Verkehr  
 

Radrouten – Reinickendorf-Route RR5

Etappe von Mitte nach Gesundbrunnen




1. Die historische Mitte Berlins

Keimzelle der ehemaligen Doppelstadt Berlin/Cölln und historische Mitte des heutigen Berlins ist die Querungsstelle einer alten Ost-West-Handelsstraße über die Spree. Burg und Schloss am Spreeübergang wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch Andreas Schlüter zur bedeutendsten Barockresidenz Norddeutschlands ausgebaut. Nach Abriss der Schlossruine durch die DDR-wurde hier der Palast der Republik errichtet. Nach einem Entwurf von Franco Stella entsteht das Stadtschloss als Humboldtforum wieder neu. Nordwestlich an den Schloßplatz grenzt der Lustgarten, umgeben vom Berliner Dom (Julius Raschdorff 1894–1904) und dem Alten Museum (Karl Friedrich Schinkel 1825–30), Bestandteil der zum Weltkulturerbe gehörenden Museumsinsel.
 

2. Deutsches Historisches Museum

Der 1695 von Johann Arnold Nering begonnene und von Andreas Schlüter 1699 vollendete Bau beherbergt heute das Deutsche Historische Museum. Die Fassade gehört zu den bedeutendsten Werken der Barockplastik.
 

3. Unter den Linden

Der einstige kurfürstlich-königliche Prachtboulevard Unter den Linden beginnt an der Schlossbrücke und endet an dem von Carl Gotthard Langhans im klassizistischen Stil entworfenen Brandenburger Tor (3b) – Symbol für die Wiedervereinigung Deutschlands. Um den heutigen Bebelplatz planten Friedrich II. und sein Hofarchitekt von Knobelsdorff das Lindenforum (3a), ein repräsentatives städtebauliches Ensemble: Das Opernhaus, heute die Staatsoper, das Prinz Heinrich Palais, seit 1810 Humboldt-Universität, die St. Hedwigs-Kathedrale und die Alte Bibliothek.
 

4. Band des Bundes

Das neue Regierungsviertel symbolisiert das Zusammenwachsen der ehemals getrennten Stadthälften. Das 1992 von Axel Schultes und Charlotte Frank konzipierte Band des Bundes reiht die wichtigsten Regierungsbauten – die Spree und die ehemaligen Grenzanlagen von West nach Ost überspannend – wie eine Perlenkette auf. Beginnend mit dem Haus der Kulturen der Welt setzt sich das Band fort mit dem Bundeskanzleramt, entworfen von Schultes und Frank, dem Reichstag gebaut 1884–94 von Paul Wallot, umgebaut 1994–99 von Norman Forster, bis zu den Bürogebäuden der Abgeordneten, realisiert von Stephan Braunfels 2002.
 

5. Bühnen um die Friedrichstraße

Gegenüber dem Bahnhof Friedrichstraße residiert der Admiralspalast. Nördlich der Spree ist das Tanzensemble des Friedrichstadtpalastes allabendlich zu bewundern. Klassisches und modernes Theater bieten das Berliner Ensemble am Schiffbauerdamm, Wirkungsstätte von Bertholt Brecht und Helene Weigel. Das Deutsche Theater, legendäre Spielstätte Max Reinhardts, befindet sich in der Schumannstraße, die Komische Oper südlich der Straße Unter den Linden.
 

6. Charité

Das Areal der traditionsreichen Universitätsklinik wird begrenzt durch Luisenstraße, Invalidenstraße und Humboldthafen. Charakteristisch für die Pavillonbauten ist der neugotische Stil mit dem roten Ziegelmauerwerk und weißen Putzflächen. 1977–82 wurde der Krankenhauskomplex durch ein 21-geschossiges Hochhaus mit tausend Betten erweitert.
 

7. Hauptbahnhof

Wo sich vor der Wende ein untergeordneter Stadtbahnhof befand, überdecken heute eine weiträumige Glashalle und mehrgeschossige Bügelbauten den Eisenbahnviadukt. Sie verknüpfen die Ost-West-Trasse der Stadtbahn mit dem Nord-Süd-Tunnel des neuen Berliner Eisenbahnnetzes.
 

8. Hamburger Bahnhof

Der Hamburger Bahnhof, der bis zur Wende im Grenzgebiet einen Dornröschenschlaf führte, ist einer der ältesten noch erhaltenen Bahnhöfe Deutschlands. Der 1845–47 nach Plänen von Friedrich Neuhaus und Ferdinand Wilhelm Holz errichtete Kopfbahnhof erinnert mit seinen Bogenportalen und den zwei Ecktürmen an italienische Renaissance-Architektur. Heute befindet sich in dem von Josef Paul Kleihues erweiterten Gebäude das Museum für Gegenwartskunst.
 

9. Invalidenfriedhof

Der historische Friedhof zwischen Scharnhorststraße und Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal gehört zu den ältesten Anlagen Berlins und erinnert als Relikt preußischer Militärgeschichte an die Befreiungskriege von 1813–15. Während der DDR-Zeit verlief die Berliner Mauer über den Friedhof.


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