Webcam-Hacking erkennen und verhindern

Webcam-Hacking erkennen und verhindern

Brennt die Kontrollleuchte der Webcam, obwohl diese gar nicht eingeschaltet ist, sollten Surfer misstrauisch sein. Dies ist ein Warnsignal.

Webcam

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Um sich vor unerwünschten Spionen zu schützen, sollten Internetnutzer die Kontrollleuchte ihrer Webcam im Auge behalten.

Aktivierte Webcam-Leuchte ist Warnhinweis

Eine brennende Webcam-Leuchte ist ein Warnsignal. Darauf weist der Berufsverband der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) hin. Leuchtet diese auf, ohne dass der Nutzer selbst die Kamera nutzt ist ein Zugriff von außen wahrscheinlich.

Die Webcam-Leuchte ist für Angreifer nur schwer auszuschalten, theoretisch ist aber auch das möglich. Kleinkriminellen wird es an den nötigen Ressourcen fehlen, Geheimdienste können eine Kamera ohne verdächtiges Leuchten aber durchaus übernehmen.
Vorsicht bei Webcams
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Mit Trojaner-Programmen übernehmen Hacker Webcams fremder Computer.

Wie greifen Hacker auf Webcams zu?

Hacker können über sogenannte RATs, Remote Access Trojans auf die Webcam zugreifen, steuern und aufzeichnen. Hat man sich einen RAT eingefangen, können die Hacker auf deutlich mehr als nur die PC-Kamera zugreifen. Auch das Ausspionieren von Passwörtern, Tasteneingaben, hoch- und runterladen von Programmen, Registry-Änderungen und mehr stellen dann keine große Hürde dar.

Computer ausschalten

Als Vorsichtsmaßnahme rät der BvD, grundsätzlich den Rechner auszuschalten, wenn er gerade nicht genutzt wird.
Virenscanner updaten
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Nutzer sollten ein Virenschutzprogramm installieren und stets aktuell halten.

Virenscanner aktuell halten

Wichtig sei es außerdem, den Virenscanner aktuell zu halten. Wer eine externe Webcam ohne Kontrollleuchte besitzt, sollte diese am besten ausstöpseln, wenn er sie nicht benötigt.

Um sich vor Hackern zu schützen, sollten Nutzer nicht nur ein aktuelles Virenschutzprogramm einsetzen, sondern auch ein Anti-Spyware-Programm sowie eine Firewall - und diese immer auf dem aktuellen Stand halten, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Betriebssystem aktuell halten

Sicherheitsupdates sollten außerdem stets in das Betriebssystem eingespielt werden. Schadprogramme können zudem weniger Unheil anrichte, wenn der Nutzer nicht als Administrator am Rechner angemeldet ist.
Bei verdächtigen Geräteaktivitäten - etwa unnormal hohem Stromverbrauch - sollte das Gerät mit Sicherheitssoftware geprüft werden empfiehlt Nabil Alsabah des IT-Verbands Bitkom.

Keine verdächtigen E-Mail Dateien öffnen

Trojaner gelangen oft per E-Mail auf den Rechner, zum Beispiel getarnt als Bildschirmschoner. Der BvD warnt deshalb davor, leichtfertig Anhänge zu öffnen.

Sicheres Passwort wählen

Der BvD rät, stets starke Passwörter zu wählen, um die Zugänge zu Messengern oder sozialen Netzwerken zu schützen.
Webcam und Klebezettel
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Wer Sorge vor Spionage durch die Webcam hat, kann sich leicht helfen: einfach abkleben. 27 Prozent der Teilnehmer einer Bitkom-Umfrage tun dies.

PC-Kamera abkleben

Selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg klebt seine Webcam aus Sicherheitsgründen ab. Tatsächlich ist das auch die sicherste Methode, um eine Spionage per Webcam auszuschließen.
Laut einer Bitkom-Umfrage schützen sich besonders die 14- bis 29-Jährigen gegen mögliche heimliche Kameraaufzeichnungen. 38 Prozent verdecken Kameralinsen an ihren persönlichen Geräten. Mit steigendem Alter der Befragten, nehmen die Sorgen allerdings ab. Verdecken bei den 50- bis 64-Jährigen noch 23 Prozent der Gerätenutzer ihre Kameralinsen, so sind es bei den Über-65-Jährigen nur noch 13 Prozent.

Programme mit Zugriffsrechten bieten Schlupflöcher

Die meisten Rechner sind serienmäßig mit einer Webcam ausgerüstet. Viele Apps und Programmen nutzen die Webcam und können sie theoretisch jederzeit aktivieren.
Process Explorer
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Im Process Explorer kann man sich anzeigen lassen, welche Programme auf die Webcam zugreifen.

So lässt sich herausfinden, welche Programme die Webcam nutzen

Windows-10-Benutzer können für Store-Apps über die Einstellungen den Zugriff auf die Webcam erlauben oder sperren, für jede App separat.

Anders sieht es bei klassischen PC-Programmen aus, hier ist die Kontrolle und Reglementierung schwieriger.

  • Zuerst muss die Geräte-ID der Webcam ermittelt werden. Dazu [Win]+[R] drücken, den Befehl "devmgmt.msc" eintippen und auf "OK" klicken.
  • Jetzt in der Liste den Eintrag für die Webcam suchen und deren "Eigenschaften" aufrufen.
  • Nun zum Tab "Details" wechseln und in der Liste Eigenschaft den Eintrag "Objekt-Name des physischen Geräts" markieren.
  • Den angezeigten Wert kopieren.
  • Anschließend den Process Explorer starten – etwa durch Aufruf von https://live.sysinternals.com.
  • Nach dem Start [Strg]+[F] drücken und die kopierte ID einfügen.
  • Nach einigen Minuten zeigt der Process Explorer genau an, welche Apps auf die Webcam aktiv zugreifen.
Auf gute Passwörter achten
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S-Bahnhof Warschauer Straße - Webcam
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 19. Februar 2018 10:56 Uhr

PC-Sicherheit

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