Unfall auf der Autobahn: Raser haften nur bedingt

Unfall auf der Autobahn: Raser haften nur bedingt

Unfallort Autobahn: Nicht immer sind Raser für Zusammenstöße verantwortlich - oder ersatzpflichtig.

Autobahn

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Die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen ist 130 - wer schneller fährt, trägt aber nicht automatisch Mitschuld an Unfällen.

Eine Überschreitung der Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn begründet allein noch kein Mitverschulden bei einem Unfall. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Autobahn wenig befahren und der Streckenabschnitt gut einsehbar war.

Auffahrunfall: Wer hat Schuld?

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Jena hervor. Die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit sind in Deutschland 130 Stundenkilometer.
In dem Fall war die Klägerin mit ihrem Wagen auf eine Autobahn aufgefahren. Trotz geringer Geschwindigkeit wechselte sie kurze Zeit später auf die Überholspur. Ein auf der rechten Spur mit etwa 170 Stundenkilometer herankommender Autofahrer konnte nicht mehr bremsen und kollidierte mit dem Wagen der Frau. Sie war der Ansicht, wegen des hohen Tempos treffe den Auffahrenden die Schuld an dem Unfall.

Kein Verkehrsverstoß

Die Oberlandesrichter sahen die Sache allerdings anders: Die Klägerin habe durch ihr Verhalten den herannahenden Verkehr gefährdet - daher hafte sie allein. Allein wegen der nicht eingehaltenen Richtgeschwindigkeit habe der Mann keinen Verkehrsverstoß begangen.

Aktenzeichen: 5 U 797/08

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 19. Januar 2010 15:13 Uhr

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