Verkehr  
 

Radrouten – Europaradweg R1 (West)

Routenbeschreibung


Von der Potsdamer Schlösser- und Parklandschaft zum Schloßplatz


An der Glienicker Brücke trifft der Europaradweg R1, in Berlin identisch mit der Deutschland-Route D3, auf die Berliner Landesgrenze. Die Havelbrücke, bekannt auch durch den Agentenaustausch während des Kalten Krieges, ist die südlichste Stelle des Seensystems im Westen Berlins und der Mittelpunkt von Preußens Arkadien, der Potsdamer Schlösser- und Parklandschaft. Von hier aus verläuft der westliche Abschnitt des Berliner Europaradweges R1 über 33 km bis zum Schloßplatz in der Mitte Berlins.

Links der Glienicker Brücke biegen wir in den landschaftlich reizvollen Haveluferweg ein und radeln vorbei an der Großen Neugierde und dem Kavaliershaus des Schlosses Glienicke in Richtung Pfaueninsel. Südländisch anmutende Bauwerke ragen ockergelb aus den Baumkulissen. Vom Gegenufer grüßen der Kampanile der Sacrower Heilandskirche und das Pfaueninselschlösschen. Auf einem Bergsporn am hohen Ufer steht der Zwiebelturm der Kirche St. Peter und Paul. An der Gaststätte Moorlake vorbei geht es in Richtung Fähranleger Pfaueninsel, auch hier ein alter Biergarten.

Die Route umrundet die Halbinsel Heckeshorn und erreicht über eine leichte Anhöhe die Königstraße und den Vorort Wannsee. Von der Wannseebrücke öffnet sich ein beeindruckendes Panorama auf die Havelseen. Im Vordergrund der Mastenwald der Segelboote, gegenüber die Anleger der Berliner Ausflugsflotte, im Hintergrund die Terrassen des Berliner Lidos, Europas größtem Binnenstrandbad.

Vorbei an der Ausflugsgaststätte Loretta und dem Bahnhof Wannsee führt die Route zum Kronprinzessinnenweg. Hinter der Jugendherberge fahren wir nicht in Richtung Strandbad oder in Richtung Spinnerbrücke, Berlins beliebtestem Motorradtreffpunkt, sondern folgen dem Kronprinzessinnenweg. Rechts die AVUS, einst berühmte Autorennstrecke Berlins, geradeaus die autofreie Verlängerung des Kronprinzessinnenwegs, das Eldorado Aller, die gerne Rad fahren oder skaten, wenden wir uns zur Havelchaussee. Versteckte Buchten laden zum Baden ein.

Auf einer alten Eichenallee geht es weiter am Ufer entlang. Hinter der Insel Lindwerder macht die Havelchaussee einen Bogen und steigt auf den höchsten Punkt des Ufers zum Grunewaldturm empor. Von der Spitze des roten Ziegelturms, ein Denkmal aus kaiserlichen Zeiten, ist die gesamte Seenkette von Potsdam bis Spandau zu überblicken. Vom Aussichtspunkt rollen wir hügelauf und -ab durch den Grunewald bis die Havelchaussee sich bei Schildhorn, auch hier eine Traditionsgaststätte, wieder dem Ufer nähert. Südlich der Havelbrücken bei Pichelswerder verlässt die Route das Ufer der Havel und erreicht über die Straße Am Postfenn – rechts der Teufelsberg mit den ehemaligen Sende- und Abhöranlagen des amerikanischen Militärs – den Scholzplatz.

Hier treffen wir auf die Heerstraße, Teil der großen Ost-West-Achse, die ganz Berlin durchzieht. Auf Nebenfahrbahnen, linker Hand die Waldbühne und das Olympiastadion, gelangen wir durch Westend radelnd zum Theodor-Heuss-Platz. Wir umfahren den Platz mit dem Sendegebäude des Rundfunks Berlin-Brandenburg. In der Blickachse ist der Fernsehturm am Alexanderplatz zu sehen. Über die Stadtautobahn und den Stadtbahnring, rechts das Messegelände, das ICC und der Funkturm, rollen wir leicht bergab bis zum Sophie-Charlotte-Platz, wo die Schloßstraße auf die Ost-West-Magistrale stößt. Am Ende der vierreihigen Lindenallee ragt die Kuppel des Charlottenburger Schlosses durch die Bäume. Wir nähern uns der West-City und passieren das Theater- und Hochschulviertel um den Ernst-Reuter-Platz. Die Route tangiert das Zentrum von Westberlin – Kurfürstendamm, Gedächtniskirche und Zoologischer Garten – und quert den Landwehrkanal am Charlottenburger Tor – Tor zum Tiergarten, einst Jagdrevier der brandenburgischen Kurfürsten, jetzt Europas größter innerstädtischer Park. Die barocke Achse zielt auf das ehemalige Stadtschloss der preußischen Könige. Der Ausbau zum sechsspurigen Boulevard und die Errichtung der Siegessäule am Großen Stern sind Relikte nationalsozialistischer Stadtplanung.

Am Brandenburger Tor, Brandenburger Tor, Eingang zum historischen Berlin, Durchlass nur für Fuß- und Radverkehr, stand zu DDR-Zeiten die Berliner Mauer. Heute ist das Brandenburger Tor Symbol für die Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands. Hier kreuzt wieder der Berliner Mauerweg die Route. Nördlich des Tores liegt das Regierungsviertel mit Kanzleramt und Reichstag. Östlich des Berliner Wahrzeichens beginnt mit dem wiederaufgebauten Pariser Platz die Straße Unter den Linden. Vorbei an russischer Botschaft, Komischer Oper, der Friedrichstraße, Humboldt-Universität, Universitätsbibliothek, Staatsoper, Deutschem Historischen Museum und dem Forum Fridericianum zieht sich die Prachtstraße durch das barocke Berlin. Gegenüber der Museumsinsel und dem Berliner Dom befand sich das Stadtschloss, in der ehemaligen DDR durch den Palast der Republik ersetzt. Es wird als Humboldtforum wieder erstehen. Am Schloßplatz treffen sich die Berliner Radrouten aus allen Himmelsrichtungen. Hier ist auch der Startpunkt für den östlichen Abschnitt des Europaradweges R1.



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