Spritverbrauch zu hoch: Rücktritt vom Autokauf ist aufwendig

Spritverbrauch zu hoch: Rücktritt vom Autokauf ist aufwendig

Wer den die Angaben zum Spritverbrauch eines Neuwagens durch den Praxistest widerlegt, können Käufer vom Kauf zurücktreten. Doch das ist gar nicht so einfach - und teuer.

Wenn der Spritverbrauch beim Neuwagen zu hoch ist

© dpa

Wenn der Spritverbrauch beim Neuwagen deutlich höher ist als versprochen, darf der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten.

Wer nachweisen kann, dass sein Neuwagen im Vergleich zu den Herstellerangaben mehr als zehn Prozent mehr Kraftstoff verbraucht, kann vom Kauf zurücktreten. Das sei allerdings aufwendig, sagt ADAC-Juristin Silvia Schattenkirchner.

Zwei Jahre Zeit für Rücktritt vom Kauf

In solchen Fällen sei immer der konkrete Einzelfall zu prüfen, und zwar unter Prüfstandbedingungen und durch einen Sachverständigen. Und besonders wichtig: Dieser Sachmangel lasse sich nur in den ersten zwei Jahren nach der Übergabe des Autos gegenüber dem Händler anbringen.

Erstbesitzer muss Zweitkäufer Sachmängelrechte abtreten

Ein Zweitkäufer kann innerhalb der Sachmängelhaftungsfrist von zwei Jahren Ansprüche gegen den Händler geltend machen, der dem Erstbesitzer das Fahrzeug verkauft hat. «Hierfür muss der Erstbesitzer dem Zweitkäufer jedoch die Sachmängelrechte abtreten», sagt Schattenkirchner.

Noch keine Grenzwerte für Gebrauchtwagen

Jenseits der zwei Jahre wird es kniffliger: «Für Gebrauchtwagen haben die Gerichte noch keine eindeutigen Grenzen vorgegeben, ab denen ein Auto zu viel verbraucht», erklärt die Rechtsanwältin.

Spritverbrauch prüfen und dokumentieren

Schattenkirchner rät grundsätzlich, im Zweifel den Verbrauch des Wagens über einen längeren Zeitraum zu prüfen und zu dokumentieren. Erst dann sollten Verbraucher entscheiden, ob sie das Kostenrisiko für ein Gutachten oder einen Anwalt tragen wollen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 15. Dezember 2016 09:49 Uhr