E-Scooter: Elektro-Tretroller bald auch bei uns

E-Scooter: Elektro-Tretroller bald auch bei uns

Tretroller mit Elektroantrieb sind in vielen Städten der Welt beliebt. Auch hierzulande ist die Nachfrage groß. Eine Zulassung für E-Scooter zu bekommen, ist allerdings nicht leicht. Das soll sich nun ändern.

E-Scooter

© dpa

Tretroller mit Elektroantrieb können im Berufsverkehr in Großstädten eine Alternative zu Auto und Bussen sein.

Vor allem in den Metropolen der USA gehören E-Scooter längst zum Straßenbild. Auch in Europa - etwa in Österreich und in der Schweiz - sausen sie zunehmend am Stau vorbei. Dass sie in Deutschland bisher kaum zu sehen sind, liegt daran, dass sie kaum zugelassen werden. Und wer sie auf der Straße nutzt, dem drohen eine Geldbuße und ein Punkt in Flensburg.
Damit sich das ändert, muss das Verkehrsrecht angepasst werden. Bisher macht es die Nutzung der Elektro-Tretroller auf Straßen und Radwegen quasi unmöglich. Nur auf Werksgeländen und auf Privatgrundstücken dürfen sie legal gefahren werden. Auch eine verbindliche Zulassungsregelung gibt es bisher nicht.

Neue Fahrzeugkategorie für E-Scooter

E-Scooter werden heute als Kraftfahrzeuge eingestuft. Dass bedeutet, dass Fahrer einen gültigen Pkw-Führerschein, eine Zulassung und eine Versicherung brauchen um fahren zu können. Theoretisch. Denn eine eigene Fahrzeugkategorie für die Roller gibt es bisher nicht. Das bedeutet auch: Ist ein E-Scooter in einen Unfall verwickelt, trägt er den gesamten Schaden.
Abhilfe schaffen will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Im Laufe des Jahres 2019 soll es laut Bundesverkehrsministerium eine neue Fahrzeugkategorie für Elektrokleinstfahrzeuge mit Tempo 12 bis 20 geben. Damit wären die straßenverkehrsrechtlichen Voraussetzungen für die Scooternutzung auch in Deutschland gegeben.

Fahren auf Radweg und Straße

Kommt die Gesetzesänderung, dürften E-Scooter-Fahrer wohl Straßen als auch Radwege nutzen. Die Gefährte müssten dafür bei der Versicherung angemeldet werden und bräuchten dann auch ein Versicherungs-Kennzeichen - genauso wie die E-Bikes, die in den Städten längst legal und emissionslos mit Elektroantrieb unterwegs sind.
Ist das geklärt, startet auch der Verleih. Mehrere Firmen, die sich auf die Herstellung und das Verleihen von E-Scootern spezialisiert haben, stehen bereits in den Startlöchern. Etabliert werden sollen sie als Alternative zu Bus, Straßenbahn oder Auto. Vor allem für Pendler sind sie interessant: Für den Weg zum Bahnhof oder von der Haltestelle bis zum Büro. Und auch Touristen könnten damit von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit düsen.

So funktioniert das Verleihsystem

Wer einen E-Scooter mieten will, muss eine App des jeweiligen Rolleranbieters auf das Smartphone herunterladen. Abgerechnet wird in der Regel nach Fahrtzeit über die Kreditkarte. Zehn Minuten kosten meist zwischen zwei und drei Euro. Um zu starten, stößt man sich zwei bis drei Mal ab. Der Rest funktioniert mit einem Hebel am Lenker. Bei fast allen gibt es auch eine Handbremse und einen Ständer zum Abstellen.
Trotz des schnellen Aufstiegs der zehn bis 20 Kilo schweren Scooter sind nicht alle glücklich über deren Erfolg. In San Francisco wurden die Motorroller in Bäumen oder gar im Wasser der Bucht gefunden. Probleme gibt es auch, weil man die Scooter überall parken kann. Sie stehen mitten auf Gehwegen und blockieren Einfahrten. Auch das schnelle Fahren auf Bürgersteigen löst Unruhe aus und nervt die Fußgänger.

E-Scooter bald auch in Berlin?

Damit das nicht passiert, braucht es klare Regeln, die erst noch geschaffen werden müssen. Das gilt auch und ganz besonders für Berlin, wo Straßen, Rad- und Fußwege besonders voll sind. Die Stadt wird wahrscheinlich eine der ersten in Deutschland, in der ein Verleihsystem starten wird. Die Firma Lime, deren limettengrüne E-Bikes über die Berliner Innenstadt verteilt stehen, sieht die Hauptstadt zusammen mit Frankfurt als das erste Ziel.

Quelle: BerlinOnline/dpa/Süddeutsche Zeitung

| Aktualisierung: Montag, 3. Dezember 2018 09:13 Uhr