Toyota RAV4: Prius für die Pampa

Toyota RAV4: Prius für die Pampa

Die fünfte Generation des RAV4 von Toyota soll zum Vorreiter werden - als einer der ersten im Segment, der zugunsten des Hybrid ohne Diesel startet.

  • Toyota RAV4© dpa
    Der hybride RAV4 kommt ohne Plug-In-Technik. So kann er weder über längere Strecken elektrisch fahren, noch hat er einen sonderlich spektakulären Katalogverbrauch.
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    Der RAV4 kann als Hybrid eine Maximalgeschwindigkeit von 180 km/h erreichen.
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    Mehr Elektronik: Das Cockpit wird von einem großen Bildschirm zwischen den Instrumenten und dem noch größeren Touchscreen daneben dominiert.
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    Das Hybrid-Modell des RAV4 kombiniert einen 2,5 Liter großen Vierzylinder von 131 kW/178 PS mit einem E-Motor - bei der Allradversion sogar mit zweien - und kommt so auf maximal 163 kW/222 PS.
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    Das Kofferraumvolumen des RAV4 hat zugenommen und misst nun 580 bis 1690 Liter.
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    Der Toyota RAV4 Hybrid ist ab 32.990 Euro zu haben.
Der Toyota RAV4 geht in die nächste Runde: 25 Jahre nach dem Debüt des Allradlers als eines der ersten Familien- und Freizeitautos in diesem Segment bringen die Japaner jetzt die fünfte Generation an den Start. Sie ist seit Ende Januar 2019 im Handel und kostet mindestens 29.990 Euro.
Die Plattform übernimmt der Mitbegründer des SUV-Segments vom weltweiten Hybridbestseller Prius, und auch die Philosophie: Den Diesel haben die Japaner deshalb ausgemustert. Den reinen Benziner mit 2,0 Litern Hubraum und 129 kW/175 PS gibt es nur noch zur Preispolitur. Das ganze Augenmerk liegt auf dem 32.990 Euro teuren Hybrid-Modell, das auf einen Verkaufsanteil von bis zu 90 Prozent kommen soll.

Die Entdeckung der Fahrfreude

Es kombiniert einen 2,5 Liter großen Vierzylinder von 131 kW/178 PS mit einem E-Motor - bei der Allradversion sogar mit zweien - und kommt so auf eine Systemleistung von maximal 163 kW/222 PS. Mit einem maximalen Drehmoment von 221 Nm beschleunigt der RAV4 so in bestenfalls 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und vermittelt so trotz der eher gemütlichen Abstimmung fast so etwas wie Fahrspaß.
Den stützen die Japaner mit einer elektronischen Charakterregelung, die jedoch ohne großen Einfluss bleibt. Denn viel mehr als die Farbe der Cockpit-Beleuchtung ändert sich nicht, wenn man am Schalter auf dem Mitteltunnel dreht. Außerdem ist der Spaß bei Vollgas ohnehin schnell wieder vorbei. Denn wo die Konkurrenz meist deutlich über Tempo 200 schafft, wird der Vortrieb bei Toyota auf 180 Sachen beschränkt.

Neuer RAV4 mit reduziertem Gummibandeffekt

Gegenüber dem Vorgänger wird das Tandem-Triebwerk nicht nur spürbar stärker und fährt entsprechend flotter, auch die leidige stufenlose Automatik nervt nicht mehr ganz so sehr. Denn die Ingenieure haben den Gummibandeffekt beim Beschleunigen deutlich reduziert.
Vor allem aber wird das Auto noch 800 Euro billiger als bisher und bietet damit noch weniger Argumente gegen den Hybrid. Kein Wunder also, dass Toyota den Diesel gestrichen hat.

Hybrid ja, Elektro nein

Zwar setzt Toyota konsequenter auf den Hybrid als alle Konkurrenten, entscheidet sich dabei aber bewusst gegen die sonst oft favorisierte Plug-In-Technik. So kann der RAV4 weder über längere Strecken elektrisch fahren, noch hat er einen sonderlich spektakulären Katalogverbrauch.
Doch dafür sind die 4,6 Liter (CO2-Ausstoß 104 g/km) für den Allradler vom Prüfstand keine von der Berechnungsformel begünstigte Schönfärberei. Und der Preis ist auch ohne Subvention konkurrenzfähig - so rechtfertigen die Japaner den Verzicht auf den Stecker und den größeren Puffer-Akku.

RAV4 wird markanter und bietet mehr Beinfreiheit

Egal ob Benziner oder Hybrid - die Motoren stecken in einer Karosserie, die deutlich markanter gezeichnet ist und trotz eines etwas geschrumpften Formats etwas mehr Platz bietet. Denn mit der neuen Plattform wächst der Radstand des nun nur noch 4,60 Meter langen Geländewagens und damit die Beinfreiheit im Fond.
Außerdem legt das Kofferraumvolumen um 79 Liter zu und misst nun 580 bis 1690 Liter. Das wäre im Grunde nicht schlecht, doch fehlt dem RAV4 zu konventionellen Konkurrenten wegen der Hybrid-Batterie unter dem Wagenboden die verschiebbare Rückbank, so dass man im Alltag weniger flexibel ist.

Neue Rücksicht im Straßenverkehr

Neben Antrieb und Aussehen hat Toyota auch an der Ausstattung gearbeitet. Das Cockpit ist zwar immer noch geprägt von viel dunklem Kunststoff, doch wirkt das Material nun deutlich hochwertiger und mit mehr Liebe zum Detail ausgewählt. Außerdem hält mehr Elektronik Einzug: So wird das Cockpit von einem großen Bildschirm zwischen den analogen Instrumenten sowie dem noch größeren Touchscreen daneben dominiert.
Und die Assistenzsysteme können jetzt mehr Verkehrsschilder lesen, weitere Verkehrsteilnehmer erkennen und besser bei der Spurführung unterstützen. Die sichtbarste Neuerung ist aber der innovative Rückspiegel, der mit einer Video-Kamera kombiniert ist. Sollte der Blick nach hinten durch Passagiere oder Gepäck blockiert sein, schaltet man einfach die Kamera ein und hat mit elektronischer Hilfe wieder den kompletten Durchblick.

Fazit: RAV4 ist eine Wahl der Vernunft

Zwar hat das Design deutlich mehr Charakter als bisher und zumindest auf der Landstraße bietet der RAV4 jetzt sogar einen gewissen Fahrspaß. Doch nach wie vor ist der Toyota eher eine Wahl der Vernunft. Mit seinem wenig spektakulären, dafür aber sparsamen Hybridantrieb bietet er eine sinnvolle Alternative zum Diesel und damit eine saubere Möglichkeit, ein SUV zu fahren.
Audi A7
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 13. Februar 2019 09:30 Uhr