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Baum des Jahres 2004: Die Weiß-Tanne (abies alba Mill)


Wie das Kuratorium Baum des Jahres im Oktober 2003 in Berlin bekannt gab, soll der Weiß-Tanne in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden: Sie wurde zum Baum des Jahres 2004 ausgerufen. Die Weiß-Tanne steht für eine naturgerechte, nachhaltige Waldwirtschaft und weist auf die Empfindlichkeit von Bäumen gegenüber Umweltveränderungen durch uns Menschen hin. Sie macht, wie kaum eine andere Baumart Beeinträchtigungen durch Luftschadstoffe deutlich und fordert zu Lösungen auf. Riesin und Mimose unter Europas Baumarten. In 4 Bundesländern steht sie auf der roten Liste vom Aussterben bedrohter Pflanzen. In Berlin befindet sie sich außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes und kommt deshalb in den hiesigen Wäldern nur sehr vereinzelt vor.

Auf kleinen Flächen findet man die Weißtanne zum Beispiel im Düppeler und im Grünauer Forst.
Alte Weiß-Tanne
Alte Weiß-Tanne

Weiß-Tanne am Naturstandort
Weiß-Tanne am Naturstandort
© Wolf Hockenjos (alle Fotos)
www.baum-des-jahres.de
Den Namen "Tanne" kennt nahezu jeder, aber die Baumart als solche werden wohl nur wenige wirklich erkennen. Weiß-Tannen können als höchste Bäume Europas bis zu 65 m hoch und bis zu 2 m Durchmesser dick werden. Sie erreichen ein Höchstalter von 500 bis 600 Jahren.

Die Rinde, in der Jungend glatt, später schuppig und mit zahlreichen Harzblasen, ist auffallend hell-grau. Daher der Name Weiß-Tanne. Die Nadeln sind weich und an der Spitze stumpf. Sie stehen auf kleinen Füßchen, die wie Saugnäpfe am Zweig befestigt sind.

Die Weiß-Tannen blühen spät in ihrem Leben, nämlich erst mit etwa 50 Jahren. Die aufrecht stehenden weiblichen Zapfen-Blütenstände reifen im Herbst zu bis zu 16 cm großen Tannenzapfen heran. Diese stehen auf den Zweigen. (Bei fast allen anderen Nadelbäumen hängen die Zapfen.) Die Samen fallen aus den stehenden Zapfen und segeln zu Boden, übrig bleibt die stehende Spindel. Wirkliche Tannenzapfen findet man daher nicht auf dem Waldboden.

Die junge Weiß-Tanne verträgt viel Schatten und kann bis zu 150 Jahre darauf "warten", dass sie nach Absterben oder Fällung von Altbäumen vom Licht "wachgeküsst" wird.

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist das südliche Mittel- und Südosteuropa. In Deutschland verläuft die Nordgrenze ihrer natürlichen Verbreitung vom Schwarzwald über Thüringen und das Erzgebirge in die Niederlausitz. Im sog. ozeanischen Klima mit seiner hohen relativen Luftfeuchtigkeit und ausgeglichenen Temperaturen gedeiht sie aber auch in Nordwestdeutschland, Schleswig - Holstein und sogar in Dänemark.

Schon bei den alten Germanen hatte die Tanne wegen ihrer immergrünen Zweige Kult-Bedeutung als Symbol ewiger Lebenskraft, fortwährenden Wachstums und unerschöpflicher Fruchtbarkeit. Um die Wintersonnenwende wurden daher Tannenzweige auf öffentliche Plätze und vor die Häuser gelegt.

Ausführliche Informationen zur Weiß-Tanne finden Sie unter