Kolonnenspringen: Fahrer haftet bei Unfall mit

Kolonnenspringen: Fahrer haftet bei Unfall mit

Verboten ist Kolonnenspringen zwar nicht. Kommt es zu einem Unfall, werden Autofahrer jedoch in Mithaftung genommen.

Kolonnenspringen

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Wer beim Kolonnenspringen in einen Unfall verwickelt wird, haftet mit. Foto: Peter Steffen/dpa

Wer sich in einer Fahrzeugkolonne durch Überholen weiter «vorarbeitet», gilt in der Rechtsprechung im Einzelfall nicht als Idealfahrer. Denn Kolonnenspringen sei zwar kein Verstoß, gehe aber mit einer Gefährdung einher. Kommt es zu einem Unfall, muss man unter Umständen mithaften.

Schadenersatz für Unfall beim Kolonnenspringen?

Im verhandelten Fall arbeitete sich ein Autofahrer vom Ende einer Kolonne durch Kolonnenspringen nach vorne. Auf Höhe der zweiten Fahrerin scherte diese aus, und es kam zum Unfall. Der Mann verlangte Schadenersatz von der Frau.

Fahrerin ist überwiegend für Unfall verantwortlich

Den sagte ihm das Oberlandesgericht München auch zu. Denn überwiegend sei die Frau für den Unfall verantwortlich. Sie hätte vorher sicherstellen müssen, dass sie durch ihr Überholen den rückwärtigen Verkehr nicht gefährdet.

Kolonnenspringer haftet zu 20 Prozent

Doch auch wenn es kein Verstoß sei, eine Kolonne zu überholen, sei eben mit diesem Kolonnenspringen eine Gefahr verbunden, die ein Idealfahrer nicht eingehe. Daher hafte der Mann zu einem Anteil von 20 Prozent (Az.: 10 U 4448/16). Auf das Urteil weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 29. September 2017 10:19 Uhr