Wildunfall: Fuchs muss überfahren werden

Wildunfall: Fuchs muss überfahren werden

Tierliebe hat im Autoverkehr offenbar keinen Platz. Weicht ein Autofahrer einem Fuchs aus, kann das teuer werden.

Fuchs

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Gerichte zeigen wenig Mitleid mit dem Fuchs.

Schlechte Zeiten für Reineke Fuchs: Trifft er beim Überqueren einer Straße auf einen Autofahrer, wird dieser einem aktuellen Urteil folgend wenig Gnade zeigen. Denn: Weicht ein Autofahrer einem Fuchs aus, kann ihn das bei einem Unfall einen Teil seines Versicherungsschutzes kosten. Das entschied das Landgericht Trier in einem Urteil.

Fuchs überfahren, Gefahr mindern

Nach Meinung des Gerichts handelt der Autofahrer grob fahrlässig. Hätte er das Tier überfahren, dann hätte dies zu geringeren Gefahren für den Straßenverkehr geführt als dies durch ein Ausweichen der Fall war (Aktenzeichen: 4 O 241/09).

Ausweichen kann grob fahrlässig sein

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Zahlungsklage einer Autofahrerin gegen ihre Kfz-Versicherung nur teilweise statt. Die Klägerin war nach eigenen Angaben einem Fuchs ausgewichen, auf die Gegenfahrbahn geraten und in der Böschung gelandet. Die Versicherung verweigerte die volle Schadensregulierung, weil die sogenannte Rettungshandlung der Klägerin nicht notwendig gewesen sei.

Rettungshandlung drückt Reparatursumme

Das Landgericht schloss sich dem an. Das Ausweichen auf die Gegenfahrbahn habe zu einem großen Unfallrisiko geführt. Dies sei angesichts der Größe eines Fuchses nicht gerechtfertigt. Im konkreten Fall müsse die Versicherung daher nur 40 Prozent der Reparatursumme ersetzen.
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Quelle: kra/dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 18. März 2020 16:09 Uhr

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