Auto-Kamera: Unfall-Aufnahmen als Beweis vor Gericht zulässig

Auto-Kamera: Unfall-Aufnahmen als Beweis vor Gericht zulässig

Immer mehr Autofahrer installieren eine Kamera hinter der Windschutzscheibe. Aufnahmen dieser Dashcams waren lange Zeit vor Gericht nicht verwertbar.

Autos auf der Autobahn

© dpa

Bilder von Mini-Kameras können dazu verwendet werden, einen Unfall zu rekonstruieren.

Aufnahmen von Mini-Videokameras im Auto und an anderen Fahrzeugen sind nach Ansicht des Amtsgerichts München in einem Zivilprozess als Beweismittel zulässig. Die Bilder können dazu verwendet werden, einen Unfall zu rekonstruieren. Das gilt aber nur, wenn mit dem Video zum Zeitpunkt der Aufnahme kein bestimmter Zweck verfolgt, sondern einfach nur das Verkehrsgeschehen mitgeschnitten wurde.

Dashcams: Aufnahmen können Unfall dokumentieren

Das Münchner Amtsgericht verglich die Bilder sogenannter Dashcams und Action-Cams für Fahrzeuge mit einem Urlaubsvideo. Dieses sei zwar nicht für eine Veröffentlichung gedacht, könne aber nach einem Unfall zur Dokumentation herangezogen werden. Nach Ansicht des Gerichts mache es keinen Unterschied, ob jemand bereits den Unfallhergang filmt oder erst danach einen Unfall dokumentiert.

Beweismittel kann auch gegen den Kläger eingesetzt werden

In dem verhandelten Fall (Az.: 343 C 4445/13), auf den der ADAC verweist, hatte ein Radfahrer nach einem Unfall geklagt- und ausgerechnet aufgrund eines Videos verloren, das er selbst während der Fahrt aufgezeichnet hatte und mit dem er seine Unschuld beweisen wollte. Die Bilder zeigten, dass der Kläger den Unfall durch sein Verhalten verursacht hatte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 3. November 2016 11:31 Uhr