HDTV via DSL-Leitung

HDTV via DSL-Leitung

Hochauflösend muss es schon sein - sonst ist das Fernsehbild entspricht die Qualität des Bildes auf dem neuen Flachbildfernseher nicht den Möglichkeiten des teuren Geräts.

HDTV via DSL

© dpa

HDTV mit Zusatznutzen: Alice bringt mit dem hochauflösenden Fernsehen auch Online-Inhalte aufs TV-Gerät. (Bild: Hansenet/dpa/tmn)

Aber wie lässt sich HDTV empfangen, wenn keine Sat-Schüssel montiert werden darf und auch ein Kabel-TV-Anschluss fehlt? Mit etwas Glück ist der DSL-Anschluss so schnell, dass die hochauflösenden Bilder online ins Haus kommen.

Nicht alle Kanäle in HD

Über die Datenleitung werden Bewegtbilder in High Definition (HD) derzeit von der Deutschen Telekom und von Hansenets Marke Alice geliefert. Nutzer des «Entertain»-Pakets der Telekom bekommen laut Sprecher Malte Reinhardt rund 70 Kanäle, aber nicht alle in HD. Und nicht jeder kann überhaupt Hochauflösendes empfangen.
Denn Telekom-Kunden brauchen für HD einen VDSL-Anschluss mit einer Transferrate von mindestens 25 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Alice TV läuft in HD, wenn der Anschluss mindestens 10 MBit/s umsetzt. Bei den meisten Kunden seien die Anschlüsse schnell genug, so Florian Knust, bei Hansenet für Alice TV verantwortlich.

Auf die Übertragungsraten achten

IPTV, TV via Web, sei vor allem in HD noch nicht flächendeckend zu haben, sagt Christoph de Leuw von der Zeitschrift «Audio Video Foto Bild». Für IPTV mit Standardauflösung brauchen Telekom-Kunden 16 MBit/s, die von Alice 6 MBit/s. Eine Settop-Box, die der Anbieter liefert, muss das Signal umsetzen. Der Mediareceiver - so heißt sie bei der Telekom - lässt sich auch als Digital-Videorekorder nutzen. Alice-Kunden haben die Wahl zwischen einem kostenlosen Receiver ohne Aufnahmefunktion und einem Rekorder für monatlich 8,90 Euro.

HD kostet extra

Bei der Telekom kostet das Entertein-Paket mindestens 44,95 Euro pro Monat, der Empfang von HDTV beziehungsweise der VDSL-Anschluss weitere 10. Dafür gibt es neben den HD-Sendern von ARD, ZDF und Arte etwa Anixe HD und den Musikkanal MTV N HD. Außerdem bietet die Telekom mit der Option «Liga total!» alle Fußballbundesliga-Spiele an. In HD kostet das allerdings weitere knapp 20 Euro pro Monat.

Für Fußballfans kann es sich lohnen

Das T-Com-Angebot ist laut de Leuw eher etwas zu teuer, geht es nur ums normale Programm. Für Fußballfans kann sich der Aufpreis aber lohnen. Denn der Bezahlsender Sky nimmt für die Bundesliga in HD mindestens 42,90 Euro monatlich - und zeigt dabei nicht alle Partien hochauflösend. Bei «Liga total! laufen sämtliche Spiele in HD. Dabei gilt: Der Vergleich geht nur auf, wenn man ohnehin Telekom-Kunde ist.

5 Euro mehr bei Hansenet

Hansenet verlangt für IPTV von den Kunden 4,90 Euro Aufschlag pro Monat. Der HD-Empfang von ARD, ZDF und Arte kostet laut Knust nicht extra. Weitere HD-Inhalte bieten Alice ebenso wie die Telekom in ihren Online-Videotheken an. Allerdings haben die Titel in der Regel nicht die hohe Auflösung von Filmen auf Blu-ray-Disc. «Die Auflösung ist aber mit HDTV zu vergleichen», sagt Christoph de Leuw.

Kaum Unterschiede bei den Anbietern

«Audio Video Foto Bild» hat die Bildqualität der von Telekom und Sky via Satellit gesendeten HD-Inhalte anhand von Bundesliga-Spielen verglichen. Alice war zum Zeitpunkt dieses Tests in Sachen HDTV noch nicht dabei. Dabei haben sich laut de Leuw keine gravierenden Unterschiede ergeben.
Hansenet ist vor allem ein Internetanbieter - kein Wunder, dass das Unternehmen den Trend verfolgt, das Internet auf den Fernseher zu bringen. Über eine Nutzeroberfläche, bereitgestellt mit Hilfe der Settop-Box, können Kunden Online-basierte Dienste abrufen - eine Zusammenfassung der Tagesschau etwa. Mit dem Mediareceiver der Telekom können Nutzer etwa auch E-Mails abrufen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 17. September 2019 13:28 Uhr

Weitere Meldungen