Zebrastreifen: Müssen Radfahrer absteigen?

Zebrastreifen: Müssen Radfahrer absteigen?

Viele Fußgänger sind zu unachtsam, wenn sie über den Zebrastreifen laufen. Aber auch Radfahrer verhalten sich auf dem Fußgängerüberweg oft falsch.

So bitte nicht

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So bitte nicht: Radfahrer sollten am Zebrastreifen absteigen, wenn sie die Straße überqueren wollen.

Radfahrer sollten am Zebrastreifen absteigen, wenn sie eine Straße überqueren wollen. Fahren sie darüber, verlieren sie ihr Vorfahrtsrecht und riskieren unter Umständen ein Bußgeld, erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE).

Radfahrer müssen nicht immer schieben

Dass Radfahrer über Fußgängerüberwege fahren, ist keine Seltenheit. Ehrenamtliche haben für den Club mehr als 13.000 Radfahrer und 36.000 Fußgänger an gut 460 Zebrastreifen in Deutschland beobachtet. Rund zwei Drittel von ihnen träten auf den Übergängen in die Pedale. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht zwar vor, dass Zebrastreifen für Fußgänger da sind. Schieben müssen Radfahrer deswegen aber nicht immer.

Radfahrer haben keine Vorfahrt auf dem Zebrastreifen

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) weist darauf hin, dass die Rechtsprechung hierzu nicht eindeutig ist. «Es gibt kein explizites Radfahrverbot auf dem Zebrastreifen», sagt ADFC-Sprecherin Bettina Cibulski. Doch auch sie rät zum Absteigen, weil Radler auf dem Zebrastreifen keine Vorfahrt haben, wenn sie fahren statt schieben und es oft zu Missverständnissen kommt.

Wie Radfahrer Zebrastreifen richtig überqueren

Konkret bedeutet das, dass Radfahrer besondere Rücksicht nehmen müssen, wenn sie über einen Zebrastreifen fahren wollen - und zwar auf Fußgänger und den laufenden Verkehr. Zu den Fußgängern zählen Menschen, die die Straße zu Fuß überqueren, Rollstuhlfahrer sowie Radfahrer, die ihr Fahrrad wie einen Tretroller benutzen. Wer mit dem Rad über den Zebrastreifen fahren will, darf weder Fußgänger bedrängen noch den Verkehr behindern. Muss ein Auto wegen eines Radfahrers abbremsen oder halten, riskiert dieser ein Bußgeld für eine vermeidbare Behinderung. Kommt es zu einem Unfall, trägt der Radfahrer eine Mitschuld.

Fußgänger am Zebrastreifen: Blickkontakt suchen

Neben den Radfahrern fordert der ACE auch Fußgänger dazu auf, an Zebrastreifen besser auf den Verkehr zu achten und die Regeln konsequenter zu befolgen. Passanten sollten vor dem Loslaufen immer nach links und rechts schauen und Blickkontakt zu Autofahrern suchen. So könnten sie sich versichern, von diesen gesehen zu werden.

Zebrastreifen: Fußgänger sind oft zu leichtsinnig

Auch viele Fußgänger überqueren den ACE-Erkenntnissen zufolge die Übergänge nicht immer richtig. 13 Prozent der Erwachsenen und 18 Prozent der Kinder laufen demnach über Zebrastreifen, ohne auf den Verkehr zu achten - ein gefährliches Fehlverhalten. Grundsätzlich hält der ACE den Zebrastreifen weiterhin für den richtigen Weg, um Fußgänger heil über die Straße zu bringen. «Der Zebrastreifen macht Sinn - natürlich unter der Voraussetzung, dass die Regeln besser beachtet werden», betont Hillgärtner.

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Montag, 4. Juni 2018 10:25 Uhr