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Eisenbahnverkehr

Planungen im Eisenbahnverkehr


Aktuelle Planungen; Foto: Colourbox.com
Foto: Colourbox.com

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin hat das verkehrspolitische Ziel, den umwelt- und klimafreundlichen Verkehrsträger Schiene weiter auszubauen und Berlin zu einem europäischen Eisenbahnknotenpunkt zu entwickeln. Derzeit laufen die Planungen für mehrere Projekte um dies zu verwirklichen.

Die Zugverbindungen von und nach Berlin sind in den vergangenen Jahren stark ausgebaut worden. Die Senatsverwaltung entwickelte in den vergangenen Jahren ein neues Bahnverkehrs-Konzept ("das Pilzkonzept") für die Hauptstadt. Damit wurde ein wichtiger Schritt zum Ausbau Berlins zum europäischen Eisenbahnknotenpunkt getan.

Ebenso verfügt Berlin heute in Richtung Hamburg, Hannover - Rhein-Ruhr und Braunschweig - Frankfurt/Main - Stuttgart/Basel über ein attraktives ICE-Angebot mit kurzen Fahrzeiten, die eine Alternative zum Flugverkehr bieten.

Unzureichende Verbindungen nach Osteuropa

Um der steigenden Nachfrage der Mobilität gerecht zu werden, sind auch in Zukunft weitere Maßnahmen notwendig. Besondere Defizite gibt es im Verkehr von Berlin in die benachbarten polnischen Großstädte Stettin, Gorzów, Posen, Zielona Góra und Breslau. Hier gibt es zu wenig Zugangebote und die Fahrzeiten sind aufgrund der schlechten Infrastruktur zu lang. Die Fahrzeit des einzigen IC-Zuges von Berlin nach Breslau beträgt heute 5 ¾ Stunden, während der schnellste Zug im Jahr 1939 gerade mal 2 ½ Stunden benötigte.

Die Strecke Berlin - Posen wurde zwar auf 160 km/h ausgebaut, es werden aber täglich nur drei Zugpaare angeboten. So ist es insbesondere am Tagesrand (morgens hin, abends zurück) nicht möglich von Posen in das nur 320 km entfernte Berlin zu fahren.

Oder-Partnerschaft für gemeinsames Politiklobbying

Die Länder Berlin und Brandenburg sowie die benachbarten polnischen Großstädte Stettin, Posen und Breslau und die benachbarten vier Wojewodschaften Westpommern, Lubuskie, Wielkopolski und Niederschlesien arbeiten im Projekt "Oder-Partnerschaft" an einem Runden Tisch zusammen. Auf deutscher Seite wird die Partnerschaft vom VBB (Verkehrsverbund Berlin Brandenburg) koordiniert.

Konkrete Ziele der Oder-Partnerschaft sind:
  • Fahrzeitverkürzungen durch Optimierung der Fahrpläne im gesamten Gebiet der Oder-Partnerschaft (kurzfristig)
  • Realisierung zusätzlicher Verbindungen im grenzüberschreitenden Verkehr
  • Aufbau verkehrsverbundähnlicher Strukturen mit attraktiven und einfachen Tarifen und einem deutsch-polnischen Fahrplaninformationssystem (mittelfristig)
  • Gemeinsames Lobbying gegenüber den nationalen Regierungen und der EU für den beschleunigten Ausbau der grenzüberschreitenden Bahnstrecken auf einen Mindeststandard von 160 km/h (langfristig)

Teilnahme an grenzüberschreitenden Bahnprojekten

Berlin unterstützt die Arbeit der Oder-Partnerschaft durch die Initiierung und aktive Teilnahme an EU-Programmen, z.B. Via Regia Plus, Rail Baltica und SoNoRa:
  • Mit Via Regia wurden kurz- und mittelfristige Verbesserungsvorschläge im Bahnverkehr Berlin - Breslau erarbeitet.
  • Mit Rail Baltica konnte die Konzeption eines attraktiven Tickets ("Berlin-Gorzów-Ticket) erarbeitet und umgesetzt werden, mit den die Berliner auf polnischer Seite auch die Straßenbahn und Stadtbusse und die polnischen Bürger in Berlin auch die BVG benutzen können. Für Reisen in die benachbarte Großstadt Stettin kann das preiswerte Länderticket Brandenburg benutzt werden, dass in Stettin auch in den Stadtbussen und in der Straßenbahn gilt.