Wildschaden: Vollkasko muss auch ohne Nachweis zahlen

Wildschaden: Vollkasko muss auch ohne Nachweis zahlen

Bei Wildunfällen wird der Vollkaskoversicherte ohne Nachweisung komplett entschädigt - für die Teilkasko gelten andere Regeln.

Wildunfall

© dpa

Bei Wildunfällen , hängt es von der Versicherung ab, ob die Reparaturkosten am Auto übernommen werden.

Nach einem Wildunfall muss die Vollkaskoversicherung den Schaden am Auto auch ohne Nachweis begleichen. Im Falle einer Teilkaskoversicherung gibt es hingegen eine andere Regelung.

Teilkasko

Die Teilkasko könne von einer umfassenden Regulierung absehen, wenn der Fahrer nicht beweisen kann, dass die Schäden tatsächlich von einer Kollision mit Wild stammen.

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor, auf das der Deutsche Anwaltverein in Berlin hinweist. In letzterem Fall bliebe der Fahrer auf einem Teil der Kosten sitzen.

Vollkasko

Der Kläger hatte nach der Kollision mit einem Reh von seiner Vollkasko die Erstattung der Reparaturkosten von knapp 13 400 Euro und die Kosten für einen Gutachter von knapp 500 Euro verlangt. Im Prozess konnte den Angaben zufolge nicht bewiesen werden, dass der Autofahrer tatsächlich mit einem Reh zusammengeprallt war.

Allerdings konnte die Versicherung auch nicht das Gegenteil nachweisen. Das hätte sie nach Ansicht des Gerichts aber tun müssen - schließlich war unstrittig, dass sich ein unter die Fahrzeugvollversicherung fallender Unfall ereignet hatte.

Unterschiede

Könne weder der Wildunfall noch das Gegenteil bewiesen werden, müsse die Vollkasko zahlen.

Die Teilkasko hingegen hätte dem Gericht zufolge nur dann sämtliche Kosten begleichen müssen, wenn der Wildunfall auch bewiesen worden wäre. Ansonsten hätte sie dem Autobesitzer lediglich die Reparaturkosten abzüglich seiner Selbstbeteiligung von 300 Euro ersetzen müssen, nicht jedoch die Gutachterkosten.

Aktenzeichen: 20 U 134/07

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 23. November 2009 11:43 Uhr