Auspuff nachrüsten: Was ein Tuning bringt

Auspuff nachrüsten: Was ein Tuning bringt

Auto-Tuner greifen vor allem wegen Sound und Optik zu einer neuen Aufpuffanlage. Wer auch eine höhere Leistung erzielen will, muss viel Geld in die Hand nehmen.

Ein Sportauspuff bringt kaum mehr Leistung

© dpa

Schickere Optik, besserer Klang: Das erhoffen sich Autofahrer von einem nachgerüsteten Sportauspuff.

Mancher Autobesitzer rüstet sein Fahrzeug gleich nach dem Kauf mit einem neuen Auspuff aus. Andere warten, bis die Abgasanlage beschädigt ist und der Prüfer bei der Hauptuntersuchung mahnend den Finger hebt. Für ein einfaches Endrohr müssen Käufer nicht mehr als 200 Euro auf den Tisch legen. Dagegen kosten Einzelanfertigungen von Komplettanlagen aus Titan oder Edelstahl schnell mehrere tausend Euro.

Welchen Vorteil hat ein nachgerüsteter Auspuff?

Einige greifen vor allem wegen der sportlichen Optik und dem kernigen Sound zu einem Nachrüst-Aufpuff. Denn so bekommt auch ein schlichter VW Golf zumindest am Heck den Anschein eines DTM-Rennboliden und ein braver Opel Astra den Klang eines Rallye-Racers. Je nach Ausführung kann der Auspuff außerdem die PS-Zahl steigern. Manche Hersteller versprechen einen Leistungszuwachs von bis zu zehn Prozent.

Wie kann man den Auspuff kostengünstig nachrüsten?

«Wer einfach nur auf eine rassige Optik am Heck Wert legt, kommt mit einer Endrohrblende günstig weg», sagt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg. Solche Blenden sind im Zubehörhandel ab rund 30 Euro zu bekommen und werden per Schelle oder Schraubbefestigung am Endrohr montiert. Einen Einfluss auf Sound oder Leistung hat diese Maßnahme aber nicht.

Wie bekommt der Auspuff einen besseren Sound?

Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte, kann sich für einen Nachrüst-Endschalldämpfer entscheiden. Der bringt neben der sportlichen Optik noch einen kernigen Sound. «Dabei ist aber auf die nötigen Unterlagen zu achten», sagt Thiemel. Für den legalen Betrieb im Straßenverkehr benötigt man eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder Prüfdokumente, die eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere durch eine Prüforganisation ermöglichen. Laut dem Experten ist mit einem neuen Endschalldämpfer auch eine minimale Leistungssteigerung möglich, die im Fahrbetrieb aber kaum zu merken sein dürfte.

Kann man durch einen Nachrüst-Auspuff die Leistung steigern?

Ein spürbares Leistungsplus bringt ein Nachrüst-Auspuff meist nur dann, wenn die gesamte Anlage gegen ein sportliches Pendant ausgetauscht wird. Denn sorgsam konstruierte Anlagen können laut der Prüforganisation GTÜ den Abgasgegendruck gegen den Auslasstrakt des Motors verringern und so für eine bessere Leistungsausbeute sorgen. Denn auf das Drehmoment und den nutzbaren Drehzahlbereich des Triebwerks hat die Auspuffanlage großen Einfluss.

Was macht eine gute Sportauspuffanlage aus?

«Eine gute Sportauspuffanlage besteht aus einem Fächerkrümmer, einer optimierten Lage und Verbindung der Rohranlage sowie einer ausgeklügelten Schalldämpferanlage mit Endschalldämpfer und auch Vor- und Mittelschalldämpfer», erläutert Hans-Georg Marmit von der Prüforganisation KÜS. «Und bei neueren Fahrzeugen ist der Katalysator noch anzupassen.» Um durch eine Veränderung der Auspuffanlage eine signifikante Leistungssteigerung zu erreichen, muss sie optimal auf den Motor und das Fahrzeug abgestimmt sein. Die dazu notwendige Entwicklungsarbeit braucht Erfahrung und Zeit. Deshalb ist so ein Auspuff teuer, ein vierstelliger Euro-Betrag wird allemal dafür fällig.

Wie lässt sich die Leistung des Autos noch steigern?

In Sachen Leistungssteigerung ist die Auspuffanlage aber meist nur ein Bestandteil einer umfangreichen Tuningmaßnahme am Fahrzeug, die weitere Eingriffe wie beispielsweise Chiptuning in der Motorsteuerung einschließt. Das bloße Entfernen von Serienkomponenten im Auspuff, beispielsweise des Vor- oder Mittelschalldämpfers oder des Katalysators, ist ebenso wenig erlaubt wie eigene Modifikationen an der Abgasanlage.

Sinkt durch eine Nachrüst-Auspuffanlage der Spritverbrauch?

Autobesitzer dürfen sich Thiemel zufolge nicht die Hoffnungen machen, mit einer Nachrüst-Auspuffanlage den Verbrauch zu senken oder die Emissionen zu reduzieren. «Die Serienanlagen der Fahrzeughersteller sind angesichts strenger Abgasnormen sehr stark optimiert, eine ernstzunehmende Einsparung ist mit einer anderen Abgasanlage illusorisch», so der ADAC-Techniker.

Worauf sollte man beim Nachrüsten des Auspuffs achten?

Von Billigimporten aus Ostasien sollten Tuningfans tunlichst die Finger lassen, warnt Marmit. «Diese Bauteile haben normalerweise nicht die nötigen Genehmigungen für den Betrieb im deutschen Straßenverkehr.» Das hätte das Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs zur Folge - und damit möglicherweise den Verlust des Versicherungsschutzes. Bei ultrabilligen Lockangeboten sollten also die Alarmglocken schrillen. Denn bei schlechter Passform könnte die Auspuffanlage mit anderen Fahrzeugteilen in Berührung kommen und dort Schäden verursachen oder sogar zu einem Brand führen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. Januar 2014 14:19 Uhr