Winterreifen: So halten sie länger

Winterreifen: So halten sie länger

Neue Winterreifen für das Auto belasten den Geldbeutel. Umso wichtiger ist es, dass sie lange halten. Sieben Tipps, wie man den Verschleiß verringert.

Behutsam mit Winterreifen umgehen

© dpa

Damit das Profil von Winterreifen nicht zu schnell schwindet, sollten Autofahrer behutsam aufs Gas- und Bremspedal treten sowie den Reifendruck im Auge behalten.

Wer teure Winterreifen gekauft hat, möchte natürlich, dass sie einige Zeit halten und nicht gleich nach einer Saison verschlissen sind. Wenn man die folgenden Ratschläge beherzigt, kann man die Lebensdauer von Reifen deutlich erhöhen.

1. Winterreifen behutsam einfahren

Wie alle neuen Reifen sollten auch Winterreifen zunächst rund 100 Kilometer sehr behutsam eingefahren werden. Das dient in erster Linie der Sicherheit. Denn auf den ersten Kilometern bauen die Reifen Grip auf: Schmierige Rückstände aus der Reifenproduktion reiben sich nach und nach ab, und die Profilblöcke werden angeraut. «Deshalb können sich neue Winterreifen auf den ersten Kilometern etwas schwammig anfühlen», erklärt Ruprecht Müller vom ADAC.

2. Defensiv fahren

Hundert Kilometer sind schnell zurückgelegt. Wer die Reifen danach weiter schonen will, muss vor allem defensiv fahren. «Pneus verschleißen vorrangig durch die Höhe der zu übertragenden Kräfte», erklärt Hans-Jürgen Drechsler vom Verband der Reifenhersteller. Je weniger Gas man gibt, desto besser bekommt das den Reifen. Andersherum können Reifen auf rauem Untergrund und flotter Gangart laut Drechsler «schon nach wenigen tausend Kilometern die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 Millimeter unterschreiten».

3. Abruptes Bremsen und Beschleunigen vermeiden

«Keine Kickstarts, früh schalten und immer vorausschauend fahren», empfiehlt Gerhard von Bressendorf. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände bringt seinen Schülern bei, ohne starke Tempoveränderungen durch den Straßenverkehr zu gleiten. «Mit großem Sicherheitsabstand und vorsichtigem Einsatz von Brems- und Gaspedal kann der Autofahrer abruptes Bremsen und Beschleunigen verhindern», sagt von Bressendorf. Das schont die Reifen, da nur geringe Kräfte auf die Gummis wirken - und es spart gleichzeitig Sprit.

4. Nicht zu schnell fahren

Auf den Reifenverschleiß wirkt sich aber nicht nur das Gasgeben und Verzögern aus: Wie schnell das Profil schwindet, hängt auch vom Fahrtempo ab, betont ADAC-Techniker Müller. «Bei sehr hohen Geschwindigkeiten müssen hohe Kräfte übertragen werden.» Dadurch erhöhe sich der Schlupf, also der Reibkontakt zwischen Reifen und Straße, und in der Folge der Verschleiß, erklärt er.

5. Reifendruck prüfen

Der richtige Luftdruck ist neben einem defensiven Fahrstil der zweite wichtige Punkt, um zu schnellem Reifenabrieb vorzubeugen. «Und trotzdem achten nur die wenigsten Autofahrer darauf», sagt Hans-Jürgen Drechsler. Viele kontrollierten nur vor großen Fahrten in den Urlaub den Luftdruck - also ein- oder zweimal im Jahr, stellt Drechsler fest. Dabei sollte mindestens einmal im Monat und besser noch alle zwei Wochen überprüft werden, ob der Reifendruck den Herstellerempfehlungen entspricht, rät der Experte.

6. Bei Kälte Reifendruck steigern

Bei zu niedrigem Luftdruck wird die Lauffläche eines Reifens ungleichmäßig abgerieben, was den Verschleiß begünstigt. Eine Formel für die Relation zwischen zu geringem Luftdruck und der Verkürzung der Laufleistung gebe es allerdings nicht, schränkt Ruprecht Müller ein. Fahrlehrer von Bressendorf empfiehlt, den Reifendruck generell 0,2 bar höher als vom Hersteller empfohlen zu halten. Bei starker Kälte und auch mit viel Gepäck an Bord sollte der Druck auf jeden Fall gesteigert werden.

7. Reifen regelmäßig tauschen

Keinen Einfluss hat der Autofahrer auf den sogenannten Sägezahnverschleiß. Dieser kann laut dem ADAC vor allem bei Reifen mit einem hohen Profil-Negativanteil, also wenigen hochstehenden Profilblöcken, im Reifenschulterbereich auftreten. «Die Profilblöcke werden dabei schräg abgerieben», erläutert Müller. Vom Sägezahnverschleiß sind vorrangig die nicht angetriebenen Räder betroffen. Die Folge sind in der Regel sehr laute Abrollgeräusche. Um dieser Verschleißform entgegenzuwirken, rät Müller: Wenn vom Fahrzeughersteller nichts anderes empfohlen wird, sollten die Räder nach 5000 bis 10.000 Kilometern auf den Achsen seitengleich getauscht werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 16. Oktober 2018 11:16 Uhr