Sitze: Durch High-Tec immun gegen Schmutz

Sitze: Durch High-Tec immun gegen Schmutz

Schmutzige Polster sind unschön und mindern den Wert des Autos. Neue High-Tec- Bezüge geben dem Schmutz keine Chance mehr.

Schmutzschutz

© dpa

Weitgehend immun gegen Schmutz: An den Polstern des neuen Opel Insignia soll der Dreck regelrecht abperlen.

Flutsch, schon ist es passiert: Am Autoschalter gehalten, beim Losfahren in den Burger gebissen - und schon prangt ein dicker Ketchup-Fleck auf den hellen Polstern.

Wenn es dumm läuft, ärgern sich Autofahrer das ganze Autoleben über ihre Ungeschicktheit. Denn ähnlich wie Kratzer oder Beulen mindern auch Flecken auf den Sitzen den Wert eines Wagens.

«Spätestens beim Wiederverkauf wird man sich über solche Spuren deshalb ebenso ärgern wie über die Schokoladenflecken vom Nachwuchs auf der Rückbank oder den verschütteten Kaffee auf dem Beifahrersitz», sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS in Losheim am See.

TopTec-Sitze bei Opel

Doch tapsige Fahrer und leidgeplagte Familienväter können aufatmen: Denn immer mehr Fahrzeuge werden mit speziell behandelten Sitzbezügen ausgeliefert, die Schokokeksen, Kaffeesahne, Pommes-Sauce und Eiscreme abweisen.

So hat Opel nach Angaben von Pressesprecher Michael Taube im neuen Insignia gerade die sogenannten TopTec-Sitze eingeführt. Sie sorgen mit ihrem beigen Farbton für ein helles Ambiente, das Autoliebhaber normalerweise in Alarmbereitschaft versetzen würde. Denn schon eine neue Jeans würde auf ihnen üblicherweise hässliche Spuren hinterlassen.

Deutlich leichtere Reinigung

Um genau das zu vermeiden, wurden die Bezüge mit einer speziellen Nanotechnologie behandelt. Ähnlich wie Wasser an einer Lotusblüte soll dadurch Schmutz an den Postern abperlen, erklären die Entwickler in Rüsselsheim: «Die neuen Stoffe weisen den Schmutz ab und lassen sich zu 50 Prozent leichter reinigen als herkömmliche Bezüge.»

Damit spart man sich nicht nur Ärger und Streit im Familienkreis, sondern auch jede Menge Geld. Denn verdreckte Sitze neu beziehen zu lassen, ist ein teures Vergnügen: Je nach Ausstattungsvariante verlangt zum Beispiel Opel dafür laut Taube zwischen 133 und 267 Euro für eine vordere Sitzfläche, 113 bis 508 Euro für die Lehne oder bis zu 655 Euro für die Sitzfläche der Rückbank - die Montagekosten von 78 bis 112 Euro nicht mitgerechnet.

«Yes Essential»-Stoffe bei Chrysler

Doch nicht nur Opel fährt mit eingebautem Fleckenschutz. Auch Chrysler rüstet zum Beispiel einige Dodge-, Jeep- und Chrysler-Modelle mit sogenannten «Yes Essential»-Stoffen aus, die ebenfalls eine spezielle Beschichtung aufweisen.

Ob rund um die Kindersitze im Familienvan Dodge Journey, um die Cupholder des Chrysler 300 C im Firmenwagen-Einsatz oder auf den Sitzen des Jeep Wrangler nach einem Offroad-Abenteuer: Mit einem Wisch sollen Farbkleckse, Kaffeeflecken oder Matschspritzer verschwinden. Selbst kleine Überschwemmungen sollen schneller trocknen.

Tipp: Rasierschaum reinigt super!

Wer auf herkömmlichen Polstern gegen hartnäckige Flecken kämpft, findet in Bedienungsanleitung, Ratgebern und im Internet Dutzende Tipps. Dabei reichen die Empfehlungen vom Seifenwasser und Spülmittel über Polsterreiniger und Spezialstaubsauger bis hin zu unkonventionellen Hausmitteln.

«Für die kleine Reinigung zwischendurch wird als Geheimtipp Rasierschaum gehandelt», sagt KÜS-Sprecher Marmit. «Auftragen, einmassieren, trocknen lassen und absaugen.» Ist der Schmutz haltbarer, rät er zu brachialeren Methoden und dem Einsatz schweren Geräts - zum Beispiel eines Dampfstrahlers: «Einfach die Sitze ausbauen und kräftig absprühen, dann aber gründlich trocknen lassen und wieder einbauen.» Allerdings sollten bei dieser Methode keine Airbags oder Sitzheizungen verbaut sein.

Problem: Brandlöcher

Für alle weiteren Schäden empfiehlt er die Dienste eines Auto-Aufbereiters. «Vor allem bei Brandlöchern in den Sitzbezügen können solche Spezialisten helfen», sagt Marmit. Mit Klebstoff, Filz und liebevoll kopierter Originaloberfläche würden diese in der Regel sehr ordentlich repariert.

«Allerdings ist das ein hoher Aufwand und deshalb nicht ganz billig. Dafür muss man mehrere Hundert Euro veranschlagen.» Gerade bei betagten Gebrauchtwagen ist das eine hohe Investition. «Aber meist ist das Geld gut angelegt», sagt Marmit. «Jeder Euro, den man vor dem Verkauf in die Pflege steckt, kann sich nachher in einem besseren Erlös niederschlagen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Februar 2012 12:51 Uhr

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