Diebstahl: Wie man sein Auto schützen kann

Diebstahl: Wie man sein Auto schützen kann

Vor den neuen Tricks der Autodiebe ist kaum ein Wagen sicher. Wie man sich schützen kann.

Schlüssel

© dpa

Nicht immer unbedingt sicher: Kriminelle nutzen moderne Technik.

Funkblocker, Atennen und geklonte Schlüssel: Mit moderner Technik legen Autodiebe Wegfahrsperren und Zentralverrieglungen leicht lahm. Dabei geht es nicht nur um das Entwenden des kompletten Wagens, sondern auch um das unauffällige Abräumen wertvoller Gegenstände wie Radio und Navi.

Neue Masche: Funkblocker

Aktuell warnt die Berliner Kriminalpolizei vor Autodieben, die mit sogenannten Funkblockern das Abschließen der Autotüren verhindern. "Wir haben festgestellt, dass Fahrzeugdiebe in den letzten Monaten immer häufiger Funkblocker einsetzen, potenzielle Opfer gar nicht merken, dass ihr Wagen nicht abgeschlossen ist", sagte Dirk Jacob vom Landeskriminalamt (LKA) dem Berliner Kurier.
Funkblocker senden ein Störsignal, das die Zentralverriegelung per Fernbedienung verhindert. Praktisch hält sich der Autodieb also in der Nähe auf, sieht den Fahrer das Auto verlassen und sendet in dem Moment das Störsignal, wenn der Fahrer die Türen per Fernbedienung der Zentralverriegelung verschließen will.

Der Funkblocker verhindert, dass vom Fahrzeug die richtigen Signale erkannt werden, die Autotüren bleiben unverschlossen. Und ist der Besitzer weg, kann der Dieb den Wagen ausräumen, ohne die geringste Spur zurückzulassen.

Funktion der Fernbedienung beachten

Umsichtige Fahrer mögen zwar darauf achten, ob ihr Wagen auf den Fernbedienungs-Befehl mit typischem Klacken oder Blinken reagiert. Doch mancher schließt das Auto quasi automatisch ab und ist in Gedanken längst woanders.

Also, auf dem Supermarkt-Parkplatz, beim Abstellen oder in der Tiefgarage: Auf jeden Fall hinschauen, was das Fahrzeug macht. Denn passiert nach dem Knopfdruck nichts, kann das auch bedeuten, dass die Fernbedienung ohnehin nicht mehr funktioniert - und damit auch dem altmodischen Dieb Tür und Tor geöffnet sind.

Wie Keyless-Go-Systeme überlistet werden

Wer meint, mit einem modernen, schlüssellosen Zugangssystem, den sogenannten Keyless-Go-System, sicherer zu sein, irrt. In Teamwork sind Autodiebe auch hier erfolgreich. Dabei arbeiten zwei Diebe mit zwei speziell ausgestatteten Aktenkoffern. In einem davon befindet sich eine Antenne. Koffer-Mann Eins muss sich dem Träger der Zugangskarte auf ungefähr einen Meter nähern. Dann kann er Daten von der Karte empfangen, die er via Handy aus dem Koffer automatisch an den Träger des zweiten Koffers übermittelt. Der steht neben dem Auto, das durch diese Übertragung automatisch seine Türen öffnet.

Schutz vor dieser Form von "Datenklau" ist kaum möglich. Es sei denn, man bewahrt die Zugangskarte stets in einem lesegeschützten Behältnis auf.

Geklonte Schlüssel

Noch gefährlicher ist die Möglichkeit, dass heute auch Schlüssel geklont werden. Dieses Klonen bezieht sich nicht auf die Form des Schlüssels, sondern auf dessen Innenleben - so dass am Ende durch Datenübertragung und «Anlernen» des Schlüssels eine hundertprozentige elektronische Kopie entsteht.

Allerdings muss der echte Schlüssel dafür zumindest kurzfristig in den Händen der Kriminellen sein. Gerade Autovermietungen sind daher typische Opfer: Auto mieten, Schlüssel kopieren, Auto abgeben - und dann klauen. Autobesitzer sollten also genau darauf achten, wem sie die Schlüssel ihres Wagen überlassen.

Mit Laptop in die Elektronik mogeln

Eine andere Variante ist, sich per Laptop direkt in die Elektronik des Autos zu mogeln. Dazu muss zunächst zum Beispiel die Motorhaube geöffnet werden. Das aber ist meist kein Problem, der gesamte Vorgang war in Tests binnen einer Minute und 45 Sekunden beendet.

Quelle: tid/BerlinOnline/dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. Januar 2012 18:03 Uhr