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Baum des Jahres 2015: Der Feld-Ahorn


Das Heimatareal des Feld-Ahorns ist Mittel- und Südeuropa, er kommt bis nach Sizilien und zum Kaspischen Meer vor. In NW-Deutschland fehlt er von Natur aus, wie auch Berg- und Spitz-Ahorn, ist aber dort vom Menschen seit längerem verbreitet worden. Er bevorzugt sommerwarme Standorte, kommt daher gerne in Weinbaugebieten vor und steigt nur selten über 800 m Meereshöhe.
In den Roten Listen wird sein Vorkommen in Brandenburg und Berlin als gefährdet eingestuft.

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Korkleisten an den Zweigen - nicht immer vorhanden; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Korkleisten an den Zweigen - nicht immer vorhanden
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Doppel-Flügelnüsschen; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Doppel-Flügelnüsschen, im Mai/Juni oft kurzzeitig rot
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Goldgelbe Herbstfärbung; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Goldgelbe Herbstfärbung
Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Baum des Jahres Stiftung, haben am 16.10.14 in Berlin den Feld-Ahorn (Acer campestre) zum Baum des Jahres 2015 ausgerufen. Damit wurde zum 27. Male ein "Baum des Jahres" proklamiert.

Der Feld-Ahorn wächst langsamer als viele andere Baumarten und bleibt relativ klein und "knorrig". 20 m Baumhöhe werden selten und dann erst nach langer Zeit erreicht.
Zudem wächst er meist mehrstämmig oder gar strauchförmig. Häufig treten kleine Gruppen des Feld-Ahorns auf, die entweder aus verschiedenen Samen entstanden sind oder aus einem Baum mit mehreren Stämmen bestehen.
Die dicksten Feld-Ahorne können 70 cm, selten bis 1 m Stammdicke erreichen.

Das Höchstalter des Feld-Ahorns ist 200 Jahre, ähnlich wie bei den großen Brüdern Spitz- und Berg-Ahorn.

Die Knospen sind so klein, dass man schon genauer hinsehen muss um sie zu finden. Auffällig sind dagegen bei vielen Bäumen die Zweige: sie entwickeln nicht selten Korkleisten – die Rinde bildet längs der Zweige hervorstehende lange graubraune Rippen, die im Blatt-/Knospenbereich plötzlich rundherum eingeschnürt sind.

Die sich entwickelnden zahlreichen Früchte bilden die ahorntypischen Doppel- Flügelnüsschen und färben sich beim Reifen bald intensiv rot.

Die Herbstfärbung ist ein besonderes Highlight dieser Baumart: zunächst sehr schön (gold)gelb, selten sogar rot, und sie hält lange an, bis weit in den November, bevor die Blätter dann braun werden.

Das Holz ist hart und schwer, hellrötlich, etwas dunkler als Berg-Ahornholz und am Stammfuß oft gemasert (mit kleinen welligen oder wirbelartigen Strukturen), daher attraktiv für kleine Gegenstände. So können daraus z.B. kleine Trinkbecher ähnlich den Birkenholz-Kuksas in Finnland geschnitzt werden und traumhafte Pfeifenköpfe. Kenner unterscheiden sein Holz von dem des Berg-Ahorns an den schmaleren Holzstrahlen und häufigen kleinen Markflecken.
Zudem ist es ein beliebtes Brennholz wegen seines hohen Heizwertes.


Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de.