Privates Carsharing mit Versicherung absprechen

Privates Carsharing mit Versicherung absprechen

Wer sein Auto über ein ehrenamtliches Carsharing-Modell auch anderen Fahrern zur Verfügung stellen will, muss das rechtzeitig mit seiner Kfz-Haftplichtversicherung klären.

Smart von car2go und andere Autos

© dpa

Carsharing funktioniert nicht nur über ein Unternehmen. Man kann so etwas auch privat organisieren, sollte das aber genau prüfen.

Wer sein eigenes Auto im Rahmen eines privaten Carsharing-Modells einsetzen will, sollte dies unbedingt seiner Kfz-Haftpflichtversicherung mitteilen. Das empfiehlt Jens Dötsch aus Andernach, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Versicherungsvertrag schränkt Nutzerkreis ein

Denn unter Umständen schränkt der bestehende Versicherungsvertrag den Kreis möglicher Nutzer des Autos ein, zum Beispiel nur auf Halter und Ehepartner. Da sich die Wahrscheinlichkeit von Unfällen bei einer Vielzahl von Fahrern erhöht, steigen zudem die Prämien. Auch weitere Einschränkungen wie ein Mindestalter von Zweitfahrern müssen ausgeschlossen werden.

Versicherer kann bei Vertragsverstoß Regressansprüche stellen

Schäden bei anderen Unfallbeteiligten deckt die obligatorische Kfz-Haftpflichtversicherung zwar immer ab. Wenn aber gegen die Vertragsbestimmungen verstoßen wurde, könnte die Versicherung Regressansprüche stellen. Grundsätzlich rät Dötsch dringend zusätzlich zu einer Vollkaskoversicherung, um Schäden am eigenen Fahrzeug durch die Fahrer abzudecken. Hier muss aber berücksichtigt werden, dass in der Regel nach jedem Schadenfall die Prämien steigen.

Autobesitzer kann auf Schaden sitzenbleiben

Probleme bei einem privaten Carsharing-Modell könne es außerdem geben, wenn ein Nutzer bei einem Unfall zum Beispiel betrunken hinter dem Steuer saß oder grob fahrlässig etwa bei Rot eine Ampel passiert hat. Die Kaskoversicherung kann die Leistung dann verweigern oder reduzieren, und der Eigner des Autos bleibt auf dem Schaden sitzen. Denn auch die Privathaftpflichtversicherung des Unfallfahrers zahlt laut Dötsch dann aufgrund der sogenannten Benzinklausel nicht.

Einnahmen aus privatem Carsharing müssen versteuert werden

Neben den versicherungsrechtlichen Fragen sollte zudem berücksichtigt werden, dass Einnahmen aus einem privaten Carsharing von mehr als 256 Euro im Monat bei der Steuererklärung anzugeben sind.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 13. September 2016 11:18 Uhr