Audi Q3: Abenteurer auf Alltagskurs

Audi Q3: Abenteurer auf Alltagskurs

Audi hat die zweite Generation des Q3 aufgelegt. Herausgekommen ist eine Art Avant auf Stelzen, nur nicht so brav und bieder. Durstig ist der SUV allemal.

  • Audi Q3© dpa
    Der neue Q3 bietet außen mehr Glanz und Charakter und innen mehr Platz für Kinder und Koffer.
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    Komfortabel aber klinisch kühl im Fahrverhalten: 169 kW/230 PS stecken beim Q3 als 45 TFSI unter der Haube. Damit kann man ihn in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.
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    USB-C-Standard, induktive Ladeschale fürs Smartphone, ein großer Touchscreen und ein neues Armaturenbrett mit digitalen Anzeigen: Der Q3 wurde im Cockpit aufgerüstet.
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    Die Motorhaube des neuen Q3 ist stärker modelliert, die Radläufe sind farblich abgesetzt und die Kotflügel sind deutlicher ausgestellt.
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    Der neue Q3 bietet auf der Rückbank mehr Platz als sein Vorgänger. Schließlich ist der Geländewagen in der Länge um zehn, in der Breite um zwei und im Radstand um acht Zentimeter gewachsen.
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    Der neue Audi Q3 ist für mindestens 33.700 Euro zu haben.
Audi schafft Ordnung im Q-Stall. Nachdem die Bayern bereits Q7 und Q5 erneuert und gerade den Q8 lanciert haben, ist seit November 2018 auch die zweite Generation des Q3 am Start.
Sie will nicht nur markanter aussehen und mit mehr Technik aufwarten. Sie will vor allem praktischer werden und wird deshalb eine halbe Nummer größer. Das hat natürlich seinen Preis: Der Konkurrent von BMW X1 und Mercedes GLA wurde im Generationenvergleich gute 4000 Euro teurer und steht nun mit mindestens 33.700 Euro in der Liste.

Audi Q3: Mehr Auto fürs Geld

Dafür gibt es auch deutlich mehr Auto. Schließlich ist der auf 4,49 Meter gestreckte Q3 in der Länge um zehn, in der Breite um zwei und im Radstand um acht Zentimeter gewachsen und bietet entsprechend mehr Platz. Davon profitieren vor allem die Hinterbänkler, die nun genügend Beinfreiheit auch für lange Fahrten haben.
Außerdem freuen sich die Lademeister: Der Kofferraum des Q3 wächst in der Grundkonfiguration um stolze 215 auf 530 Liter - und bietet dabei jede Menge Variabilität. Die Rückbank lässt sich serienmäßig um 15 Zentimeter verschieben, und die Lehne kann in der Neigung in sieben Stufen verstellt werden. Daher lässt sich der Kofferraum schon ohne Umklappen der Bank auf bis zu 675 Liter erweitern. Und damit man auch nach oben flexibel ist, kann man die Gepäckraumabdeckung erstmals bei Audi unter dem Ladeboden verstauen.

Mehr Charakter und mehr Technik

Der Q3 bietet aber nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Prestige: Der obligatorische Single-Frame-Grill wurde mal wieder neu interpretiert und hat jetzt mehr Glanz und Charakter. Die Motorhaube ist stärker modelliert, die Radläufe sind farblich abgesetzt und die Kotflügel sind deutlicher ausgestellt.
Während der Audi damit von außen etwas rustikaler wirkt und wieder ein wenig stärker den Abenteurer gibt, flirtet er innen mit den Digital Natives. Das merkt man im Kleinen an Details wie den Buchsen nach dem fortschrittlichen USB-C-Standard oder der induktiven Ladeschale fürs Smartphone. Im Großen wird dies deutlich an einem großen Touchscreen und am neuen Armaturenbrett, das von digitalen Anzeigen dominiert wird, die erstmals diesseits der Oberklasse Standard sind. Fehlt eigentlich nur noch das Head-Up-Display, für das offenbar der Platz und das Geld ausgegangen sind.

Q3 kommt mit WLAN-Hotspot

Aber nicht nur das Ambiente, auch die Technik ist vergleichsweise digital: So gibt es neben einem WLAN-Hotspot und der Online-Navigation sowie einer umfassenden Kameraüberwachung für kinderleichtes Rangieren auch eine Menge an Assistenten, die das Fahren fast zur Nebensache machen.
Es war zwar sicher so nicht beabsichtigt, aber irgendwie passt das ganz gut zur Abstimmung des Q3. Denn selbst mit den stärkeren Motoren, die oft optional und an der Spitze serienmäßig als Quattro mit Allradantrieb ausgeliefert werden, und der strammsten Einstellung bei der elektronischen Charakterregelung will der Funke der Fahrfreude nicht so recht überspringen.

Audi Q3: Die Motoren im Überblick

Der Q3 fährt zwar komfortabel und ist etwa als 45 TFSI mit seinem 169 kW/230 PS starken 2,0-Liter-Turbo alles andere als langsam. Die 350 Nm beschleunigen ihn in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und Schluss ist erst bei 233 km/h. Aber der Klang ist verhalten und das Fahrverhalten ist fast schon klinisch kühl. So lockt der Q3 den Fahrer nur selten auf lange Umwege über Land, wenn es eine direkte Verbindung auf der Autobahn gibt.
Neben dem 45 TFSI gibt es aktuell noch zwei weitere Benziner mit 110 kW/150 PS oder 140 kW/190 PS sowie zwei Diesel mit den gleichen Leistungsvarianten. Damit schafft selbst der langsamste Q3 immerhin noch 207 km/h und die Verbrauchswerte liegen zwischen 4,7 Litern Diesel und 7,6 Litern Benzin (CO2-Ausstoß 123 bis 173 g/km). Und damit wären wir dann auf der Schattenseite des strahlenden SUV: Der Q3 mag zwar etwas billiger sein als etwa ein A4 Avant und trotzdem mehr Platz bieten. Doch den Preis dafür zahlt man spätestens an der Tankstelle.

Fazit: Q3 ist Sieger auf Zeit

Außen mehr Prestige und innen mehr Platz für Kinder und Koffer, variabler als die meisten Kombis und eine deutlich erweiterte Serienausstattung mit ein paar trendigen Extras wie den digitalen Anzeigen zum Nulltarif: Damit lässt der neue Q3 nicht nur Autos wie den A4 Avant alt aussehen, sondern wird auch im Konkurrenzvergleich mit dem Mercedes GLA und dem BMW X1 zum Sieger - allerdings nur auf Zeit. Denn in Stuttgart läuft sich schon der neue GLA warm und eröffnet das Rennen zum Ende des Jahres erneut.
Audi A7
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 16. Januar 2019 10:41 Uhr