Verkehr  
 

Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur

Grünpfeil für Radfahrende


Verkehrsschild Grünpfeil für Radfahrende; Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen
Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen

Radfahren soll in Berlin attraktiver werden. Für alle, die schon heute mit dem Fahrrad unterwegs sind und für diejenigen, die zögern, ob sie vom Auto auf das Fahrrad umsteigen sollen. In diesem Zuge sind versuchsweise an fünf Kreuzungen Grünpfeile für Radfahrende angebracht worden.

Radfahrerinnen und Radfahrer können dank dieser neuen Verkehrsschilder einfacher abbiegen, auch wenn die Ampel Rot anzeigt. Für sie gelten die gleichen Regeln wie für Stopp-Schilder: Radfahrende müssen kurz halten, auf Fußgängerinnen und Fußgänger achten und können dann rechts abbiegen. Gerade an Straßenzügen, an denen man mit dem Fahrrad am stehenden Verkehr vorbeifahren kann, ist das ein deutlicher Vorteil. Das Fahrrad kann so sein Potenzial als schnelles Fortbewegungsmittel in der Stadt noch besser ausspielen.

Gleichzeitig muss die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gewährleistet bleiben. Der Komfortgewinn für die Radfahrerinnen und Radfahrer darf nicht zu Lasten des Fußverkehrs erfolgen. Deswegen werden die Grünpfeile zunächst auf ihre Praxistauglichkeit erprobt.

Häufige Fragen


Kann ich an den genannten Kreuzungen mit dem Fahrrad nun einfach abbiegen?

An Kreuzungen mit dem grünen Pfeil für Radfahrende muss man sich so verhalten, als ob ein Stopp-Schild angebracht wäre: Ein Halt ist zwingend vorgeschrieben, und selbstverständlich ist darauf zu achten, dass keine anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gefährdet oder behindert werden.

An welchen Kreuzungen ist der Grünpfeil angebracht?

  1. Prellerweg – Thorwaldsenstraße/Bergstraße (Tempelhof-Schöneberg)
  2. Ebertstraße/Hannah-Arendt-Straße – Lennéstraße (Mitte)
  3. Schönhauser Allee vor Torstraße (Mitte)
  4. Torstraße vor Rosa-Luxemburg-Straße (Mitte)
  5. Frankfurter Allee/Gürtelstraße – Möllendorffstraße für die Zufahrt Gürtelstraße (Lichtenberg)

Warum wurden diese Kreuzungen ausgesucht?

Für die Auswahl hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz eine Reihe von Kriterien herangezogen, darunter: Relevantes Verkehrsaufkommen, keine Sichtbehinderungen, Haltelinie für Radverkehr vorhanden und kein gemeinsamer Geh- und Radweg. Die Auswahlkriterien entsprechen denen, die in anderen Städten angewendet werden, die die grünen Pfeile für Radfahrende ebenfalls testen. So ist eine Vergleichbarkeit möglich.

Wie lange läuft der Pilotversuch und wie geht es dann weiter?

Der Pilotversuch läuft bis Anfang 2020. Ähnliche Projekte finden in neun weiteren Städten statt, darunter Köln, München, Stuttgart und Münster. Anschließend werden die Erfahrungen ausgewertet. Bei einem positiven Ergebnis – Verbesserung des Verkehrsflusses, keine Gefährdung für Radfahrende oder Dritte – müsste auf Bundesebene die Straßenverkehrsordnung geändert werden, damit die Grünpfeile dauerhaft und an weiteren Kreuzungen angebracht werden können. Sollte sich wider Erwarten schon vorher eine Verschlechterung der Verkehrssicherheit ergeben, würde der Versuch sofort beendet.

Presse

Staatssekretär Stefan Tidow enthüllte exemplarisch eines der neuen Schilder an der Torstraße in Berlin-Mitte. Foto: SenUVK
Grüner Pfeil für Radfahrer: Berlin startet Pilotprojekt