Pflanzenschutz  
 

Pflanzenschutz im Stadtgrün - Schadorganismen in Berlin

Tierische Schaderreger: Kupferstecher


Kupferstecher
Kupferstecher

Der Kupferstecher wird seit 2004 im Berliner Stadtgebiet mit Pheromonfallen überwacht. Besonders bei geschwächten und gestressten Gehölzen führt er zu Absterbeerscheinungen. Trockene und warme Jahre begünstigen ihn in seiner Ausbreitung.

Lebensweise


Tabelle mit Lebenszyklus
Lebenszyklus der Kupferstecher

Kupferstecher - Pityógenes chalcógraphus
Vorkommen: Fichte, Kiefer, Weymouthkiefern, Lärchen, Douglasie, Tanne, Wacholder
Schwarm: April/Mai und Juli/August an sonnigen Tagen
Paarung: das Männchen bohrt sich in die Rinde ein und fertigt die Rammelkammer
Brutbild: 3- bis 6-armiger Sterngang, je nach Anzahl der begatteten Weibchen
Larvenschlupf: einige Tage nach der Eiablage
Larvenfraß: kurze, nah beieinander liegende Gänge
Verpuppung: am Ende der Larvengänge in der Rinde
Reifungsfraß: Jungkäfer
Regenerationsfraß: der Weibchen nach der ersten Eiablage
Generation: doppelt, je nach Witterung auch Geschwisterbruten
Symptome: Austreten von Harz, feines braunes Bohrmehl, feine Bohrlöcher, Spechteinschläge, Verfärben und Schütterwerden der Krone, Rötung der Nadeln, bei älteren Bäumen nur im Kronenraum an stärkeren Ästen
Schaden: teilweises oder ganzes Absterben des Wirtsbaumes

Monitoring

Nach einem sehr hohen Anfangsbefall zu Beginn des Kupferstecher Monitorings (nach dem extrem trockenen Jahr 2003) wies das Jahr 2015 den bislang niedrigsten Wert auf. 2016 stieg die Anzahl der gefangenen Käfer auf den dritthöchsten Wert. Beim Vergleich des unterschiedlich starken Auftretens der Kupferstecher mit dem Witterungsverlauf des jeweiligen Jahres, scheint auf ein eher trockenes Jahr eines mit einem starken Kupferstecher-Flug zu folgen. Die Fangzahlen von 2016 scheinen dies zu bestätigen wohingegen in 2017 aufgrund der Witterung die Fangzahlen deutlich geringer waren. Im trockenen und sehr heißen Jahr 2018 lagen die Fangzahlen fast auf dem Niveau von 2016. Im Jahr 2019 ist erneut mit einem Anstieg der Käferzahlen zu rechnen.

Flugverlauf 2018

Aufgrund der optimalen Bedingungen (Trockenheit, Wärme, Sonne) kam es zu einem sehr starken Schwarmflug Mitte April. Die Witterung begünstigte die Anlage von Geschwisterbruten, deutlich sichtbar am Anstieg der Fangzahlen Ende Mai. Im weiteren Verlauf entwickelte sich eine starke 2. Generation mit dem Hauptflug Anfang August.
Das Potential an Kupferstechern ist im Stadtgebiet Berlin sehr hoch und kann zu entsprechenden Schäden und Ausfallerscheinungen an den Gehölzen führen. Vorbeugend ist auf eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung der Gehölze zu achten.

Der Schwarmflug des Kupferstechers begann mit den steigenden Temperaturen Mitte April bis Ende April. Aufgrund der, für die Entwicklung günstigen Witterung, legten die Weibchen nach einem Regenerationsfraß Geschwisterbruten an, was den zweiten Schwarmhöhepunkt Ende Mai erklärt. Im weiteren Verlauf ist deutlich eine zweite Käfergeneration mit Schwarmhöhepunkt Anfang August sichtbar. Das vorhandene Käferpotential ist deutlich angestiegen.
Flugverlauf des Kupferstechers im Berliner Stadtgebiet 2018 im Vergleich zum mittleren Flugverlauf; © Pflanzenschutzamt Berlin