Eigener Drucker oder Copyshop: Was ist die günstigere Alternative?

Eigener Drucker oder Copyshop: Was ist die günstigere Alternative?

Ein eigener Drucker ist praktisch, meistens aber teurer, als der Gang zum Copyshop. Ab wann eine Anschaffung sich wirklich lohnt, kann dennoch schnell berechnet werden.

Drucken oder drucken lassen - Wann sich ein eigener Drucker lohnt

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Häufig werden Heimdrucker nur sehr selten benutzt. Dann sind die Druckkosten pro Seite sehr hoch.

Schon praktisch, so ein eigener Drucker im Heimbüro. Schnell eingeschaltet und schon können Texte oder Fotos bequem zu Hause ausgedruckt werden.

Drucker wird Zuhause nur selten genutzt

Doch häufig verstaubt die Druckmaschine nur im Büroregal - vielleicht wird einmal im Jahr die Steuererklärung ausgedruckt. Neben den Anschaffungskosten kommen noch Kosten für Papier, Tinte und Strom hinzu.

Für Wenigdrucker lohnt eine Anschaffung nicht

Gerade wer wenig druckt, verschenkt mit einem eigenen Drucker häufig Geld - vom Ressourcenverbrauch durch die Herstellung des Geräts einmal abgesehen.

Ab wann lohnt sich der eigene Drucker?

Beim Freiburger Öko-Institut gibt es auf diese Frage eine klare Antwort: «Wenn ich weniger als 200 Seiten im Jahr drucke, ist es wirtschaftlicher, in den Copyshop zu gehen», sagt Jens Gröger. Er forscht zu nachhaltigem Konsum und stellt eine einfache Rechnung auf.

Einfache Formel für Berechnung des Kosten-Nutzen-Verhältnis

Da sind zum einen die Basiskosten, also der Kaufpreis des Druckers und die Stromkosten. Da Drucker in der Regel rund vier Jahre halten, teilt man diese Summe durch vier. Hinzu kommen verbrauchsabhängige jährliche Kosten für Papier und Tinte oder Toner. Die beiden Summen addiert man und teilt sie durch die Anzahl der Ausdrucke pro Jahr. Heraus kommt ein grober Preis pro Ausdruck. Bei angenommenen Kosten von 40 Euro pro Jahr für einen Drucker und Material und angenommenen 100 Ausdrucken kommt man zum Beispiel auf einen Preis von rund 40 Cent pro Seite. Bei 300 Ausdrucken pro Jahr wären es nur noch 13,3 Cent.

Anzahl gedruckter Seiten ist entscheidend

Wer also bloß einmal jährlich seine Steuererklärung mit 30 Seiten ausdruckt, zahlt pro Blatt ziemlich viel Geld. Bis die Kosten bei rund 5 bis 10 Cent pro Seite wie im Copyshop liegen, müssen im eigenen Drucker also mehrere hundert Seiten pro Jahr bedruckt werden.

Copyshop bietet günstige Alternative

Gröger empfiehlt deswegen - wenn möglich - den Gang in den Copyshop. Der gemeinsam mit anderen genutzte Drucker im Copyshop ist auch für Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest eine Alternative. Doch den Luxus eines Copyshops in der direkten Nähe hat nicht jeder. Und wenn man erst mit dem eigenen Auto hinfahren muss, ist der Kostenvorteil schnell aufgebraucht.

Aufgepasst bei Tintenstrahldruckern: Patronen besonders teuer

Wer nur wenig druckt und keinen Copyshop um die Ecke hat, kann sich laut Lorenz daher auch einen einfachen Schwarz-Weiß-Laserdrucker oder ein einfaches Tintenstrahlgerät kaufen. Fällt die Wahl auf Tinte, ist aber aus zweierlei Gründen Vorsicht angesagt. Vor dem Kauf sollten nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Kosten für Ersatztinte kalkuliert werden. Häufig sind die Patronen nämlich genau so teuer wie der Drucker. «Die 40-Euro-Drucker sind da am Ende nicht billiger», warnt Gröger.

Bei seltener Nutzung Reinigungskosten nicht vergessen

Auch im Stillstand kann der Drucker bares Geld kosten. Denn mit der Zeit setzen sich nämlich die Druckerdüsen zu. Sie wieder zu reinigen kann absurd viel Geld kosten, hat Stiftung Warentest herausgefunden. «Manche Drucker brauchten nach sechs Wochen Stillstand zum Reinigen im Test Tinte im Wert von bis zu zehn Euro», sagt Dirk Lorenz. Andere Modelle verbrauchen hingegen nur Tinte im Wert von rund 50 Cent. Stiftung Warentest prüft neue Geräte regelmäßig und listet die Ergebnisse auf der Webseite.

Drucker mit Nachbarn teilen: Vor- und Nachteile

Aber was für Möglichkeiten hat man noch, wenn kein Copyshop in der Nähe ist und ein eigener Drucker zu teuer erscheint? «Man könnte sich mit dem Nachbar einen WLAN-Drucker teilen», schlägt Dirk Lorenz vor. So ließen sich die Festkosten halbieren. Nachteil: Diese Lösung taugt nur für gut organisierte Menschen. Ist der Nachbar nicht da, kommt man auch nicht an die Ausdrucke.

Arbeitsdrucker nur nach Rücksprache nutzen

Steht am Arbeitsplatz ein Drucker, kann auch das eine Lösung sein. Allerdings geht das nicht ohne Erlaubnis des Arbeitgebers. Wer einfach so druckt, riskiert nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein schlimmstenfalls die Kündigung (Az.: 3 Sa 61/09).

Copyshops auch für Großaufträge die bessere Wahl

Der eigene Drucker ist übrigens nicht nur für Wenigdrucker die teurere Lösung. Auch für Großaufträge und Vielnutzer ist der Gang zum Copyshop nicht nur finanziell die bessere Wahl, sagt Gröger. Auch die Zeit spielt hier eine Rolle. Die Profigeräte sind viel schneller und können auch doppelseitige Ausdrucke oder Sonderformate schnell erledigen. Wer will schon gerne auf 100 Ausdrucke aus dem heimischen Tintenstrahler warten?
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. Januar 2018 17:36 Uhr

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