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Baum des Jahres 2013: Der Wild-Apfel


Im Jahr 2013 steht eine besonders schöne, aber bis auf den Blütezeitraum unscheinbare und von anderen Baumarten unterdrückte, vom Menschen fast vergessene Wildobstbaumart im Mittelpunkt: der Wild-Apfel, Malus sylvestris. Zwar kennt jeder den Apfelbaum – den Wild-Apfel kennen aber wohl nur die wenigsten, denn er gehört zu den seltensten Baumarten, ist stark gefährdet und steht meist unauffällig im Wald oder am Waldrand. Anders als bei Wild- und Kultur-Birne stammt der Kultur-Apfel nicht vom heimischen Wild-Apfel ab.
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Blüten offen und noch im 'Ballonstadium'; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Blüten offen und noch im "Ballonstadium"
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Früchte; Foto: Prof. Dr. A. Roloff
Früchte
Foto: Prof. Dr. A. Roloff

Das natürliche Areal des Wild-Apfels erstreckt sich über fast ganz Europa, bis auf Nordskandinavien, Nordrussland und Teile Spaniens und Griechenlands. Obwohl es ziemlich groß ist, findet man ihn selten, da er so konkurrenzschwach gegenüber anderen Waldbaumarten ist, dass er meist untergeht. Daher begegnet man ihm am ehesten einzeln oder in Kleinstgruppen an Waldrändern und in Ecken des Waldes, die nicht vollflächig bewirtschaftet werden. Was er klimatisch aushält, zeigt z.B. sein natürliches Vorkommen bis um St. Petersburg.

Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland sind heute einige intakte Auenwaldreste (z.B. an Oberrhein und Mittelelbe) und regional im Mittelgebirge (z.B. im Erzgebirge und auf der Schwäbischen Alb).

Der Wild-Apfel ist sehr lichtbedürftig, hält im Schatten aber erstaunlich zäh durch – dort blüht er dann jedoch nur noch spärlich. Am wohlsten fühlt er sich daher in Gehölzinseln außerhalb des Waldes, wo er zusammen mit anderen Obstgehölzen und Sträuchern ausreichend Licht erhält. Unter Naturschutz-Gesichtspunkten ist er als hochrangig wertvoll einzustufen, er benötigt zum Erhalt und zu seiner Förderung unbedingt menschliche Hilfe.

Das Holz des Apfelbaumes spielt aufgrund der geringen Mengen und der kurzen, dünnen und krummen Stämme keine Rolle für die wirtschaftliche Nutzung, es ist aber wegen seines rötlich-braunen Kernes bei Kunsttischlern und Drechslern begehrt und gesucht. Es ist hart und schwer, und wurde daher früher z.B. für Zahnräder von Uhren und Holzschrauben verwendet.

Der Kultur-Apfel stammt nach genetische Untersuchungen nicht vom europäischen Wild-Apfel, sondern von asiatischen Wild-Äpfeln ab. Andererseits kann aber der heimische Wild-Apfel für den Kultur-Apfel wichtige Genressource sein, z.B. für die Resistenzzüchtung gegen Apfelmehltau.

Weitere Informationen: www.baum-des-jahres.de.