Unfall: Kosten für Reparatur dürfen Wiederbeschaffungswert übersteigen

Unfall: Kosten für Reparatur dürfen Wiederbeschaffungswert übersteigen

Die Reparatur von Unfallschäden darf die Versicherung mehr kosten als die Neubeschaffung der kaputten Teile. Wie hoch die Kostenübernahme ausfallen darf, überrascht.

Schäden nach Autounfall reparieren Versicherung

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Oft kracht es richtig bei einem Überholmanöver. Die Versicherung des Unfallverursachers muss die Reparaturkosten bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen.

Ein Unfallopfer kann sein Fahrzeug auch dann reparieren lassen, wenn die Reparaturkosten 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes betragen. Außerdem dürfen die tatsächlichen Reparaturkosten bis zu 10 Prozent über denen liegen, die ein Sachverständiger geschätzt hat.

Reparatur nach Unfall darf teurer sein als Neukauf

In einem verhandelten Fall stritten sich Unfallopfer und Unfallverursacher darüber, wie hoch die Reparaturkosten für das Fahrzeug des Opfers sein dürfen. Das Amtsgericht Frankfurt am Main bestätigte, dass der Unfallverursacher die vollen Reparaturkosten zahlen muss, auch wenn die Kosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen (Az.: 29 C 3178/13 (21)).

Reparturkosten dürfen höher sein als kalkuliert

Auch ein Überschreiten der vom Sachverständigen kalkulierten Kosten um bis zu 10 Prozent sei zulässig. Dieser Bereich liege innerhalb des Werkstatt- und Prognoserisikos, das der Verursacher des Schadens zu tragen habe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 16. Oktober 2015 10:00 Uhr