Die komplette Ausstellung

Fotocollage des Ehepaars Birke

Regine Joy und Wolfgang Birke

Frischluftkonzerte mit dem Leierkasten-Duo - Regine Joy und Wolfgang Birke

In Zeiten der Corona-Pandemie wurde es still auf dem Gelände des Evangelischen Johannesstifts in Berlin Spandau. Freizeitangebote mussten eingestellt werden, und die Bewohnerinnen und Bewohner hatten nur selten die Gelegenheit, ihre Wohnungen zu verlassen. Für Regine Joy und Wolfgang Birke war es deutlich zu still. Sie fanden, dass sie hier etwas tun müssten. Gedacht, getan: Bereits im Dezember 2020 waren sie schon einmal spontan nach einer Andacht mit einem Leierkasten über das Stiftsgelände gezogen und spielten dabei Weihnachtslieder. Im März 2021 gingen sie erneut los, um den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stiftes die Musik nach Hause zu bringen, wenn diese ihre Wohnung schon nicht verlassen sollten.

Der nostalgische Leierkasten, eine Leihgabe des Geistlichen Zentrums für Demenz, hat über 200 unterschiedliche Melodien programmiert und bietet für jeden Geschmack das passende Lied. So kommt es, dass Regine Joy und Wolfgang Birke nun für viele Menschen spielen: Für Kinder in der Kita, im Hort und in der Schule, für ältere Menschen in Pflegewohneinrichtungen, für Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, für Mitarbeitende, die gerade Pause machen und für Rollstuhlfahrende sowie Gäste, die zufällig vorbeikommen. Mit dem wundervollen Ergebnis, dass alle beschwingt sind und sich an den bekannten Melodien erfreuen. Es kann gar nicht oft genug „Tulpen aus Amsterdam” für die Älteren, „Ein Männlein steht im Walde” für die Jüngeren und für Vorbeiziehende „Kreuzberger Nächte sind lang” oder der „Sportpalastwalzer“ gespielt werden.

Die gute Laune ist ansteckend, vor allem, wenn das Ehepaar selbst mit einstimmt, den Hut in die Luft wirft und sogar mittanzt! Dass an der Redewendung „Man bekommt so viel zurück” etwas dran ist, zeigt sich, wenn Regine Joy und Wolfgang Birke wieder mit ihrem Leierkasten über das Gelände ziehen: Begeisterung und Dank stehen nach so einem zauberhaften Erlebnis dort allen ins Gesicht geschrieben.

Weitere Informationen:

Evangelisches Johannesstift SbR
Referat Ehrenamt
Julia Heckhausen
Amanda Wichern Haus
Schönwalder Allee 26/12
13587 Berlin

Der Leierkasten ist eine Leihgabe des Geistlichen Zentrums Demenz des Evangelischen Kirchenkreises Tempelhof-Schöneberg
Lützowstraße 24-26
10785 Berlin
Telefon 030 2506338
E-Mail:

Fotocollage von Frau Bieder

Iris Bieder

Gartenprojekt - Iris Bieder

Steht man auf der Baumschulenstraße, fragt man sich, wo denn hier ein kleiner Garten sein könnte. Wie so oft in Berlin, wird man auch hier im Hinterhof fündig: Der Verein Psychosozialer Verbund (PSV) Treptow e. V. betreibt im Ortsteil Treptow neben seinen Büros, einer Kreativwerkstatt und einem Reparaturcafé auch das gesuchte Gartenprojekt. Der tolle Garten ist das Reich von Iris Bieder. Seit 2009 ist sie ehrenamtlich beim Verein engagiert und unterstützt die Hauptamtlichen bei der Gartengruppe. Wer mit Frau Bieder durch den Garten läuft, spürt schnell, dass kein einziges Pflänzchen unentdeckt bleibt: Vom Hochbeet über die Kräuterabteilung bis zum Zwetschgenbaum wird jedes Gewächs liebevoll von ihr gepflegt. Einige Pflanzen sind Spenden und wurden im Rahmen von Social Day-Aktionen gepflanzt.

Das Wichtigste im Garten ist und bleibt aber die Arbeit mit den Klientinnen und Klienten des Psychosozialen Verbunds. Gerade das Zusammensein mit psychisch Erkrankten und lernbehinderten Menschen erfüllt die Gärtnerin. Sie liebt es, an der frischen Luft zu sein und im Garten Gespräche mit diesen Menschen zu führen, die sie sonst aller Wahrscheinlichkeit nach nie getroffen hätte. Neben Iris Bieder helfen auch andere Ehrenamtliche in der Gartengruppe mit; jedoch ist der Großteil von ihnen aufgrund der sich ändernden Lebensumstände eher nur kurzfristig dabei. Frau Bieder bleibt mit ihrem über zehnjährigen Engagement die große Ausnahme.

Auch während der Corona-Pandemie konnte ihr Angebot unter bestimmten Auflagen weiterhin stattfinden. Und es geht voran: Die ersten gemeinsamen Grillabende sind schon geplant – und alle hoffen, dass ihnen weder Corona noch das Wetter ein Strich durch die Rechnung macfhen.

Weitere Informationen:

Nicole Katschewitz (Ehrenamtskoordinatorin)
Psychosozialer Verbund (PSV) Treptow e. V.
Kiefholzstr. 414, 12435 Berlin
Telefon: 030 53216201 oder 0176 64810192
E-Mail:

Fotocollage von Frau Krönig

Doris Krönig

Ballsport mit Herzblut - Doris Krönig

Direkt neben dem Britzer Garten am Sangerhauser Weg 6 befindet sich in einer ehemaligen Blumenhalle der Bundesgartenschau die größte Tennishalle Berlins: Insgesamt zehn Felder und eine Tribüne für 130 Zuschauerinnen und Zuschauer gehören zu ihr. Diese imposante Anlage geht, ebenso wie weitere Tennishallen in der Stadt, maßgeblich auf das jahrzehntelange Engagement von Doris Krönig zurück.

Doris Krönig kam über ihren Arbeitgeber Sender Freies Berlin (SFB) zum Tennis. Dass sie jemals beim Sport landen würde, war für sie keine Selbstverständlichkeit. Ihre Mutter hatte als Kriegswitwe kein Geld für den Mitgliedsbeitrag im Turnverein übrig, und auch als Schulkind hatte sie nicht das Glück, Sportunterricht zu erhalten. Doch davon ließ sich Doris Krönig nicht abschrecken. Im Laufe ihres Engagements für den Betriebssportverband und die Fachvereinigung Tennis wurde sie mit Teamgeist, viel Ehrgeiz und einem hohen Maß an diplomatischem Geschick zu einer herausragenden Persönlichkeit der Berliner Sportlandschaft. Unter ihrem Vorsitz hat es der Betriebssportverband Berlin e. V. als erste Fachvereinigung gewagt, eigene Sportanlagen zu schaffen, die bis heute im Vereinsbesitz geblieben sind. Dabei musste Doris Krönig viele Herausforderungen meistern und hat mit ihrem Engagement viele Frauen ermutigt, Ämter mit Verantwortung im Betriebssport zu übernehmen.

Ein besonderes Anliegen ist ihr, dass auch ältere Menschen sportlich aktiv bleiben können. Begeistert erzählt sie, dass im Verein auch 80- bis 90jährige Tennis spielen: „Es muss nicht immer nur Spazieren sein, auch im Alter geht noch mehr”, sagt sie. Ihr bestärkendes Menschenbild hat sie mit in ihr Ehrenamt genommen. Im gemeinnützigen Verein sind alle Menschen willkommen. Besonders beliebt ist der Sanghauser Weg derzeit bei einer Gruppe vietnamesischer Spielerinnen und Spieler. Während Corona waren die Tennishallen leer. Nun freut sich Doris Krönig, dass die Bälle endlich wieder in Bewegung sind.

Weitere Informationen:

Betriebssportverband Berlin e. V.:
E-Mail:
Telefon: 030 3470 94 82/-83

Fotocollage von Frau Hahn

Charlotte Hahn

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt zusammen denken - Charlotte Hahn

Das Nikolaiviertel erlebte Charlotte Hahn noch als Ruine. Heute steht sie an der vielbefahrenen Kreuzung am Molkenmarkt und erläutert, wo hier überall neue Wohnhäuser entstehen werden. Als engagiertes Mitglied der Seniorenvertretung Mitte kämpft sie für bezahlbares Wohnen für alle und gegen die Gentrifizierung: „Überall findet man Touristenzentren, aber man bekommt keine Nähnadel mehr in der Innenstadt,” bedauert sie.

In ihren Sprechstunden für den Kieztreff Koepjohann, die Volkssolidarität, Bürger für Bürger und das Kreativhaus hat Frau Hahn ein offenes Ohr für alle älteren Berlinerinnen und Berliner, denen sie mit Anteilnahme, Empathie und Hilfsbereitschaft begegnet. Ihr besonderes Augenmerk gilt dem Thema Wohnen im Alter.

Trotz ihres fundierten Wissensschatzes will Frau Hahn weniger erklären und mehr das Gespräch suchen: Anstelle einer Stadtführung bietet sie aus diesem Grund gern einen Spaziergang an. Wer mit ihr dann durch Mitte flaniert, kann nicht nur viel über das historische Berlin lernen, sondern auch über aktuelle Generationenkonflikte und die Herausforderungen der Zukunft. Die Corona-Pandemie hat Frau Hahn selbst für einen Computerkurs genutzt. Die ehrenamtliche Seniorenvertretung sei durch die Pandemie eher zusammengerückt: Charlotte Hahn spricht mit begeisterten Worten von einer großen Lernkurve und einer schlagkräftigen Truppe. Sorge bereiten ihr der demografische Wandel und die vorherrschenden Lebensgewohnheiten, welche das Engagement für soziale Angebote erschweren. „Alt hilft oft uralt”, beklagt sie. Und junge Menschen, so ist ihre Einschätzung, ließen sich oft nicht längerfristig an Vereine binden.

„Wenn die Leute in jüngeren Jahren nicht lernen, etwas für die Gemeinschaft zu tun, klappt das auch nicht im Alter.” Frau Hahn bleibt dennoch fröhlich und optimistisch. Sie liebt Berlin, insbesondere vom Wasser aus: „Berlin ist aus dem Kahn gebaut”, zitiert sie die Volksweisheit. Eins ist klar: Bis diese Seniorenvertreterin aufhört, sich für die Stadt und ihre älteren Bewohnerinnen und Bewohner einzusetzen, wird noch viel Wasser die Spree hinunterfließen.

Weitere Informationen:
Seniorenvertretung Mitte
E-Mail:
Telefon: 030 901820

Fotocollage des Vereins GEPEGEMI e.V.

GePGeMi e. V.

Gesellschaft für Psychosoziale Gesundheitsförderung bei Migrantengruppen - Netzwerk asiatischerSeniorinnen und Senioren

Nur einen Katzensprung entfernt von der Hasenheide in Kreuzberg liegen die Räumlichkeiten des GePGeMi e. V., der Gesellschaft für Psychosoziale Gesundheitsförderung bei Migrantengruppen. Der Verein sieht sich insbesondere als Ort für Personen aus asiatischen Kulturräumen. Dem Netzwerk asiatischer Seniorinnen und Senioren bei GePGeMi e. V. ist vor allem die politische Partizipation und die Aufklärung über bestehende Möglichkeiten zur Teilhabe wichtig. Hierfür engagieren sich die Ehrenamtlichen als Mulitplikatorinnen und Multiplikatoren in dem Projekt Werkstatt zur politischen Partizipation im Alter mit Migrationsgeschichte. Außerdem beteiligten sie sich inhaltlich an der Ideengebung zu der Broschüre 24 Fragen rund ums Thema – Mitmachen im Alter mit Migrationsgeschichte in Berlin.

Der vielseitige berufliche Hintergrund der Engagierten, beispielsweise in der Sozialarbeit oder Krankenpflege, ist dabei für die die Netzwerkarbeit und die Interessenvertretung im Bereich von Migration und Gesundheit von großem Vorteil. Denn gerade diese vielen verschiedenen Perspektiven machen die Arbeit des Netzwerks zu dem, was es ist.

In Zeiten des Abstandhaltens und Kontaktreduzierens ersetzten auch für die Seniorinnen und Senioren neu geschaffene Onlineveranstaltungen die bisherigen Präsenztreffen. Eigens, um die Verbindung zueinander nicht zu verlieren, erlernten sie völlig neue Medienkompetenzen und blieben auf diese Weise in gutem Austausch. Ein interessanter Aspekt: Während der Corona-Pandemie sahen sich die Mitglieder sogar häufiger als zuvor. Schließlich ist der Weg zum eigenen Laptop nicht allzu weit, doch das Bedürfnis nach Austausch nach wie vor sehr groß. Wie großartig ist es doch, auch aus negativen Situationen heraus so viel Positives entwickeln zu können!

Weitere Informationen:

GePGeMi e. V.
Trautenaustraße 5, 10717 Berlin
www.werkstatt-pol-partizipation.de
Telefon: 030 98424316
E-Mail:
Sprechzeit: freitags, 10–16 Uhr

Fotocollage der Computerschule des Millethof e. V.

Ursula Nadolph, Manfred Bertelmann und Bernd Reinhard

Computerschule in der Villa Mittelhof - Ursula Nadolph, Manfred Bertelmann und Bernd Reinhard

Schnell mit dem Smartphone beim Restaurant einloggen, um seine Kontaktdaten zu hinterlegen? Nach der Gerätekonfiguration warten, weil das Update installiert werden muss? Für Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, können solche Situationen äußerst herausfordernd sein. Um hier Abhilfe zu schaffen, bieten Ursula Nadolph, Manfred Bertelmann und Bernd Reinhard im Stadtteilzentrum Villa Mittelhof ehrenamtlich Computerkurse und eine Mediensprechstunde für ältere Menschen an.

Bei Ursula Nadolph können Neulinge Schritt für Schritt den Einstieg ins Internet finden und die verschiedensten Anwendungen lernen. Wem es gut gefällt, der bleibt dabei und besucht die Fortgeschrittenenkurse. Im Laufe ihres langjährigen Engagements hat sich die ehemalige Telekom-Mitarbeiterin eine treue Klasse aufgebaut. Durch die immer wiederkehrenden Updates und Neueinführungen bei den Geräten und Programmen geht ihr die Arbeit auch nie aus. Wichtig ist Ursula Nadolph, dass beim Lernen der Spaß nicht zu kurz kommt. Schließlich sei es elementar, den Schülerinnen und Schülern „die Angst vor der Kiste“ zu nehmen. Auch während der Pandemie hielt sie konstant den Kontakt zur ihren Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern und führte die Kurse einfach online durch.

Allerdings bereitet oft nicht nur die Software Kopfzerbrechen. Für Problemfälle an und in den Geräten gibt es deswegen die Mediensprechstunde mit Manfred Bertelmann und Bernd Reinhard. Egal, wo und was klemmt: Die beiden Tüftler finden immer eine Lösung. Neben einfacheren Aufgaben wie dem Installieren von Computer-Updates stehen die beiden oft auch vor größeren Herausforderungen, bei denen die Geräte geöffnet und wieder neu zusammengesetzt werden müssen. Ob Handy, Tablet oder verschiedene Betriebssysteme – alles ist dabei. Und die Nachfrage ist groß. Die nötige Erfahrung bringt das Duo Bertelmann und Reinhard zum Teil aus ihrem früheren Berufsleben mit. Manfred Bertelmann begleitete bei seinem Arbeitgeber Siemens den Siegeszug der Digitalisierung von Anfang an, und auch Bernd Reinhard kann immer wieder auf seine langjährige Erfahrung zurückgreifen.

Auch während der Pandemiezeit halfen die beiden telefonisch oder online; Manfred Bertelmann nahm sogar Geräte bei sich zu Hause in Empfang, richtete Computer ein und behob Probleme. Grob geschätzt konnten die beiden Ehrenamtlichen durch ihre Mediensprechstunde mehr als 100 Probleme kostenlos beheben – und damit ebenso vielen Hilfesuchenden helfen.

Weitere Informationen:

Villa Mittelhof
Königstraße 42-43
14163 Berlin
Telefon: 030 80197511
Fax: 030 80197559
E-Mail:

Fotocollage von Frau Janke

Dorothea Janke

Müllengel - Dorothea Janke

Dorothea Janke war ihn leid: den Müll und Sperrmüll auf den Straßen und Gehwegen des Sprengelkiezes im Stadtteil Wedding. Manchem fällt beides schon gar nicht mehr auf, aber für Dorothea Janke war der Kontrast zu groß, um ihn ignorieren zu können: Als sie 2013 von Freiburg im Breisgau nach Berlin zog, stolperte sie förmlich über Zigarettenkippen, Kronkorken, Verpackungen, Essenreste aller Art und auch über richtigen Sperrmüll. In ihrer Heimat wurde der Sperrmüll einmal im Vierteljahr kostenlos eingesammelt. Sogar kaputte Kleingeräte konnten zu Sammelstellen gebracht werden, dort wurden sie, sofern möglich, wieder repariert und erneut verkauft.

Sperrmüllansammlungen wie in Berlin hat sie dort nie gesehen: „Das gab‘s dort einfach nicht.“ Und so fing es an mit dem Müllsammeln. Zunächst half sie bei BSR-Aktionen wie „Kehrenbürger“ mit: Menschen verabreden sich, um ihren Kiez zu säubern, und die BSR entsorgt den so gesammelten Müll anschließend fachgerecht. Doch mittlerweile sammelt Dorothea Janke tatsächlich jeden Samstag in der gesamten Sprengelstraße den herumliegenden Müll auf. Dazu noch mittwochs in Teilen der Triftstraße.

Was sie auszeichnet, ist ihre Beharrlichkeit: „Ich war einfach entsetzt, dass es in Berlin so vermüllt ist. Mir standen und stehen die Haare zu Berge. Mich hat das gestört. Es stört mich heute noch. Und ich dachte mir: Da muss man doch was machen, das kann man doch nicht so einfach hinnehmen.“ Das ist schlussendlich auch bei der BSR angekommen. Und so bekam Dorothea Janke nicht nur den Spitznamen „Müllengel“, sondern auch einen eigenen kleinen Wagen.

Sie konzentriert sich aber keinesfalls ausschließlich auf das Einsammeln von Müll. Vielmehr wünscht sie sich, dass die Menschen ihre Umwelt und auch die Natur mehr achten und respektieren. Oder selbst aktiv werden: „Wir alle sind verantwortlich für unseren Kiez, für unsere Umwelt!“ Immer wieder ergeben sich durch ihr Engagement auch schöne Momente, in denen sie sich mit Nachbarinnen und Nachbarn unterhält oder mit Passantinnen und Passanten austauscht. Und so wird der Müllengel auch am nächsten Mittwoch und Samstag wieder losziehen, um den Wedding etwas müllfreier zu machen.

Der Text basiert auf dem Artikel: „Mehr Respekt für die Natur – Wir sind selber verantwortlich.“ von Michael Gumbert, veröffentlicht im Gemeindeblatt der Evangelischen Osterkirchengemeinde Berlin, Ausgabe 26, Februar/März 2020.

Weitere Informationen:

SprengelHaus
Gemeinsam im Stadtteil e. V.
Sprengelstraße 15
13353 Berlin
Telefon: 030 45028524
E-Mail:

Fotocollage von Frau Harder

Eveline Harder

Breit aufgestellt im Ehrenamt - Eveline Harder

Breit aufgestellt im Ehrenamt, dass lässt sich ohne Zweifel über Eveline Harder sagen. Über den Träger Unionhilfswerk begleitet sie seit 2012 an Demenz erkrankte Personen im Alltag und schenkt ihnen auf liebevolle Weise Zeit und
Zuwendung. In Zeiten von Corona ging das natürlich nicht immer in altbewährter Form vonstatten, aber dafür mit ganz neuen, sehr kreativen Ideen. Das bisherige Begrüßungsritual ersetzt Frau Harder beispielsweise durch das Überreichen eines großen Kissens. Die an Demenz Erkrankten können durch das Drücken dieses Kissens einen Moment der Nähe erfahren. „Vieles ist mit Abstand und Gefühl erreichbar, auch in Corona-Zeiten!“, lächelt Frau Harder wissend.
Oh ja, Gefühl und Empathie bringt Eveline Harder seit vielen Jahren auch in ihre anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten mit ein, sowohl im Sozialwerk Berlin e. V. als auch beim Silbernetz. In ihren Ehrenämtern vereinen sich Austausch,
Kommunikation und soziales Miteinander. Bei so vielfältigem Einsatz kommen die Schulungen des Unionhilfswerkes gerade recht. Den Ehrenamtlichen wird Unterstützung zur Seite gestellt und die Weiterqualifizierung wird gefördert.
Beide Angebote nimmt Frau Harder sehr gerne und regelmäßig in Anspruch.
An dieser Stelle soll auch auf die Berliner Ehrennadel für besonderes soziales Engagement hingewiesen werden, die Eveline Harder im letzten Dezember erhielt. Allein der Besuch beim Bundespräsidenten stellte eine noch größere
Ehre und Wertschätzung für ihre Arbeit dar. Auf die Frage, wie lange sie noch ehrenamtlich tätig sein wolle, antwortet Frau Hader entschlossen: „Mindestens sechs Jahre.“ Die Chancen sind also groß, dass auch die nächste Bundespräsidentin oder der nächste Bundespräsident die Ehre hat, Frau Harder kennen zu lernen.

Daniel Büchel
Unionhilfswerk Berlin
Projektleiter
Freiwilligenmanagement
Telefon: 030 41726-103
Fax: 030 41726-326

Fotocollage der Rikschafahrerinnen

Dragica Dundovic und Wilfried Römer

Pilotinnen und Piloten - Dragica Dundovic und Wilfried Römer

Zugegeben, zunächst ist es ein sehr ungewohntes, obgleich faszinierend schönes Gefühl, auf einer offenen Fahrrad-Rikscha mitzufahren: Der Fahrtwind weht einem ins Gesicht, nichts versperrt den Blick auf die Straße, die märchenhafte Umgebung am Wannsee liegt im wahrsten Sinne zum Greifen nah vor einem. Verantwortlich für den Genuss einer Fahrrad-Rikscha-Tour sind ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten, Wilfried Römer und Dragica Dundovic sind zwei von ihnen. Die Ehrenamtlichen fahren für die Evangelische Kirchengemeinde Wannsee nach der Philosophie und in Zusammenarbeit mit dem eingetragenen Verein Radeln ohne Alter.

Etwas Übung braucht es, um eine Rikscha zu steuern, und nicht jede ist gleich, aber nach einer kleinen Proberunde lässt es sich schnell sehr gut mit dem Gerät zurechtkommen. Die elektrische Hilfe beim Treten ist dabei extrem nützlich. Meist werden die Passagiere direkt von den Seniorenheimen abgeholt, sie können sich einfach in die gemütlichen Sitze der Rikschas hineingleiten lassen. Für die kühlere Jahreszeit gibt es selbstverständlich auch Decken. So kann auch im Winter weitergefahren werden, die Passagiere sind dann in einen Schlafsack eingekuschelt und können – perfekt ausgerüstet – auch diese Fahrten genießen.

Wilfried Römer verrät, dass er auf alle Passagiere anders eingehen würde: Manche schweigen und genießen mit allen Sinnen die Fahrt, zum Beispiel an der Pfaueninsel entlang, manche tauen auf. Oftmals entwickeln sich auch tolle Gespräche. Wichtig ist für den 67-jährigen die Kommunikation mit seinen Passagieren. So gibt es zum Beispiel Stammgäste, die er jede Woche abholt, darunter auch demente Menschen. Eine Fahrt dauert durchschnittlich zwischen einer halben und einer Stunde, berichtet Herr Römer. Im Laufe der Zeit lernt man sich besser kennen, spricht viel miteinander, erzählt sich Geschichten oder hält auch mal unterwegs für eine Verschnaufpause kurz an.

Neben dem eigentlichen Rikschafahren organisiert Herr Römer auch viel: Fahrten müssen geplant, Seniorenheime angefragt und der Kalender gepflegt werden. Dabei stehen die Ehrenamtlichen auch im engen Austausch mit anderen Rikschafahrerinnen und -fahrern in Berlin. Alleine in Berlin gibt es fünf Standorte des Vereins Radeln ohne Alter. Mittlerweile ist das Team am Wannsee recht groß geworden, ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten werden aber immer gesucht. Schließlich soll auch älteren Menschen das großartige Gefühl von ein bisschen Wind um die Nase so oft wie möglich gegeben werden.

Weitere Informationen:

Radeln ohne Alter e. V.
c/o Indra Wiesinger Oertzenweg 22, 14163 Berlin
E-Mail:
calle@radelnohnealter.de
E-Mail:
www.radelnohnealter.de

Fotocollage des Seniorentheaters Fallobst

Seniorentheatergruppe Fallobst

Theater der Erfahrungen - Seniorentheatergruppe Fallobst

Als das Theater der Erfahrungen 2006 in mehreren Berliner Stadtteilzentren Theatergruppen initiierte, verfolgte es damit das Ziel, Seniorinnen und Senioren mit kreativen Angeboten für zivilgesellschaftliches Engagement zu gewinnen. Daraus entstand im Süden Berlins eine ausgesprochen aktive Theatergruppe, die in den letzten Jahren vor allem durch ihren bissigen Humor und Tiefgang aufgefallen ist: Fallobst.
Die zehn ehrenamtlichen Darstellerinnen zwischen 67 und 86 Jahren eint die tiefe Liebe zur Schauspielerei. Meistens treffen sie sich einmal in der Woche zum Proben, in heißen Phasen sogar öfter. Der Grund für die große Authentizität aller ihrer Stücke liegt im Prozess der Entstehung: In jedes Stück fließen persönliche Erfahrungen der Teilnehmerinnen ein – gute sowie schlechte. Man muss sich dem Gegenüber öffnen, sein Inneres preisgeben und einander vertrauen. Immer gilt: Das Leben schreibt die besten Geschichten.
Auf Einladung spielt die Gruppe ehrenamtlich dort, wo ihr Theater gefragt ist, meist in Freizeitstätten für Seniorinnen- und Senioren. Gerade hier knüpfen die biografisch inspirierten Geschichten direkt an die Erfahrungen der Zuschauenden an. Die Theaterstücke sollen inspirieren und im besten Fall nicht nur unterhalten, sondern dazu ermutigen, sich im Alter etwas zuzutrauen, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und immer am Ball zu bleiben. Durch die Schauspielerei wird man mutiger und traut sich mehr, sich selbst zu zeigen: „Man sollte das ganze Leben sehen wie ein Theaterstück!“ lautet das Credo der Gruppe. Da sich die Schauspielerinnen in den letzten Monaten wegen der Pandemie nicht wie gewohnt treffen konnten, organisierten sie kurzerhand eine Schreibwerkstatt, die von zu Hause aus via Telefon, Social Media oder Video-Konferenz umgesetzt werden konnte. Später traf sich die Gruppe in Gärten oder öffentlichen Parks. Weder Corona noch wechselnde Probenorte können die Gruppe von ihrer Arbeit abhalten, und obwohl alle Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Bezirken kommen, haben sie den Kontakt auch in der Zeit der Kontaktbeschränkungen immer gehalten. In ihren Stücken wie auch im richtigen Leben geht es der Theatergruppe Fallobst vor allem um eines: Den Menschen zu vermitteln, dass es immer irgendwie weitergeht!

Weitere Informationen:
Theater der Erfahrungen
Vorarlberger Damm 1
12157 Berlin
E-Mail:
www.theater-der-erfahrungen.de