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EUPOS® - European Position Determination System

Karte der EUPOS® Länder

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen betreibt das amtliche Berliner SAPOS®-Referenzstationssystem, das satellitengestützte Positionsbestimmung, Ortung und Navigation in einem einheitlichen und europaweit verfügbaren Bezugssystem mit hoher Effizienz und in technisch adäquater Form bereitstellt. SAPOS® ist deutschlandweit verfügbar und wird in der Zuständigkeit der jeweiligen Landesvermessungsverwaltung betrieben. Das Berliner System hat sich Innovationen nie verschlossen und bedient ein sehr weit gestreutes Anwendungsspektrum. In Mittel- und Osteuropa wurde erst deutlich später mit dem Aufbau solcher Systeme begonnen, das Berliner Know-how war in diesem Zusammenhang dabei stark gefragt.

Aufgrund dieses Interesses initiierte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung internationale Aktivitäten für die Herstellung kompatibler Geobasisinfrastrukturen als Grundlage für präzise Positionierung, Ortung und Navigation in Mittel- und Osteuropa. Vom Teilnehmerfeld aus fünfzehn mittel- und osteuropäischen Staaten am Berliner Workshop "Multifunktionale GNSS-Referenzstationssysteme für Europa", 4.-5. März 2002, wurde das International EUPOS® Steering Committee (ISC) gegründet, mit dem Ziel der gegenseitigen Unterstützung beim Aufbau kompatibler Referenzstationssysteme. Derzeit beteiligen sich die zuständigen nationalen Fachverwaltungen bzw. die angeschlossenen Institute sowie einige Universitäten aus folgenden Länder an der Kooperation: Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Kasachstan, Lettland, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Polen, Russische Föderation, Rumänien, Serbien, Slowakische Republik, Tschechische Republik, Ukraine und Ungarn, Aserbaidschan, Kirgistan, Slowenien und Usbekistan haben Beobachterstatus. Bis 2013 waren der EUPOS ISC Vorsitz und das Büro des ISC bei der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Abt. III, angesiedelt. Inzwischen wurden Leitung und Büro von der polnischen Partnerverwaltung, dem Head Office of Geodesy and Cartography, übernommen.

Das International EUPOS® Steering Committee tagt zweimal pro Jahr. Es beschloss bisher unter anderem verbindliche organisatorische und technische Standards für EUPOS® ®, die konsequent weiterentwickelt werden. Die EUPOS®-Länder nähern sich immer mehr einer flächendeckenden Realisierung von EUPOS®. Dies ist jedoch stark abhängig von den finanziellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes.

Seit der Aufbau der Referenzstationssysteme in einigen Ländern abgeschlossen ist, befassen sich die Mitglieder der Initiative nun verstärkt mit der Frage des Qualitätsmanagements der Systeme. Dazu wurde die EUPOS®-Arbeitsgruppe "System Quality, Integrity and Interference Monitoring" gegründet. Dieses Vorhaben findet auch über EUPOS® hinaus Beachtung, so zum Beispiel beim International Committee on GNSS (ICG).

EUPOS® hat beschlossen, soweit wie möglich nur international anerkannte Verfahren zu verwenden. Es werden aber noch nicht alle Anforderungen durch internationale Standards erfüllt. Auf Anregung der EUPOS® Arbeitsgruppe "Technical Cooperation with the Industry", wurde EUPOS® daher Mitglied in der Radio Technical Commission for Maritime Services (RTCM), einer internationalen, gemeinnützigen, wissenschaftlichen und professionellen Organisation. Die Mitglieder kommen aus Verwaltung und Wirtschaft. Ziel der unabhängigen Kommission ist die Standardisierung in der Funknavigation und -kommunikation. EUPOS® arbeitet aktiv mit im Special Committee 104, einer der Arbeitsgruppen des RTCM, die sich mit der Standardisierung von Informationen für Differential Global Navigation Satellite Systems (DGNSS) beschäftigt.

Unter der Leitung des United Nations Office for Outer Space Affairs (UN OOSA) wurde Anfang Dezember 2005 in Wien das International Committee on Global Navigation Satellite Systems (ICG) als informelle Einrichtung auf freiwilliger Basis von den Vertretungen der GNSS-Systembetreiber, der darauf aufsetzenden Erweiterungssysteme, der betroffenen Regierungsbehörden sowie von zwischenstaatlichen und nicht staatlichen Organisationen gegründet. Ziel des ICG ist die Förderung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der zivilen Nutzung satellitengestützter Positionierung und Navigation, der Zeitberechnung, der Mehrwertdienste ebenso wie der Kompatibilität und Interoperabilität der vorhandenen und zukünftigen globalen Navigationssysteme. Das Anwendungsspektrum soll damit gesteigert und die nachhaltige Entwicklung unterstützt werden. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen initiierte 2004 die Einrichtung des ICG in ihrer Resolution 59/2. Im ICG wirkt EUPOS® als assoziiertes Mitglied mit.

EUPOS - European Position Determination System


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