Reifendruck: Korrekte Werte sind lebenswichtig

Der Luftdruck der Autoreifen sollte regelmäßig überprüft und korrigiert werden - sonst drohen Unfälle.
Reifendruck
Für eine sichere Autoreise sollten Fahrer vorab den Reifendruck überprüfen. © dpa

Die Reifen sind die Schuhe des Autos. Sie stellen den Bodenkontakt her und sorgen dafür, dass der Wagen rollt. Allerdings funktioniert ein Reifen nur so gut, wie es sein Luftdruck zulässt.

Korrekter Reifendruck ist Voraussetzung für eine sichere Fahrt

«Der richtige Reifendruck ist vor allem für die Sicherheit und die Performance eines Wagens sehr wichtig», sagt Hans-Jürgen Drechsler vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur Handwerk (BRV). Denn ein zu hoher oder zu niedriger Reifendruck führe gleichermaßen zur Instabilität. Besonders gefährlich werde es für Autofahrer aber bei einem zu niedrigen Luftdruck.

Falscher Reifendruck erhöht die Unfallgefahr
Zu hoher oder zu niedriger Reifendruck wirkt sich unmittelbar auf das Fahrverhalten des Autos aus.

Welche Folgen hat ein zu niedriger Reifendruck?

Wer mit zu niedrigem Luftdruck startet, riskiert laut ADAC in Kurven, dass das Auto über den «lahmen» Reifen schiebt. Das Fahrzeug wird dadurch schwer steuerbar und kann schlimmstenfalls ins Schleudern geraten.

Außerdem kann sich der Reifen bei schnell gefahrenen Kurven von der Felge lösen. Berührt diese den Boden, droht das Fahrzeug umzukippen.

Drechsler warnt vor weiteren Gefahren: «Bei schnellerer Fahrt erwärmt sich dann der Reifen sehr stark und es kann zu Reifenplatzern kommen.»

Welche Folgen hat ein zu hoher Reifendruck?

Ist der Luftdruck wiederum deutlich zu hoch, hat der Reifen eine geringere Auflagefläche, was sich durch eine schlechtere Stabilität bemerkbar machen kann. Auch der Fahrkomfort leidet darunter: Bodenwellen werden schlechter abgefedert, der Wagen liegt schlicht härter auf der Straße.

Wie wird der Reifendruck richtig geprüft?

«Gemessen werden sollte immer am kalten Reifen, also bereits kurz nach dem Fahrtantritt», sagt Reifen-Experte Engelhart. Auch die Angaben der Fahrzeughersteller beziehen sich auf kalte Reifen. Wer den Reifendruck erst prüft, nachdem sich die Reifen bereits erwärmt haben, wird zu hohe Werte ermitteln.

«Nach 100 Kilometern Autobahnfahrt hat sich die Luft in den Reifen so stark erwärmt, dass man ziemlich sicher falsche Messergebnisse erhält», sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS.

Eine private Hand- oder Fußpumpe, um den Luftdruck noch zu Hause zu prüfen, sei aber auch keine echte Alternative. Diese seien zu ungenau. «Die beste Adresse sind die Reifenwerkstatt oder eine Tankstelle in unmittelbarer Nachbarschaft. Denn die dortigen Luftfüllsysteme sind geeicht und werden regelmäßig überprüft.»

Wie oft sollte der Reifendruck geprüft werden?

Sowohl der BRV als auch Reifenhersteller und Automobilclubs wie der ADAC empfehlen daher, den Reifendruck turnusmäßig alle zwei bis vier Wochen zu überprüfen und nicht nur dann, wenn eine längere Reise ansteht.

Neben dem Luftdruck sollte bei der Gelegenheit aber auch überprüft werden, ob sich irgendwelche Fremdkörper wie Nägel oder Schrauben in den Reifen eingefahren haben, rät Klaus Engelhart vom Reifenhersteller Continental. Denn die können dafür sorgen, dass der Reifen langsam aber beständig Luft verliert. Daneben aber sei es auch völlig normal, dass der Luftdruck mit der Zeit etwas nachlässt.

«Viele vernachlässigen die regelmäßige Reifendruckkontrolle und sind sich offenbar nicht der Gefahren bewusst, die von einem zu geringen Luftdruck ausgehen» gibt Marmit zu bedenken.

Wie hoch muss der Reifendruck sein?

Die maßgeblichen Werte zum korrekten Reifendruck finden Autofahrer immer in der Bedienungsanleitung sowie meist auch im Tankdeckel und fahrerseitig am Fuß der B-Säule, so der ADAC. In jedem Fall aber gibt die Betriebsanleitung des Fahrzeugs über die richtigen Werte Auskunft.

Zu beachten ist jedoch, dass bei vollgeladenem Auto der Luftdruck der Reifen gegebenenfalls erhöht werden muss.

Warum verlieren Reifen Luft?

«Alle Reifen haben konstruktionsbedingt einen sehr geringen, aber andauernden Luftdruckverlust. Die Luft entweicht dabei sowohl über das Ventil als auch über den Reifen selbst und die Felge», sagt Engelhart. Sei die Felge beschädigt oder nicht sauber gearbeitet, erhöhe dies das Risiko von Luftverlust.

Reifendruckkontrollsystem
Neuwagen müssen seit November 2014 mit einem Reifendruckkontrollsystem (im Bild) ausgerüstet sein. Gleichzeitig wurde auch das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) Pflicht.

Reifendruckkontrollsysteme: Nach Reifenwechsel korrekt einstellen

Während bei neueren Autos dank der seit November 2014 gesetzlich vorgeschriebenen Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) Sensoren Alarm schlagen, liegt es bei älteren allein in der Hand des Fahrers, dass der Luftdruck stimmt. «Wichtig aber ist, etwa beim Wechsel auf Winterreifen auch die Werte beim RDKS anzupassen. Denn nur wenn der Richtwert korrekt eingestellt ist, kann das System auch richtig warnen», sagt Drechsler. In der Regel meldet sich das RDKS ab einer Abweichung von mindestens 20 Prozent vom Soll-Luftdruck. Die meisten Systeme reagieren aber bereits wesentlich früher.

Reserverad nicht vergessen

Wichtig ist bei der Luftdruckkontrolle, das Reserverad nicht zu vergessen - sonst stehen Autofahrer bei einer Reifenpanne plötzlich dumm da.

Sprit sparen mit dem richtigen Reifendruck
Zu niedriger Luftdruck erhöht den Verbrauch um zwei Prozent.

Richtiger Reifendruck senkt auch den Verbrauch

Der richtige Druck ist auch für Umwelt und Verbrauch wichtig: Laut ADAC sorgt bereits ein um 0,2 bar zu geringer Druck für einen Mehrverbrauch von rund einem Prozent. Bei 0,4 bar zu wenig steigt der Spritverbrauch entsprechend um etwa zwei Prozent. Grund hierfür: der höhere Rollwiderstand infolge der größeren Auflagefläche.

Wer die Herstellerangaben leicht überschreitet, kann noch mehr einsparen. Ein Fahrzeug verbraucht bis zu zwei Prozent weniger Kraftstoff, wenn der vom Hersteller für die jeweilige Beladung empfohlene Druck um 0,2 bar überschritten wird. Das hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) in Berlin herausgefunden.

Außerdem sollten Reisende den Tacho im Blick haben. Bei hohen Geschwindigkeiten steigt der Spritverbrauch laut der dena überproportional an. Wer während einer 1600 Kilometer langen Fahrt auf den Autobahnabschnitten statt 160 nur 130 km/h fährt, könne dadurch bis zu 20 Liter Kraftstoff sparen.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Freitag, 15. Dezember 2017 16:07 Uhr
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(Bilder: dpa; Initiative PRO Winterreifen; StVO; PhotoSG - Fotolia.com ; InnoTrans)