Der Computer wurde in Deutschland erfunden

Der Computer wurde in Deutschland erfunden

Der Computer ist eine Erfindung aus Deutschland: Mit diesem Merksatz startet das Berliner Technikmuseum in ein Erinnerungsjahr, das dem Berliner Computer-Pionier Konrad Zuse (1910-1995) gewidmet ist.

Konrad Zuse

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Der Computer ist eine Erfindung aus Deutschland: Zum 100. Geburtstag des Ingenieurs Konrad Zuse (1910-1995) erinnern sechs Museen an den Computerpionier. (Bild: dpa)

Zum 100. Geburtstag des Berliner Erfinders gestalten das Deutsche Technikmuseum, die Technische Universität Berlin, die Beuth Hochschule für Technik Berlin und die Gesellschaft für Informatik zusammen mit Museen aus ganz Deutschland ein Konrad Zuse-Jahr.

Damit will man die Leistungen Zuses ins Gedächtnis rufen. "Der Computer stammt nicht aus Amerika, und Bill Gates hat ihn auch nicht nicht erfunden", sagt Berlins Museumsdirektor Dirk Böndel all jenen, die seinen Merksatz erst einmal nicht glauben wollen. Ganz genau genommen sei der erste Computer der Welt ein Berliner.

Den ersten PC im Wohnzimmer gebaut

Nach den Recherchen des Technikmuseums baute Konrad Zuse 1936 in seinem Berliner Wohnzimmer den ersten programmgesteuerten digitalen Computer. Die Maschine mit dem Namen «Z1», die heute als Nachbau im Museum steht, war so groß wie ein Doppelbett. Bauingenieur Zuse erdachte in den 40er Jahren auch die erste universelle, algorithmische Programmiersprache der Welt. Seine Erfindungen, die viele Mathematiker und Informatiker heute noch genial nennen, begründete Zuse stets humorvoll: Er sei zu faul zum Rechnen.
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10 Jahre voraus

Zuse war seiner Zeit mit seinem Z1-Computer nach Einschätzung heutiger Informatiker um rund 10 Jahre voraus. Genutzt hat ihm das nicht viel. Zuses große Erfindungen fielen in die Zeit des Nazi- Regimes in Deutschland, dessen Nähe Zuse nach Angaben seines Sohnes Horst bewusst nicht suchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg erkannte in Westdeutschland kaum jemand das Potenzial von Computern. Mit seiner eigenen Firma Zuse KG im hessischen Neukirchen (Kreis Hünfeld) konnte der Erfinder ab 1949 keine großen Erfolge verbuchen. Aufträge brachten nicht genug Geld herein, um die immensen Entwicklungskosten zu finanzieren. Subventionen gab es noch nicht.

Verkauf in den 60er Jahren

In den USA war unterdessen IBM zur Konkurrenz geworden, in Deutschland starteten Siemens und Telefunken durch. 1967 musste Zuse seine verschuldete Firma notgedrungen an Siemens verkaufen. Reich geworden sei er dabei nicht, sagt sein Sohn. Die Grundgedanken der Zuse-Erfindung aber steckten bis heute in jedem Prozessor.

Ausstellungen gibt es in diesem Jahr neben Berlin in Dresden, Paderborn, Hünfeld (Hessen), Hoyerswerda und Kiel.

Alle Details zur Ausstellung im Berliner Technikmuseum können hier abgerufen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 26. April 2010 10:55 Uhr

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