Verkehr  
 

Radrouten – Reinickendorf-Route RR5

Routenbeschreibung


Reinickendorf-Route: auf dem Weg ins Märkische Viertel


Die ca. 13 km lange Reinickendorf-Route verbindet das historische Zentrum Berlins mit dem Norden der Stadt. Sie könnte auch die Bezeichnung "MV"-Route tragen, das Kürzel steht für das Märkische Viertel, mit 35.000 Bewohnern die größte Trabantenstadt im Norden des westlichen Berlins, vorläufiges Ende der Sternroute RR 5.

Wie alle Radialrouten des Berliner Radroutennetzes beginnt auch die Reinickendorf-Route, die zukünftig bis nach Oranienburg führen soll, am Schloßplatz im Zentrum Berlins. Vorbei an den Sehenswürdigkeiten der historischen Innenstadt folgt sie zusammen mit den wichtigsten Westrouten dem preußischen Prachtboulevard Unter den Linden. Sie führt jedoch nicht durch das Brandenburger Tor, Deutschlands Nationaldenkmal Nummer eins, sondern biegt einen Block vorher nach Norden in die Wilhelmstraße ab.

Über die Marschallbrücke – links die Kuppel des Reichstages und das Regierungsviertel, das hier die Spree überspannt, rechts der Bahnhof Friedrichstraße, auf dem Fluss Ausflugsdampfer – geht die Fahrt unter der Stadtbahn hindurch in Richtung Charité. An der Zufahrt zum Universitätskrankenhaus kämpft ein nackter Ringer mit einem Fabelwesen auf dem Denkmalsockel von Rudolf Virchow. An der nächsten Straßenkreuzung blickt der Geheime Medizinalrat Albrecht von Graefe bedeutungsvoll aus einer Nische.

Links die Ziegelfassaden der historischen Charité-Gebäude, rollen wir unter dem Brückenbauwerk des modernen 21-geschossigen Bettenhauses hindurch. Wir befinden uns am Neuen Tor oder an der "Porta Nova", wie das Schild eines italienischen Restaurants verkündet.

Über einen kurzen Versatz durch die Invalidenstraße biegt die Route an der Grünanlage mit dem schrägen Mauerdenkmal in den Schwarzen Weg ein. Auf der Scharnhorststraße geht es nordwärts weiter, vorbei am Bundeswehrkrankenhaus und entlang an einem der ältesten Berliner Begräbnisplätze, dem Invalidenfriedhof, bis zur Kieler Straße. Am Ufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals trifft unsere Route auf den Berliner Mauerweg. Ein Wachturm kündet von der Vergangenheit der einst geteilten Stadt.

Über die komfortabel ausgebaute Uferpromenade gelangen wir zur Mündung der Panke, die hier in den Schifffahrtskanal fließt. Die Route quert den Vorfluter auf einer Holzbrücke und taucht unter der Nordhafenbrücke hindurch. Hinter der Fennstraße empfängt uns das Pflaster der Tegeler Straße. Nach zwei weiteren Brückenunterquerungen radeln wir durch ein ruhiges Wohnquartier. Studentischer Zielverkehr: Die Route nähert sich der Beuth Hochschule für Technik. Vorbei an der Mensa geht es mitten durch den Campus zum Belgischen Viertel. Im Unterschied zur Tegeler Straße sind hier die Fahrbahnen der baumbestandenen Promenaden asphaltiert und in das Pflaster eingeschnitten. Im Afrikanischen Viertel ändert die Route erneut die Richtung und folgt durch den Schillerpark dem Straßenzug Barfusstraße – Aroser Allee. Nicht nur für Architekturfans ein Genuss ist die Fahrt durch die Weiße Stadt - heute UNESCO-Welterbe. Eine weitere Siedlung der Berliner Moderne, die Siedlung Schillerpark, haben wir bereits passiert. Unter dem von O. Salvisberg entworfenen "Wolkenbügel" hindurch führen großzügige geplante Radfahrstreifen durch die Weiße Stadt. .

Hinter der Lindauer Allee, vorbei an einer mittelalterlichen Kirche, quert der Fahrradweg in elegantem Bogen eine Grünanlage, den Anger von Alt-Reinickendorf. Der obligatorische Dorfkrug befindet sich linker Hand. Wir biegen jedoch hinter der Dorfkirche in den Luisenweg ein, durchqueren die Reihenhaussiedlung bis zum Stegeweg.

Hinter der Unterführung der S-Bahn nach Hennigsdorf beginnt ein Industriegebiet. Es duftet nach Brot und Kuchen. Rechts befindet sich eine Brotfabrik. Bis zur Legender Straße reiht sich Wellblechfassaden-Architektur aneinander. In Verlängerung der Industriestraße erreichen wir einen bahnbegleitenden Weg, der am Interessentenweg die Nordbahn kreuzt. Auf der Nordseite der Bahntrasse begleitet die Route ein kurzes Stück den Berliner Mauerweg. Während dieser dem Nordgraben nach Osten folgt, fahren wir Richtung Norden. Wir befinden uns am Rand des Märkischen Viertels. Vor uns staffelt sich das Wohngebirge in den Himmel. Unter einen Wohnblock hindurch erreicht die Route auf Höhe des Königshorster Weges den Wilhelmsruher Damm. Links überspannt das Brückengebäude des Postamtes die Allee. Auf der anderen Straßenseite befindet sich das Märkische Zentrum mit gesellschaftlichen, kulturellen und gastronomischen Einrichtungen und einer riesigen Shopping Mall.

Wer zum Tegeler Fließ, nach Lübars oder in das denkmalgeschützte Frohnau weiterfahren möchte, folgt einem Grüngürtel und dem Packereigraben auf dem gut ausgebauten Welzower Steig.


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