Auto: Wo sitzt man am sichersten?

Auto: Wo sitzt man am sichersten?

Der Platz hinten in der Mitte ist am sichersten, hieß es früher. Doch Forschungen legen nahe, dass das nicht unbedingt stimmt. Warum, erklärt der Tüv Nord.

Crashtest

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Vorne oder hinten - wer sitzt beim Crash sicherer? Aktuelle Forschungen legen nahe, dass die Vorderplätze günstiger sind.

Die typischen Auffahrunfälle passieren in der Regel frontal. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die hinteren Plätze im Fahrzeug sicherer sind. So weist eine US-amerikanische Studie den Platz hinten in der Mitte als den statistisch gesehen sichersten aus.

Rücksitze bieten weniger Schutz

Doch neue Forschungen legen laut Tüv Nord den Schluss nahe, dass die Rücksitze den Fahrgästen womöglich weniger Schutz vor Verletzungen bieten als die vorderen Plätze. Der Grund dafür ist die vergleichsweise schlechtere Sicherheitsausstattung auf den hinteren Sitzen.

Sicherheitsausstattung vorne besser

Wichtige Elemente wie Airbags, höhenverstellbare Gurte, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer gibt es für die hinteren Plätze in der Kombination in vielen Fahrzeugmodellen entweder gar nicht oder nur gegen Aufpreis. Für die vorderen Plätze sind sie längst Standard.

Verletzungsrisiko im Fond leicht erhöht

Deshalb ist das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall auf den hinteren Plätzen laut Tüv Nord leicht erhöht. Außerdem sitzt der Gurt, wenn er hinten angelegt wird, oft nicht so gut wie auf den vorderen Plätzen.

Viele schnallen sich hinten nicht an

Dazu kommt: Viele Passagiere legen den Gurt auf den hinteren Plätzen aus Bequemlichkeit nicht an. Oder sie beugen sich während der Fahrt nach vorne, um mit dem Fahrer zu sprechen - und dabei lockern sie den Gurt mit dem Arm, was bei einem Aufprall ebenfalls gefährlich ist.

Wo Kinder im Auto am sichersten sitzen

Wo Kinder am sichersten im Auto mitfahren, lässt sich gar nicht so einfach beantworten. «Das hängt davon ab, welches Unfallszenario vorliegt, um was für ein Fahrzeug es sich handelt und wie groß, alt und schwer das Kind ist», äußert sich Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. Tendenziell sei die Rückbank hinter dem Beifahrer noch die sicherste Option von allen, erläutert Dekra. Die rechte Seite habe zudem den großen Vorteil, dass sie weg vom Verkehr zum Gehweg gerichtet ist.

Geringere Gefährdung durch fließenden Verkehr

Sowohl beim Ein- und Aussteigen als auch beim Sichern werden die Gefahren durch den fließenden Verkehr so minimiert, ein korrektes Sichern ist auf den außen liegenden Sitzplätzen ohne große Verrenkungen möglich. Auf diesen Plätzen sind zudem in aller Regel die Isofix-Halterungen montiert, die eine richtige Montage der Kindersitze deutlich vereinfachen, erläutern die Experten.

Kindersitz auch bei kurzen Fahrten

«Am allerwichtigsten ist auf jeden Fall, dass das Kind dem Alter und der Größe entsprechend in einem geeigneten Kindersitz oder auf einer Sitzerhöhung sitzt und richtig gesichert ist», so Egelhaaf. Dies gelte für jede Fahrt - und zwar unabhängig von Fahrstrecke oder Zeitdruck. Mindestens genauso wichtig sei aber auch ein verantwortungsbewusstes und defensives Verhalten der fahrenden Person. «Das trägt noch mehr zur Sicherheit bei als die Wahl des Sitzplatzes», so der Unfallforscher.

Gafahr schon bei starkem Bremsen

Das Problem: Ist das Kind nicht richtig gesichert, kann es bereits beim starken Bremsen und erst recht bei einer Kollision im Auto herumgeschleudert werden. Dann drohen schwere Verletzungen wie etwa die Stauchung der Wirbelsäule oder schwere Schädel-Hirn-Traumata. Ist das Kind zu locker im Sitz gesichert oder hat dieser nicht die richtige Größe, entstehen bei einem Unfall unter Umständen massive Beugungen und Überstreckungen der Halswirbelsäule.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 24. September 2019 12:01 Uhr