Am Bahnsteig

Sicher, klimafreundlich und komfortabel soll die Mobilität künftig in Berlin sein. Dabei verfolgt Verkehrssenatorin Regine Günther das Ziel einer lebenswerten, attraktiven Stadt: 'Wir setzen die Mobilitätswende um, damit die Lebensqualität für Millionen Berliner*innen noch weiter steigt.'
Saubere Luft, Wohnquartiere mit weniger Verkehrslärm, komfortables Vorankommen in Bussen und Bahnen zu fairen Preisen und eine gesteigerte Verkehrssicherheit sind wichtige Aspekte einer stadtverträglichen Mobilität.
Berlin ist hier mit vielen anderen europäischen Metropolen wie Paris, Barcelona, Oslo oder Wien auf dem Weg, die Mobilität im urbanen Raum neu zu gestalten. In Berlin und anderswo findet ein Umdenken und Umlenken in der bisherigen Mobilitätspolitik statt.

Leise und klimafreundlich 1600 E-Busse

Gut für Klima, Luftqualität und Lärmpegel: Kontinuierlich erneuert Berlin seine Bus-Flotte und stellt bis 2030 alle Fahrzeuge auf Elektro-Antrieb um.

Fahrradhauptstadt Berlin 27 Kilometer

Neue geschützte Radwege und Pop-Up-Bikelanes bringen Berlins Fahrradfahrer*innen mehr Sicherheit und Komfort. Viele weitere Kilometer sind in Planung.

Mehr Platz im Kiez 30 Spielstraßen

Neue Spielstraßen schaffen Freiräume für Kinder und sind Treffpunkte für Erwachsene. Lebensqualität pur vor der eigenen Haustür.

Stadt und Land verbinden 180 Kilometer

Mit bis zu 180 Kilometer neuen Schienen und 35 neuen Bahnhöfen starten Berlin und Brandenburg mit i2030 das größte Bahn-Ausbauprojekt der vergangenen 30 Jahre.

Busse & Bahnen

Busse und Bahnen sind das Rückgrat des Berliner Verkehrs. Täglich transportieren sie Millionen Menschen sicher, komfortabel und klimafreundlich an ihr Ziel. Aber der Nah- und Regionalverkehr kann mehr! Bis 2035 investiert Berlin deshalb über 28 Mrd. Euro in neue S- und U-Bahnwagen, E-Busse, Trams und Schienentechnik.
Und mit Investitionen von bis zu 6 Mrd. Euro in Außenbezirken und Umlandgemeinden entstehen attraktive Schienenverbindungen zwischen Berlin und Brandenburg. Berlin stärkt den ÖPNV und den Regionalverkehr damit wie nie zuvor. So werden die Alternativen zum eigenen Auto immer attraktiver und das Umsteigen immer einfacher.

Bild: matteo avanzi - stock.adobe.com
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Besser pendeln in der Hauptstadtregion

Die Hauptstadtregion wächst und darauf stellt sich der ÖPNV ein. Mit dem Projekt i2030 modernisieren Berlin und Brandenburg mit dem VBB und der DB den Regional- und S-Bahnverkehr. Bis zu 180 km Strecke, 99 Bahnhöfe und 6 Mrd. Euro Investitionen schaffen zuverlässige und leistungsfähige Verbindungen über die Stadtgrenze hinweg.

Bild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
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Neues Leben für die Siemensbahn

Im Nordwesten Berlins entsteht bis 2030 die Siemensstadt 2.0. Sie wird durch die Reaktivierung der Siemensbahn zwischen Jungfernheide und Gartenfeld per Schiene erschlossen – inklusive schneller Anbindung an Hauptbahnhof und BER. Die neuen Wohngebiete im Spandauer Norden profitieren ebenfalls. Erste Arbeiten haben begonnen.

NEB /Christian_Bedeschinski
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Mit der Heidekrautbahn in die Innenstadt

Mit der Wiederbelebung der Stammstrecke der Heidekrautbahn ist eine direkte Verbindung von Basdorf nach Berlin mit bis zu acht Haltepunkten geplant. Im 30-Minuten-Takt soll die Linie RE27 dann bis Berlin-Gesundbrunnen fahren. Spatenstich in Wilhelmsruh ist bereits im Dezember 2020.

Bild: AdobeStock / Tobias Arhelger
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Mehr Takt im S-Bahn-Netz

Mit 35 Einzelprojekten macht i2030 das S-Bahn-Netz fit für die Zukunft: Immer mehr Fahrgäste profitieren bald vom 10-Minuten-Takt. Zusätzliche Gleise, Weichen und Signale sorgen für mehr Platz und Pünktlichkeit. Auch der Einsatz von Express-S-Bahnen wird untersucht. Für eine klimafreundliche Mobilität in der Stadt und im nahen Umland.

Bild: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
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Schnell und elektrisch nach Stettin

In 90 Minuten von Berlin bis Stettin – das soll bis 2026 möglich sein. Die 135 km lange Bahnstrecke wird dazu zweigleisig ausgebaut und durchgehend elektrifiziert. Erstmals können Züge auch im Einstundentakt unterwegs sein. 2021 sollen die Bauarbeiten beginnen. Polen und Deutschland rücken zusammen.

Bild: BVG, Süß
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Gelb, groß – und elektrisch

Klimafreundlich, leise und abgasfrei – so machen die neuen Elektro-Busse mit innovativer Technik den Berliner ÖPNV noch stadtverträglicher. 2020 sind die ersten leistungsstarken E-Gelenkbusse gestartet. Bis spätestens 2030 sind alle BVG-Busse sauber unterwegs.

Bild: S-Bahn Berlin GmbH / J. Donath
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Eine Stadt für alle: Bezahlbar durch Berlin

Wir haben die Tarife des ÖPNV für hunderttausende Menschen deutlich gesenkt. Jetzt fahren alle Berliner Schüler*innen kostenlos, das Sozialticket ist um ein Viertel günstiger und Azubis können für einen Euro pro Tag in Berlin und Brandenburg unterwegs sein.

Bild: BVG, Chudy
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Neue Straßenbahnen für Berlin

Straßenbahnen sind leistungsfähig, sauber und klimafreundlich. Drei neue Strecken werden in den kommenden Jahren fertiggestellt, bis 2035 wird die Zahl der Fahrzeuge um fast 40% steigen und das Netz ebenfalls um rund 40% wachsen, unter anderem durch die neue Linie zwischen Alexander- und Potsdamer Platz. So entstehen mehr Komfort und Zuverlässigkeit.

Bild: SenUVK
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Freie Fahrt für Berlins Busse

Über 1 Million Fahrgäste steigen jeden Werktag in einen BVG-Bus. Damit sie besser vorankommen, werden neue Busspuren ausgewiesen. Die BVG darf zudem Falschparker*innen eigenständig abschleppen. So wird Busfahren noch schneller und attraktiver.

Bild: BVG, Lang
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Neue U-Bahnen für Berlin

Zu einer wachsenden Stadt gehört eine leistungsfähige U-Bahn. Bis 2035 kauft Berlin neue U-Bahn-Wagen und erhöht den Bestand um ein Drittel auf fast 1.700 Wagen. Zusätzlich wird untersucht, welche U-Bahn-Strecken ausgebaut werden sollen.

Bild: S-Bahn Berlin GmbH / J. Donath
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S-Bahn-Ausschreibung: Mehr Qualität, mehr Wagen, bessere Preise

Die besten Anbieter können sich um den Betrieb der S-Bahn-Teilnetze bewerben. Gleichzeitig startet Berlin den Kauf von mehr als 2.100 moderner S-Bahn-Wagen. Damit startet die S-Bahn eine Attraktivitätsoffensive zu Gunsten der Fahrgäste. Mehr Infos hier.

Nahverkehrsplan

ÖPNV-Zuschüsse

2018 1,1 Mrd. €
2028 2,1 Mrd. €
+90%

Berlin erhöht bis 2028 die jährlichen ÖPNV-Zuschüsse um fast das Doppelte und steckt bis 2035 insgesamt mehr als 28 Milliarden Euro in bessere Busse und Bahnen.

Straßenbahnen

2019 340 Fahrzeuge
2035 470 Fahrzeuge
+38%

Neue und zusätzliche Straßenbahnen ermöglichen höhere Taktzahlen und mehr Komfort.

U-Bahn

2019 1.270 Wagen
2035 1.700 Wagen
+33%

Der Bestand wird ausgetauscht und ausgebaut: So wird die U-Bahn noch leistungsfähiger.

Straßenbahn-Strecken

2019 194 km
2035 267 km
+38%

Auf vielen Strecken ist die Straßenbahn unschlagbar effizient. Neue Verbindungen soll es auch bei S- und U-Bahnen geben.

Fußverkehr

Mit den eigenen Füßen legen die Berliner*innen mehr Wege zurück als mit dem Rad, mit Bussen und Bahnen oder dem Auto. Gleichzeitig sind Fußgänger*innen im Straßenverkehr besonders gefährdet. Sie müssen also geschützt werden – und dafür baut Berlin eine entsprechende Infrastruktur. Aber nicht nur das: Neue Räume für Nachbarschaften entstehen durch temporäre Spielstraßen. Wo Kinder toben und Erwachsene sich gerne aufhalten, da gibt es eine neue Alltags-Qualität direkt vor der Haustür.

Bild: Abgeordnetenhaus von Berlin
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Mobilitätsgesetz: Besser zu Fuß unterwegs

Im Mobilitätsgesetz schreibt erstmals ein deutsches Bundesland die Förderung des Fußverkehrs fest. Für eine bessere Mobilität sollen längere Grünphasen, abgesenkte Bordsteine oder zusätzliche Bänke sorgen. Zusätzliches Personal in den Bezirksämtern speziell für den Fußverkehr wird Planung und Umsetzung voranbringen.

Bild: SenUVK
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Eine Stadt für die Menschen – autofreie Kieze

Ein Mal pro Woche erobern die Kinder die Kreuzberger Böckhstraße. Auch im Wrangelkiez oder in Pankow wird geprüft, wie dort der Autoverkehr reduziert werden kann; viele weitere temporärere Spielstraßen werden aktuell realisiert. Mehr Infos hier.

Bild: AndreaA./Depositphotos.com
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Komfortabel über die Kreuzung

Verkehrssichere Kreuzungen sind wichtig für ein gutes und geschütztes Vorankommen. Berlin baut deswegen Kreuzungen um, an denen sich viele Unfälle ereignen. Die ersten dieser Kreuzungen sind neu gestaltet, viele weitere sind in Planung oder Umsetzung. Davon profitieren besonders Fußgänger*innen und Fahrradfahrer*innen. Mehr Infos hier.

Bild: familie-eisenlohr.de - stock.adobe.com
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Barrierefrei – damit alle gut vorankommen

Eine Stadt für alle ist Berlin dann, wenn alle ohne Hilfe überall mobil sein können. Deswegen werden Bordsteine abgesenkt, Gehwege erneuert, BVG-Haltestellen behindertengerecht umgerüstet. Die finanziellen Mittel dafür steigen deutlich an. Von mehr Barrierefreiheit profitieren nicht nur die 350.000 Berliner*innen mit einer physischen Behinderung, sondern auch alle, die mit Kinderwagen oder Einkaufstrolleys unterwegs sind.

Radverkehr

Nur jede*r Dritte in Berlin besitzt ein Auto, aber fast allen gehört ein Fahrrad. Entsprechend boomt der Radverkehr: +25% betrug die Zunahme zwischen Juni 2019 und Juni 2020. Kein Wunder, denn viele Gründe sprechen fürs Radfahren: Schnelligkeit, geringe Kosten, gut für die Gesundheit – und Parkplatzsorgen fallen auch weg.
Berlin erhöht die Investitionen in eine moderne Radinfrastruktur und ist auf dem Weg zu einer noch attraktiveren Fahrrad-Metropole.

Bild: Ralf Rühmeier
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Wer sich sicher fühlt, fährt lieber Rad.

Immer mehr geschützte Radstreifen trennen Rad- und Autoverkehr und sorgen so für ein unbeschwertes Vorankommen auf zwei Rädern, zum Beispiel an der Hasenheide oder der Holzmarktstraße. Wo jetzt noch temporäre Radstreifen installiert sind, werden diese bald dauerhaft eingerichtet.

Bild: Ralf Rühmeier
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Grün markiert:
Hier ist Platz für Fahrradfahrer*innen!

Grüne Radstreifen schaffen Sicherheit durch Sichtbarkeit. Über 20 Kilometer sind bereits realisiert, viele weitere Kilometer folgen 2020. Sie sind rasch umsetzbar und markieren die gestiegene Bedeutung des Radverkehrs in Berlin. Mehr Infos hier.

Bild: SenUVK
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Radschnellverbindungen

Zehn Verbindungen zwischen Außenbezirken und Innenstadt mit insgesamt rund 100 Kilometer Länge sind in Planung; 2022 ist der Bau der ersten Abschnitte vorgesehen. Bequeme Breiten, ein hochwertiger Belag und eine gute Beleuchtung garantieren eine komfortable Mobilität auch über längere Strecken. Mehr Infos hier.

Bild: Minerva Studio - Fotolia.com
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Mehr Personal für bessere Fahrrad-Infrastruktur

Ende 2016 arbeiteten in der Berliner Verwaltung nur eine Handvoll Verantwortlicher für den Radverkehr. Heute bringen rund 70 Beschäftigte in Senat, der landeseigenen infraVelo und den Bezirken den Radverkehr voran.

Bild: eldadcarin - Fotolia.com
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Sicher vorankommen, sicher parken

Der Senat hat seit 2017 über 15.000 neue Fahrrad-Stellplätze finanziert, viele weitere werden dazukommen: An den Haltestellen und Bahnhöfen, aber auch in den Quartieren. Zusätzlich sind besonders geschützte Stationen und Fahrradparkhäuser vorgesehen. Mehr Infos hier.

Bild: Stefanie Kunze
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fLotte kommunal – kostenlose Ausleihe von Lastenrädern

Lastenräder sind klimafreundliche Alternativen zum eigenen Auto. Wer nur gelegentlich eins benötigt, kann es in vielen Bezirken kostenlos und unkompliziert ausleihen. Inzwischen ist die fLotte auf mehr als 140 Lastenräder angewachsen.

Bild: nextbike GmbH
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Leihräder für die Fahrt zwischendurch

Seit 2017 wird das Leihradsystem Nextbike mit heute rund 5.000 Fahrrädern mit Unterstützung des Berliner Senats aufgebaut. Das städtische Leihradsystem ist unschlagbar preiswert und schnell auf der Kurzstrecke. Ein wichtiges Puzzlestück umweltfreundlicher Mobilität in Berlin.

Bild: Ralf Rühmeier
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Lastenräder statt Lkw

Beim Projekt KoMoDo übernehmen auf der letzten Meile klimafreundliche, leise und platzsparende Lastenräder die Paket-Zustellung. 28.000 Lkw-Kilometer wurden so im ersten Jahr gespart – ein Gewinn für Umwelt, Klima – und für die Nachbarschaften dank weniger Diesel-Motoren und mehr Fahrrad-Klingeln. Die Erfahrungen nutzen jetzt die Bezirke für ähnliche Projekte.

Bild: Ralf Rühmeier
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Schneller planen und umsetzen: Bündnis für den Radverkehr

Beim Ausbau der Radinfrastruktur sind viele Akteure beteiligt. Umso wichtiger ist es, dass sie sich im neuen Gremium Bündnis für den Radverkehr koordinieren, damit Planung und Umsetzung schneller vorangehen.

Häufige Fragen

Eine grundlegende Mobilitätswende in einer Millionenmetropole wie Berlin kann nicht von heute auf morgen geschehen – aber jeden Tag etwas mehr. Neue Gesetze müssen erst erarbeitet und verabschiedet, neue Stellen in den Verwaltungen geschaffen und besetzt und Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Nicht zuletzt braucht die Planung und der Bau von Infrastruktur Zeit.
Bei der E-Bus-Flotte ist Berlin eine der Vorreiterinnen in Deutschland. Geschützte Radfahrstreifen gab es bis vor kurzem in Deutschland nicht; sie mussten erst entwickelt werden. Für viele dieser Fragen braucht es spezifische Lösungen, die zu Berlin passen. Andere Lösungen brauchen Zeit zur Umsetzung: So müssen die neuen S-Bahn- und U-Bahn-Wagen erst gebaut werden, davor sind europaweite Ausschreibungen vorgeschrieben.
Ziel ist es, dass 2030 eine deutlich verbesserte Situation für Fußgänger*innen, Radfahrende und Nutzer*innen des ÖPNV realisiert ist. Die Schritte, um dieses Ziel zu erreichen, werden jetzt und in den kommenden Jahren umgesetzt.

Die Berliner Verkehrspolitik beruht beim Straßenverkehr auf geteilten Zuständigkeiten: Der Senat definiert die Bedingungen für neue Fahrrad- oder Fußwege und übernimmt (teilweise) die Finanzierung. Die Bezirke sind für die Baumaßnahmen vor Ort zuständig. Sie setzen in eigener Regie und nach eigenen Prioritäten und den verfügbaren Ressourcen Schritt für Schritt die Maßnahmen um. In gemeinsamen Gremien wie dem Bündnis für Radverkehr und mit Unterstützung der GB infraVelo GmbH wird die Zusammenarbeit gestärkt und die Umsetzung verbessert.
Vor allem für bezirksübergreifende Projekte wie Radschnellverbindungen oder Grünmarkierungen gibt es die landeseigene GB infraVelo GmbH. Sie ist der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz unterstellt. Inzwischen haben alle Bezirke Kooperationsvereinbarungen mit ihr abgeschlossen, die die Grundlage für den beschleunigten Ausbau der Radinfrastruktur sind.
Im Bereich Linienbusse, Fähren, Straßen- und U-Bahnen beauftragt das Land Berlin die Berliner Verkehrsbetriebe mit der Erbringung von Transportleistungen. Qualität und Quantität sowie das finanzielle Volumen werden dafür in einem entsprechenden Vertrag festgelegt. Leistungen im S-Bahn-Verkehr kauft das Land Berlin bei der Deutschen Bahn AG ein. Federführend hier ist wie auch für die Leistungen der BVG die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Beteiligungsprozesse sind wichtig, um die Akzeptanz von Infrastruktur-Projekten zu sichern und berechtigte Anliegen zu erkennen, denn die Anwohner*innen sind die Expert*innen vor Ort. Die Hinweise aus der Bevölkerung werden in die Überlegungen aufgenommen. Gleichzeitig benötigen solche Verfahren Zeit und binden Ressourcen. Neben den Interessen der Anwohner*innen sind auch jene zu berücksichtigen, die beispielsweise als Pendler*innen von der neuen Infrastruktur profitieren. Auf Basis dieser Rückmeldungen treffen Senat und Bezirksverwaltungen dann Entscheidungen über die konkrete Umsetzung von Baumaßnahmen. So ist es auch in den „Leitlinien für die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Projekten und Prozessen der räumlichen Stadtentwicklung“ vorgesehen.

Rund 70 Prozent der Berliner*innen leben außerhalb des S-Bahn-Rings. Es ist also richtig, die Mobilitätswende in der gesamten Stadt voranzutreiben. Gerade vom neuen Nahverkehrsplan mit seinen Investitionen in Busse, Bahnen und die technische Infrastruktur wie Gleise oder Weichen profitieren die Menschen in den Außenbezirken besonders. Zudem sorgen wir dafür, dass der 10-Minuten-Takt auch in den Außenbezirken zum Standardtakt des ÖPNV wird. Das Projekt i2030 ermöglicht bessere Verbindungen zwischen der Metropolregion Berlin und Brandenburg. Die Radschnellverbindungen führen von den Außenbezirken in die Innenstadt und machen auch über lange Strecken das Fahrradfahren noch attraktiver.

In Berlin wird es auch in Zukunft Personen geben, die ohne eigenes Fahrzeug nicht mobil sein können, beispielsweise Menschen mit Behinderungen. Ihre Interessen werden natürlich berücksichtigt. Ebenfalls werden Polizei, Feuerwehr, die Müllabfuhr oder Baufirmen weiterhin eigene Fahrzeuge benötigen.
Für alle anderen bauen wir den ÖPNV und den Radverkehr aus, verbessern die Möglichkeiten, ein elektrisch betriebenes Auto zu nutzen oder sich einen Pkw zu teilen. Mittlerweile kostet die Nutzung von E-Autos über die gesamte Lebensdauer gerechnet etwa so viel wie bei Benzin- oder Diesel-Pkw.
Die aktuelle Pkw-Nutzung ist nicht sehr effizient: Durchschnittlich sitzt kaum mehr als eine Person in einem Pkw, der im Schnitt 23 Stunden am Tag am Straßenrand steht und mehr als 150 Stunden pro Jahr im Stau. Mit Bussen und Bahnen sowie mit dem Fahrrad kommt man schon heute häufig schneller und preiswerter durch Berlin. Die Mobilitätswende sorgt dafür, dass es immer weniger Gründe für ein eigenes Auto gibt.