Audi Q8: SUV-Coupé mit vielen Finessen

Audi Q8: SUV-Coupé mit vielen Finessen

Audi krönt sein SUV-Programm mit dem Q8. Die Technik stammt vom Q7, das Ambiente vom A8. Beide zusammen machen den Geländewagen zum heimlichen Flaggschiff der Bayern.

  • Audi Q8© dpa
    Den Q8 gibt es zunächst nur als 50 TDI mit einem drei Liter großen V6-Diesel von 210 kW/286 PS und 600 Nm. Nächstes Jahr sollen weitere Motor-Typen folgen.
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    Kombination aus Q7 und A8: Der Audi Q8 ist für mindestens 76.300 Euro zu haben.
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    Der Q8 schafft es als 50 TDI in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und kann ein Spitzentempo von 245 km/h erreichen.
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    Edle Materialien, klare Linien und modernste digitale Bedienelemente bestimmen den Innenraum des Q8.
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    Spurhalte-Assistent bis Verkehrsschilderkennung: Zahlreiche Assistenzsysteme unterstützen den Q8-Fahrer.
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    Der Audi Q8 ist mit seinen 4,99 Metern rund sechs Zentimeter kürzer als der Q7.
Den BMW X6 gibt es seit zehn Jahren und das Mercedes GLE Coupé immerhin seit 2015. Nur Audi hat in der Oberklasse der SUV bislang allein auf den Q7 gesetzt - den größten und wuchtigsten Geländewagen in diesem Trio. Doch jetzt endlich stellen die Bayern ihrem Dickschiff den Q8 zur Seite. Außen ein wenig zierlicher und eleganter, innen etwas moderner und mondäner kommt er im Herbst 2018 in den Handel und kostet mindestens 76.300 Euro.
Rund 12.000 Euro teurer als ein Q7, bietet der Q8 auf den ersten Blick weniger Auto für mehr Geld. Schließlich ist er mit seinen 4,99 Metern rund sechs Zentimeter kürzer und auch etwas flacher als der Q7. Und obwohl der Kofferraum 605 bis maximal 1755 Liter fasst, bietet der Q8 im Innenraum etwas weniger Platz.

Klarheit trifft beim Audi Q8 auf Klavierlack

Doch erstens sieht er mit seinem neuen Grill, der breiteren Karosse mit den dicken Backen des Ur-Quattro und dem schrägen Heck samt durchgehenden Leuchtband deutlich besser aus als der Q7. Und zweitens hat er das modernere Interieur. Da haben sich die Entwickler nämlich aus dem Regal des A8 statt des Q7 bedient und zum ersten Mal bei einem SUV ihr Cockpit für die Generation iPhone eingebaut.
Statt Tastern gibt es deshalb große Touchscreens, die einem bei jeder Befehlseingabe die Fingerkuppen kitzeln. Die Anzeigen sind digital und rund um das Lenkrad sind bis auf vier Schalter auf dem Mitteltunnel nur noch Sensorfelder zu sehen: Klarheit, so das Motto von Designern und Ergonomen, sei jetzt das neue Premium. Aber nur weil sie mit Bedienelementen gegeizt haben, haben sie nicht auch an Lack und Leder gespart, sondern den Q8 entsprechend üppig ausgestattet.

Kleines Upgrade für die Hinterbänkler

Aber nicht nur in der ersten Reihe bekommen Q8-Fahrer ein Upgrade. Auch im Fond fährt man besser als im Q7. Weil Audi gar nicht erst versucht, eine dritte Sitzreihe unterzubringen, gibt es hinten stattdessen eine asymmetrisch geteilte Bank, deren Hälften man um bis zu 20 Zentimeter verschieben kann. So hat man im besten Fall mehr Beinfreiheit als im A8 oder mehr Laderaum als in einem Avant - und auf jeden Fall mehr Kopf- und Kniefreiheit als bei der Konkurrenz.
Das Flaggschiff der Bayern stand auch bei den Assistenzsystemen Pate. Der Q8 ist deshalb mit allem bestückt, was die Sensoren, Kameras und Chips zurzeit hergeben. Er parkt ohne Fahrer, er warnt vor allen erdenklichen Gefahren und findet nahezu selbstständig seinen Weg durch den Autobahnstau.

Assistenzsysteme helfen beim Navigieren des SUV

Auf der einen Seite ist man dafür dankbar. Schließlich ist der Q8 ein gewaltiger Brocken, den man erst einmal durch enge Tiefgaragen und den dichten Verkehr navigieren muss. Und wer das SUV als Luxusliner auf Stelzen sieht, wird die elektronische Unterstützung genauso zu schätzen wissen wie die wolkenweiche Programmierung der optionalen Luftfederung im Komfortmodus.
Doch auf der anderen Seite ist das etwas schade. Denn für sein Format lässt sich der Q8 überraschend flott und forsch bewegen. Die Lenkung hat mit zunehmendem Einschlag eine direktere Übersetzung, die Luftfeder beherrscht auch eine straffere Gangart, und die mitlenkenden Hinterräder lassen den Radstand virtuell schrumpfen. Dann fühlt sich der Q8 plötzlich an wie ein Q5 und geht entsprechend engagiert zur Sache. Vor allem, wenn man mit einem der ersten Exemplare unterwegs ist.

Audi Q8 zum Start nur als V6-Diesel

Das heimliche Flaggschiff gibt es nämlich zum Start nur als 50 TDI mit einem drei Liter großen V6-Diesel von 210 kW/286 PS und 600 Nm. Das reicht für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden und für ein Spitzentempo von 245 km/h. Und vor allem reicht das für jene Souveränität, die es braucht, wenn man mit so einem Dickschiff unterwegs ist.
Anfang nächsten Jahres bringt Audi zudem einen abgeschwächten 45 TDI mit 170 kW/231 PS und einen 55 TFSI mit einem 250 kW/340 PS starken V6-Motor - als erst einmal einzigen Benziner - auf den Markt. Während es bald auch noch einen SQ8 und womöglich sogar einen RSQ8 geben wird, ist bei den alternativen Antrieben neben dem serienmäßigen Mildhybrid mit 48-Volt-Generator für alle Modelle nichts geplant. Schließlich steht der Audi e-Tron als rein elektrisches SUV von ähnlichem Format schon in den Startlöchern.

Fazit: Das Warten hat sich gelohnt

Audi kommt spät, aber gewaltig. Denn natürlich wissen auch die Bayern, dass der Vorsprung von X6 und GLE Coupé riesig ist. Aber dafür haben die Herren der Ringe nicht einfach eine platte Kopie auf die Räder gestellt oder dem Q7 schlicht das Heck beschnitten. Sondern dank des eleganten Designs und der Nähe zum A8 ist daraus ein eigenständiges Modell geworden, das zu recht an der Spitze der Palette steht. Das Warten hat sich also gelohnt.

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 5. September 2018 11:42 Uhr