Unfall: Gaffern drohen hohe Strafen

Unfall: Gaffern drohen hohe Strafen

Wenn Schaulustige an Unfallorten die Rettungsarbeiten behindern, können sie dafür sogar festgenommen werden.

Unfall

© dpa

Wenn Schaulustige an Unfallstellen die Rettungsarbeiten behindern, kann ihnen das teuer zu stehen kommen.

Behindern Gaffer Rettungsarbeiten, können sie nach ADAC-Angaben mit mindestens 20 Euro und in schweren Fällen sogar mit bis zu 1000 Euro belangt werden (Stand: Oktober 2018). Außerdem darf die Polizei störende Schaulustige vorübergehend festnehmen.

Erste Hilfe leisten ist Pflicht

Wer zuerst an einem Unfallort eintrifft, ist verpflichtet, einen Notruf abzusetzen und Erste Hilfe zu leisten, erklärt ADAC-Rechtsexperte Markus Schäpe. Durch untätiges Herumstehen könne man sich strafbar machen.

Gaffertum nimmt zu

Das Problem des Gaffertums verschlimmert sich offenbar. Laut einer Schätzung der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn), behindern Schaulustige inzwischen etwa jeden fünften Rettungseinsatz. Immer mehr besonders skrupellose Voyeure machten am Unfallort Fotos oder Videos, die teilweise später im Internet landen.

Strafen fürs Gaffen im Überblick

Gaffen ist eine Ordnungswidrigkeit und mit einem Bußgeld zwischen 20 und 1000 Euro belegt. Werden Rettungskräfte durch das Befahren des Seitenstreifens auf der Autobahn behindert, werden 20 Euro fällig. Wer auf dem Seitenstreifen parkt und dadurch Rettungskräfte behindert, zahlt 25 Euro.

Freiheitsstrafe für Fotos und Videos

Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet wird. Auch wer Fotos oder Filme von einem Unfall macht, macht sich strafbar. Diese Straftat wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet.

Quelle: dpa/BerlinOnline

| Aktualisierung: Freitag, 5. Oktober 2018 12:38 Uhr