Crashcam statt Dashcam kaufen

Crashcam statt Dashcam kaufen

Der BGH hat die Aufnahmen von Dashcams bei Unfällen als Beweis vor Gericht zugelassen. Allerdings nur begrenzt. Für Verbraucher bedeutet das: Augen auf beim Kauf.

«Crash-Cam» empfehlenswert

© dpa

Dashcams können Autofahrern helfen, Beweise bei Unfällen zu sichern.

Wer sich eine Minikamera fürs Auto oder Motorrad kaufen will, greift am besten zu einer sogenannten «Crash-Cam». Das rät der Auto Club Europa (ACE).

Crash Cams haben keine Langzeitspeicherung

«Crash-Cams» zeichnen nur im Falle eines Unfalls das Unfallgeschehen in einem geringen Zeitfenster dauerhaft auf. Die Speicherkarte wird zudem ständig überschrieben, so dass die Langzeitspeicherung entfällt, erläutert Anja Smetanin vom ACE.

Autofahrer dürfen nicht die ganze Zeit filmen

Wie der Bundesgerichtshof entschieden hat, dürfen Aufnahmen von Auto-Minikameras bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden (VI ZR 233/17). Das heißt aber nicht, dass Autofahrer automatisch immer filmen dürfen. Mit Blick auf das Datenschutzgesetz bleibt das permanente Aufzeichnen nach wie vor unzulässig.

Anwalt empfiehlt Crashcam für Autofahrer

Man könne zwar auch manuell die Aufnahme bei Bedarf starten, doch dann besteht die Gefahr, dass wichtige Dinge schon passiert sind, erklärt der Rechtsanwalt Paetrick Sakowski aus Düsseldorf. Er hält die Kameras für Verkehrsteilnehmer für empfehlenswert. «Denn datenschutzkonform benutzt, sind sie eine super Sache, um Beweise zu sammeln, gerade in Verkehrsunfallprozessen, in denen keine oder sich widersprechende Zeugen zur Verfügung stehen.»

Kosten, Nutzen und Nachteile von Dashcams

Auch Smetanin sieht den Nutzen dieser «Zeugen an der Windschutzscheibe». Gute Minikameras kosten laut ACE etwa 100 bis 180 Euro. Sie lohnen sich für Autofahrer, die viel unterwegs sind, vor allem in Städten und Regionen mit viel Verkehr. Bei wenig Verkehr oder für Wenigfahrer seien sie nicht nötig. «Hintergrund ist ja, dass die Kameras helfen sollen, die Schuldfrage bei Unfällen zu belegen.» Dabei gibt sie zu bedenken, dass eigenen Aufzeichnungen im Einzelfall beschlagnahmt und gegen einen selbst verwendet werden können.

Die Kamera richtig im Auto montieren

Da es laut ADAC in Deutschland keine speziellen Regeln für die Montage oder den Einbau von Dashcams gibt, müssen Autofahrer dabei die allgemeinen Regeln beherzigen: Niemand darf durch die Montage oder die Nutzung der Kameras behindert oder gefährdet werden - sie sind also außerhalb des Sichtbereiches anzubringen. Und auch so fest zu montieren, dass sie sich beim Bremsen nicht lösen und zum Geschoss werden können.

Halterung für die Mini-Kamera ist Pflicht

Wie bei anderen elektronischen Geräten wie Handys gilt: Autofahrer dürfen die Kameras nur mit Halterung verwenden, sie also nicht in die Hand nehmen. Und auch in der Halterung dürfen sie die Geräte nur kurz und den Verkehrsverhältnissen angepasst bedienen.
Radarfalle am Ortseingang rechtens
© dpa

Verkehrsrecht & Urteile

Gerichtsurteile zum Verkehrsrecht, Unfällen, Mängeln bei Autos und Werkstätten, zur Straßenverkehrsordnung und mehr. mehr

Nach einem Unfall zieht sich Schadensregulierung oft hin
© dpa

Anwälte für Verkehrsrecht

Diese Berliner Rechtsanwälte sind der richtige Ansprechpartner, wenn es beispielsweise um Rechtsbeistand in Fragen des Straßenverkehrsrechts oder des Wegerechts geht. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 17. Mai 2018 09:46 Uhr