht zudem Objektive mit hoher Lichtstärke, zum Beispiel F1,8 oder F2,0 in der Halle - nur mit Festbrennweiten zu erreichen - oder F2,8 bis F4 bei Außenaufnahmen», so Scheppler weiter.

Nicht ohne Stativ

Schließlich sollen die Akteure später formatfüllend und nicht als kleiner Punkt auf dem Bild erscheinen. Darauf weist der Photoindustrie-Verband in Frankfurt hin. Wegen der oft langen Brennweiten ist ein Stativ die sicherste Lösung für überzeugende und nicht verwackelte Sportaufnahmen. Besonders praktisch sind Einbeinstative mit Neigeköpfen. Um noch flexibler zu sein, kann man eine Schnellwechselplatte nutzen.

Lange Verschlusszeiten für Bewegungsunschärfe

Angehende Sportfotografen sollten wissen, dass nicht jede Aufnahme ein Volltreffer sein wird - und keine Angst vor Experimenten haben. Sie können sich zum Beispiel in langen Verschlusszeiten üben, um Bewegungsunschärfe ins Bild zu bringen oder auch die Kamera mit dem Objekt mitziehen. Auch extrem niedrige oder hohe Aufnahmepositionen können zu interessanten Effekten führen.

Wichtig für gute Sportfotos ist oft auch das Mitziehen, etwa beim Rennsport. «Hier kann man einen verwischten Hintergrund dadurch erhalten, dass man die Kamera mitzieht und auch noch während des Auslösens die Mitziehbewegung nicht stoppt», erklärt Axel Pratzner. Das erfordert allerdings Übung. Ebenso wichtig ist ein kreativer Wechsel der Perspektive, etwa beim Fußball am Spielfeldrand. «Gehen Sie einmal tief in die Knie und machen aus dieser Position die Sportaufnahmen», rät der Fotograf. «Hier kommt durch die Position noch mehr Spannung in das Foto, da diese Perspektive ungewohnt ist.»

Serienbilder für dynamische Unschärfe

Wenn es beim sportlichen Geschehen sehr schnell zugeht, hilft die Funktion der Serienaufnahme. «Manche kleineren Kameras können nur wenige Aufnahmen nacheinander machen – andere Kameras können dies am besten mit dem Format JPG und nicht bei RAW-Aufnahmen», erklärt Axel Pratzner, Fotografie-Trainer aus Böbingen. Je höher die Klasse der Speicherkarte sowie deren Geschwindigkeit, desto besser: «Haben sie deutlich weniger als 80 MB/s, kann dies der Grund für Probleme bei Serienaufnahmen sein.»

«Die Kamera sollte mit der schnellsten Serienaufnahme sowie im TV- beziehungsweise S-Modus arbeiten, sprich der Blendenautomatik respektive Zeitvorwahl», erklärt Wanke. Hier gibt der Fotograf die Verschlusszeit vor, und die Kamera wählt die passende Blendenöffnung. Je nach Geschwindigkeit des Motivs empfehlen sich Verschlusszeiten zwischen 1/250 Sekunden (Radsport, Fußball), 1/500 Sekunden (Motorsport) und 1/1000 Sekunden (Ski- oder Wassersport). Der Autofokus sollte dabei auf Mehrfeld und kontinuierlich (AF-C) stehen.

Bei Reihenaufnahmen können viele Kameras aber in der schnellsten Serienbildgeschwindigkeit den Autofokus nicht nachführen. «Dann macht es Sinn, den schnellsten Serienbildmodus einzustellen, bei dem der Autofokus noch aktiv ist», rät Sportfotograf Scheppler. Auch Funktionen wie Motiv-Verfolgung oder Gesichtserkennung können helfen, das bewegte Objekt eines Bilds im Auge zu behalten. Gute Sportfotos entstehend aber auch oft mit einer großen Blendenöffnung - der Sportler ist scharf abgebildet, der Hintergrund dynamisch unscharf.

Tipps für Fotos mit Gegenlicht

Auch der Standort entscheidet maßgeblich mit über die Bildqualität bei Sportfotos. «Suchen Sie sich die Position, in der Sie die Sonne, die hoffentlich scheint, im Rücken haben», rät der Fotografie-Trainer Axel Pratzner. «Gegen die Sonne zu fotografieren ist meistens keine gute Sache – Sonne im Rücken macht vieles einfacher.»

Erfahrenere Sportfotografen müssen aber auch das Gegenlicht nicht scheuen. Es kann sogar einige Vorteile mit sich bringen. Von vorne einfallendes Licht lässt den Hintergrund oftmals dunkler wirken: Störende Werbetafeln werden unsichtbar, die Schatten in den Gesichtern dagegen weicher. Eine Gegenlichtblende - auch Streulichtblende genannt -, die wie ein Kragen vor das Objektiv gesetzt wird, ist dabei Pflicht. Sie verhindert, dass seitlich einfallendes Licht an den Linsen des Objektivs oder an Fassungsteilen reflektiert wird und so auf den Sensor gelangt.

Den richtigen Standort wählen

Wer bei öffentlichen Sportveranstaltungen früh kommt, hat noch die freie Platzwahl. «Zu den besten Foto-Locations gehört zum Beispiel eine Kurve, die es erlaubt, das Motiv sowohl von vorne als auch von der Seite abzulichten», sagt Moritz Wanka vom Fachmagazin «Chip Foto-Video». Generell gelte: «Wichtig ist es, die Sportart gut zu kennen und quasi vorauszusehen, was als nächstes passieren wird.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 30. Oktober 2017 13:24 Uhr

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