Gebrauchtwagen: 10 Tipps für den Kauf

Gebrauchtwagen: 10 Tipps für den Kauf

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist nicht die Optik des Autos entscheidend. Wie Käufer Unfallschäden und Mängel selbst erkennen können.

Spurensuche unter der Haube

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Lackabplatzer im Motorraum können ein Indiz dafür sein, dass an einem Wagen schon viel herumgeschraubt wurde.

Der Lack glänzt wie neu, die Sitzpolster sind fleckenfrei und die Armaturen makellos. Dass dieser Gebrauchtwagen vier Jahre alt ist und rund 50.000 Kilometer auf dem Tacho hat, sieht man ihm nicht an. Der Kunde ist Feuer und Flamme, würde das Geschäft am liebsten sofort per Handschlag besiegeln. Doch langsam: Im hübschen Blechkleid könnte ein technisches Wrack stecken. Wie sich gute Gebrauchte von aufpolierten Autogurken unterscheiden lassen, erklären Experten von TÜV Süd, ADAC und der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Kaufvorbereitung:

Möglichst präzise Vorstellungen von Fahrzeugmodell, Baujahr und Preis erleichtern die Suche nach einem guten Wagen aus zweiter Hand. Bei der Vorauswahl ist das Internet nützlich: Autotests auf den Webseiten der Fachpresse und Erfahrungsberichte in Foren wie «Motor-Talk» oder «Autoplenum» bieten Orientierungshilfe. Welche typischen technischen Schwächen einzelne Automodelle haben, lässt sich zum Beispiel in der Pannenstatistik auf der Homepage des ADAC oder im jährlich erscheinenden TÜV-Report-Heft nachlesen. Auf Online-Fahrzeugmärkten lassen sich übliche Preise für einen Wunschwagen ermitteln.

Fahrzeugbesichtigung:

Nach Serviceheft fragen
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Vor allem bei jüngeren Gebrauchten sollten Kaufinteressenten nach einem Serviceheft fragen.

Ist ein passender Gebrauchter gefunden, sollten sich Kunden reichlich Zeit für die Fahrzeugbesichtigung nehmen. Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann ist klar, dass die Leuchten schon einmal ausgewechselt wurden - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen:

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube:

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche:

Nach Rost suchen
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Rost versteckt sich oft in verborgenen Ecken.

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check:

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest:

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt:

Auf Kontrollleuchten achten
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Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten für ABS, ESP und Co. aufblinken.

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand:

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger:

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Fotostrecken:

Oldies but Goldies

  • 50 Jahre Renault R4© dpa
    50 Jahre Renault R4
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    50 Jahre Renault R4
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    50 Jahre Renault R4

Wintercheck für das Auto

  • Unterbodenschutz auffrischen© Uwe Annas - Fotolia.com
    Unterbodenschutz auffrischen
  • Vollständigkeit der Winterausrüstung kontrollieren© flucas - Fotolia.com
    Vollständigkeit der Winterausrüstung kontrollieren
  • Lichtcheck durchführen lassen© Rainer-Sturm/ www.pixelio.de
    Lichtcheck durchführen lassen

Geländewagen und SUVs

  • Toyota Land Cruiser© dpa
    Toyota Land Cruiser
  • Toyota Land Cruiser© dpa
    Toyota Land Cruiser
  • Toyota Land Cruiser© dpa
    Toyota Land Cruiser

Quelle: dpa/bearbeitet BerlinOnline

| Aktualisierung: Montag, 16. Dezember 2013 11:56 Uhr

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